Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preis des neuen Wohlstands?

29.06.2007
Kosten für Diabetes in Indien höher als in England - Neue Untersuchung der Economist Intelligence über die ökonomischen Folgen von Diabetes in Industrie- und Entwicklungsländern

Der drastische Anstieg der Verbreitung (Prävalenz) von Diabetes stellt eine erhebliche ökonomische Belastung dar - das gilt für Industrieländer ebenso wie für Entwicklungsländer. Zu diesem Ergebnis kommt ein von dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk finanzierter, neuer Bericht der Economist Intelligence Unit.

Bei den fünf in der Studie untersuchten Ländern China, Dänemark, Indien, Großbritannien und USA zeigte sich, dass Indien derzeit in Relation die höchsten Kosten trägt. Sie belaufen sich auf ein Kostenäquivalent von 2,1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Folge der Erkrankung im Jahre 2007. Unter den untersuchten Industrieländern tragen die USA die größte Last - mit Kosten, die 1,3% des BIP entsprechen. In Großbritannien liegen sie im Bereich von 0,4% des BIP, während sie in Dänemark 0,6% des BIP ausmachen. In China umfassen allein die Kosten des Produktivitätsausfalls 0,6% des BIP . Zum Vergleich der Größenordnung dieser Zahlen: Großbritannien gab 2006 etwa 0,35% des BIP für Außenwirtschaftshilfe und 0,76% des BIP für den öffentlichen tertiären Bildungssektor aus.

Diese Ergebnisse sind Teil von 'The Silent Epidemic' ("Die stille Epidemie"): Eine ökonomische Studie zu Diabetes in Industrie- und Entwicklungsländern, ein neu herausgegebener Bericht der Economist Intelligence Unit. Unterstützt wurde die Studie von dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk mit einem uneingeschränkten Forschungsstipendium. Neben den ökonomischen Kosten von Diabetes untersucht der Bericht auch einige der Hindernisse für eine wirksamere Bekämpfung der Diabetesepidemie und betrachtet eine Reihe von innovativen Ansätzen, die verfolgt werden, um Diabetes in den Industrie- und Entwicklungsländern zu bekämpfen.

"Für politische Entscheidungsträger, welche die effizienteste Allokation knapper Ressourcen suchen, ist das Verständnis der wahren ökonomischen Kosten des Diabetes von entscheidender Bedeutung," sagt Rob Mitchell, Verfasser des Berichts. Unsere Untersuchung zeigt, dass Diabetes eine schwere ökonomische Last in Industrie- und Entwicklungsländern darstellt, die weiter zunehmen wird, je mehr die Prävalenzraten weltweit weiter steigen."

Lars Rebien Sørensen, Präsident und CEO von Novo Nordisk, fasst die Ergebnisse der Studie zusammen: "Die Diabetesepidemie fegt um die Erde und wir brauchen eine Antwort auf die enormen sozialen und ökonomischen Auswirkungen dieser zerstörerischen chronischen Erkrankung in den Industrie- und Entwicklungsländern. Dieser Bericht unterstreicht die Notwendigkeit einer größeren Messung und Transparenz, um die reale ökonomische Last der Diabetes-Versorgung in Form von direkten und indirekten Kosten zu berechnen. Es ist wichtig, dass politische Entscheidungsträger, Heilberufler und die Industrie zusammenarbeiten, um effektivere Programme und politische Maßnahmen für eine wirksame Gesundheitsaufklärung und ein größeres Bewusstsein bezüglich der Erkrankung zu entwickeln. Durch bessere Prävention, Früherkennung und ein effektives Management des Diabetes könnten wir viele der Komplikationen der Erkrankung vermeiden, die einen Großteil der ökonomischen Last ausmachen."

Weitere wesentliche Erkenntnisse des Berichts:

Die wirtschaftliche Entwicklung hat unbeabsichtigte Folgen. Zur erhöhten Prävalenz von Diabetes in den Entwicklungsländern trägt eine Vielzahl von Faktoren bei: Ernährung und Lebensstil tragen neben genetischen Einflüssen die größte Schuld - zumindest beim Typ-2-Diabetes. Es wirkt fast wie bittere Ironie, dass positive Entwicklungen wie erhöhter Wohlstand, bessere Gesundheitsversorgung, eine immer älter werdende Bevölkerung und eine Abnahme der Subsistenzwirtschaft zu höheren Erkrankungsraten führen. Daher wird davon ausgegangen, dass die Diabetesverbreitung in den nächsten Jahrzehnten in den Entwicklungsländern besonders stark ansteigen wird.

