Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie deutsche Maschinenbauer ihren Innovationserfolg sichern

16.07.2007
Das Erfolgsgeheimnis des deutschen Maschinenbaus ist seine Effizienz bei der Entwicklung innovativer Produkte. Die verdankt er unter anderem optimierten Entwicklungsprozessen und Forschungskooperationen - die aber zu den Rahmenbedingungen des Betriebs passen müssen, sagt das Fraunhofer ISI.

Der deutsche Maschinenbau ist Weltspitze - dank seiner Fähigkeit, kundenspezifische Produktionsausrüstungen zu entwickeln, die höchste Anforderungen an Qualität, Präzision und Flexibilität erfüllen. Woher diese hohe Innovationskraft kommt, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung untersucht.

Am Geld allein kann es nicht liegen: Die Ausgaben der Branche für Forschung und Entwicklung liegen im Vergleich zu typischen Hochtechnologiebranchen auf mittlerem Niveau. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Fraunhofer ISI vielmehr darin, dass die deutschen Maschinenbauer ihre Ressourcen für Forschung und Entwicklung in besonderer Weise mit dem Einsatz neuer Konzepte der Produktentwicklung wie Simultaneous Engineering, Virtual Reality oder Entwicklungskooperationen mit externen Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen verknüpfen.

Das Karlsruher Institut hat untersucht, wie verbreitet diese Konzepte sind und welche Innovationseffekte sie haben. Danach nutzen bereits 39 Prozent der Maschinenbauer das Prinzip paralleler Entwicklungsprozesse (Simultaneous Engineering) und damit mehr als in anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes (24 Prozent). Noch deutlicher ist der Vorsprung bei der virtuellen Produktentwicklung und Simulation (Virtual Reality): Diese nutzen bereits 58 Prozent der Betriebe, im gesamten Verarbeitenden Gewerbe sind es nur 35 Prozent. Mehr als die Hälfte der Maschinenbaubetriebe unterhält zudem Kooperationen mit wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen. Dass bei allen drei Konzepten noch erhebliches Potenzial schlummert, zeigt die Tatsache, dass viele Betriebe in den kommenden zwei Jahren solche Verfahren einführen wollen.

Der Einsatz dieser Konzepte im Produktentwicklungsprozess lohnt sich, wie insbesondere das Beispiel des Simultaneous Engineering belegt: Betriebe mit parallelen Produktentwicklungsprozessen haben einen deutlich höheren Anteil an Produkt- und Marktneuheiten als die Konkurrenz. Allerdings ist dieser Erfolg zum Teil auch abhängig von der Höhe des Aufwands für Forschung und Entwicklung: So profitieren Betriebe mit unterdurchschnittlichen FuE-Investitionen am stärksten von der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und erzielen hierdurch im Schnitt dreimal höhere Umsatzanteile mit Marktneuheiten als vergleichbare Unternehmen ohne derartige Kooperationsbeziehungen. Unternehmen, die selbst einen hohen Aufwand für Forschung und Entwicklung betreiben, profitieren hingegen eher von Kooperationen mit anderen Unternehmen. Für den Einsatz der virtuellen Produktentwicklung konnten dagegen keine unmittelbaren Innovationseffekte beobachtet werden. "Technikeinsatz alleine garantiert offenbar noch keinen Innovationserfolg", sagt Projektleiter Steffen Kinkel. Erst im Zusammenspiel mit den passenden Rahmenbedingungen, so die Vermutung der ISI-Autoren, kann diese Technologie ihr volles Potenzial entfalten.

Die Mitteilung Nummer 41 "Strukturen und Treiber des Innovationserfolgs im deutschen Maschinenbau" aus der Erhebung "Modernisierung der Produktion" zum Download: http://www.isi.fraunhofer.de/i/dokumente/pi41.pdf

Kontakt: Dr. Steffen Kinkel
Telefon: (0721) 6809 -311
E-Mail: steffen.kinkel@isi.fraunhofer.de
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Chancen technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat, Gesellschaft und Umwelt. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/i/dokumente/pi41.pdf
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte