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Spüls noch einmal... - Die Beschaffungs- und Nutzungskosten verschiedener OP-Textilien werden evaluiert

11.06.2007
Am Universitätsklinikum der TU Dresden läuft momentan eine groß angelegte Feldstudie: in 2400 Operationen testen Ärzte, die Hüftgelenke implantieren, verschiedene OP-Mäntel und -Tücher auf ihre Eigenschaften.

Haben sie die nötige Dichtheit gegenüber Flüssigkeiten? Wie hoch ist das Risiko des Patienten, durch die OP eine bakterielle Infektion zu erleiden? Verglichen werden dabei Einwegprodukte aus Vlies mit textilen Mehrwegprodukten, die vor jedem Einsatz gewaschen und neu sterilisiert werden.

Der Hintergrund der Studie: verschiedene handelsübliche OP-Textilien sollen anhand ökonomischer und ökologischer Kriterien analysiert, ihre Praxistauglichkeit eingeschätzt und vorhandene Ökobilanzen verglichen werden, damit der Einkauf und die Nutzung im Krankenhaus optimiert werden können. Wie viele Lebenszyklen darf ein OP-Mantel dabei durchlaufen, um die strengen DIN-Anforderungen an sterile Textilien noch zu erfüllen; wie muss die Qualitätskontrolle aussehen?

Und: Ist es für das Krankenhaus eventuell sogar preiswerter, ganze Operations-Sets dieser Textilien von externen Firmen zu leasen? Solche Fragen wollen die Forscher um Prof. Edeltraut Günther (Lehrstuhl Betriebliche Umweltökonomie der TU Dresden) beantworten. In der Bewertung der textiltechnologischen Eigenschaften unterstützt werden sie zudem von Mitarbeitern des Instituts für Textil- und Bekleidungstechnik unter der Leitung seines Direktors, Prof. Chokri Cherif.

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Erste Ergebnisse der Studie zeigen, dass alle getesteten Produkte die strengen Anforderungen an das Material etwa gleich gut erfüllen. Die so genannte Barrierefunktion, also die Undurchlässigkeit des Materials für Bakterien, ist auch bei Mehrwegprodukten durchweg gegeben. Für die Auswahl des Produkts sind also eher Kriterien wichtig wie: Was kostet die Anschaffung? Fühlt sich der Operateur in der entsprechenden Kleidung wohl? Die Wirtschaftswissenschaftler um Prof. Günther evaluieren dabei die gesamten anfallenden Kosten entscheidungsorientiert, von der Beschaffung über das Waschen und Sterilisieren bis zur Entsorgung. Auch Arbeitszeit spielt dabei eine Rolle.

Für die Textilwissenschaftler um Prof. Cherif hat die Studie vor allem interessante Anregungen für künftige Forschungsprojekte gegeben. Große Potenziale sieht Cherif in der Neuentwicklung spezifischer Textilprodukte für den Krankenhauseinsatz, für Implantate, aber auch in textilbasierten Filtertechniken, die beispielsweise in PKW- und Industriefiltern zum Einsatz kommen.

Auch die reine Überzeugungsarbeit ist dabei Aufgabe der Wirtschaftswissenschaftler. Prof. Günther: "Nehmen wir nur das Beispiel Mehrwegprodukte: seit 30 Jahren gibt es bereits Lebenszyklusbetrachtungen; aber sie werden oft einfach nicht umgesetzt. Auch wenn OP-Textilien nur 0,5 Prozent der Gesamtkosten im Krankenhaus ausmachen: eine Optimierung rechnet sich. Private Krankenhäuser, die viel stärker kostenorientiert arbeiten, haben das meist schon erkannt. Wir können und wollen dafür Entscheidungsgrundlagen geben und rechnen auch mit einem gewissen Multiplikationseffekt unserer Studie, was den Einkauf anderer Produkte im Krankenhaus betrifft. Die Beschaffer sollen sensibilisiert und über ihre Möglichkeiten aufgeklärt werden. Die einzelnen Entschlüsse variieren dann sicher von Krankenhaus zu Krankenhaus."

Informationen für Journalisten:
Prof. Edeltraut Günther, Tel. 0351 463-34313, bu@mailbox.tu-dresden.de
Dipl.-Ing. Kathrin Pietsch, Tel. 0351 463-39325, E-Mail: kathrin.pietsch@tu-dresden.de, Prof. Chokri Cherif, Tel. 0151 16133234

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

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