Veränderungen werden durch Hindernisse und Widerstände erschwert. Der häufigere Typ-2-Diabetes ließe sich meistens vermeiden und ist wirkungsvoll behandelbar, aber eine Reihe Faktoren trägt dazu bei, dass eine effektive Bewältigung des Problems verhindert wird. Wesentliche Beschränkungen sind kulturelle Widerstände gegen eine gesündere Ernährung und eine gesündere Lebensweise in der Bevölkerung, ein fehlendes Augenmerk nationaler und internationaler Gesundheitsorganisationen auf chronische Erkrankungen, der Fokus auf kurzfristigen Kosten statt auf langfristigen Folgen und das Fehlen von einer allgemeinen Krankenversicherungspflicht in vielen Ländern (einschließlich den USA). Um diese Hindernisse erfolgreich zu überwinden, bedarf es einer systemischen Veränderung und einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen.

Ein komplexes Problem erfordert innovative Lösungen. Da es derzeit noch kein Wundermittel für das Diabetesproblem gibt, helfen nur innovative Ansätze in Industrie- und Entwicklungsländern, um das Anliegen besser in den Griff zu bekommen. In den Industrieländern zeigen Programme, welche die Leistung anhand der Gesundheitsergebnisse wie Behandlungserfolg messen statt sich auf einen Prozess wie die Zahl der ausgegebenen Tests zu beschränken, beeindruckende Erfolge. Mittlerweile führen in einigen Entwicklungsländern die innovative Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen und die Anwendung der Prinzipien des Social Enterprise dazu, dass die Behandlung sowohl für die städtische wie auch für die ländliche Bevölkerung zugänglich und erschwinglich wird.

Die Kosten der Behandlung sind hoch - aber die Kosten Nicht zu tun sind unbezahlbar. Die für diesen Bericht untersuchten fünf Länder geben jedes Jahr erhebliche Summen Geld für die Behandlung von Diabetes und seinen Folgeerkrankungen aus. Zum Beispiel geben die USA jährlich 134.8 Milliarden US-Dollar aus oder 6% seiner Ausgaben im Gesundheitswesen. Einsparungen bei der Behandlung sind jedoch keine Option. Wenn die Länder nicht in die Prävention, eine frühe Diagnose und eine wirksame Behandlung investieren, werden die Kosten in der Zukunft drastisch eskalieren. Menschen, deren Erkrankung nicht im Frühstadium diagnostiziert und behandelt wird, erleiden mit größerer Wahrscheinlichkeit ernsthafte Folgeerkrankungen wie Herzerkrankungen, Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen - und diese sind weitaus teurer als die optimale Behandlung von Diabetes im Frühstadium.

The Silent Epidemic (die stille Epidemie): Eine ökonomische Studie zu Diabetes in Industrie- und Entwicklungsländern ist ein Bericht der Economist Intelligence Unit, der von Novo Nordisk finanziert wurde. Die Redaktion des Economist Intelligence Unit führte eine Untersuchung der ökonomischen Kosten von Diabetes durch, nahm Interviews vor und verfasste den Bericht.

Novo Nordisk ist ein international tätiges Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Dänemark und beschäftigt weltweit rund 22.000 Mitarbeiter in 79 Ländern. Allein am deutschen Standort in Mainz sind über 450 Mitarbeiter beschäftigt. Novo Nordisk gilt als Pionier in der Insulinherstellung und ist heute Weltmarktführer in der Diabetes-Versorgung. Der führende Diabetes-Spezialist ist vor allem für sein umfangreiches Produkt-Portfolio an Insulinen und modernsten Insulin-Injektionssystemen bekannt. Daneben hält Novo Nordisk eine führende Position in den Bereichen Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- und Hormonersatztherapie. Novo Nordisk produziert und vertreibt seine pharmazeutischen Produkte und Dienstleistungen in 179 Ländern mit dem Anspruch größtmöglicher Gesamtverantwortung für Patienten, Ärzte und Gesellschaft. Als Aktiengesellschaft ist Novo Nordisk an den Börsen von Kopenhagen, London und New York (NYSE, Kürzel NVO) gelistet.

Die Economist Intelligence Unit: Die Economist Intelligence Unit ist der Weltmarktführer in Global Business Intelligence. Sie ist der Business-to-Business-Arm der Economist Group, die die Zeitung The Economist herausgibt. Die Economist Intelligence Unit liefert geopolitische, ökonomische und Geschäftsanalysen zu über 200 Ländern, sowie strategische Informationen zu Schlüsselindustrien und Managementpraktiken. Mit über 3000 Vollzeitbeschäftigten in 40 Büros weltweit, unterstützt von einem globalen Netzwerk von 700 beteiligten Analysen, ist die Economist Intelligence Unit weit bekannt für seine unerreichte Erfassung von Major und Emerging Markets.

Dr. Franz Jürgen Schell | idw
Weitere Informationen:
http://www.novonordisk.de
http://www.eiu.com

Weitere Berichte zu: BIP Diabetes Economist Entwicklungsland Intelligence Unit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie