Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuralstems Zellen stellen die Motorik bei durch Rückenmarksischämie gelähmten Ratten wieder her

30.05.2007
Drei können wieder laufen, laut Studie in Neuroscience

Drei durch Rückenmarksischämie gelähmte Ratten erlangten ihre normale Lauffunktion sechs Wochen nach Implantation von humanen Rückenmarksstammzellen (hSSCs), die von Neuralstem, Inc. (OTC Bulletin Board: NRLS) entwickelt wurden, wieder. Dies wurde von den Forschern online in der Fachzeitschrift NEUROSCIENCE berichtet. Drei weitere Ratten zeigten, auch wenn sie zwei Monate nach der Behandlung nicht in der Lage waren, aufzustehen, deutliche Verbesserungen der Mobilität aller drei Gelenke der unteren Extremität und vermehrten Muskeltonus. Bei allen behandelten Tieren überlebten die hSSCs-Zellen und entwickelten sich zu reifen Nervenzellen. Die Studie wurde an der University of California in San Diego durchgeführt.

Die Ratten litten an ischämischer spastische Paraplegie (ISP), einer schmerzhaften Form extremer Spastik und Rigidität, die zu einem permanenten, unbehandelbaren Verlust der Motorik und zur vollständigen Lähmung führt. Beim Menschen kann die ISP als Folge einer Aortenaneurysma-Operation auftreten. Dieser Eingriff wird an tausenden Patienten in den USA jedes Jahr durchgeführt.

" Andere Transplantationen von humanen Stammzellen in das Rückenmark haben sich auf die Reparatur der myelinbildenden Zellen konzentriert ", kommentierte Dr. Karl Johe, Gründungswissenschaftler von Neuralstem und ein Autor der Studie. " In dieser bahnbrechenden Studie stellen wir den neuralen Schaltkreis wieder her. Das hat bisher noch niemand gemacht. Unsere Technologie, die hochgradig neurogene menschliche Stammzelllinien erzeugt, ist für diesen neuartigen Ansatz in einzigartiger Weise geeignet. " Weiterhin sagte Dr. Johe: " Menschen, die an ISP leiden, können im Gegensatz zu den Versuchsratten in dieser Studie Physiotherapie nach der Behandlung erhalten. Wir sind der Überzeugung, dass dies die Integration der transplantierten Zellen beschleunigen und den therapeutischen Nutzen der Zellen steigern wird. Dabei ist das Ziel, einen wesentlichen Zugewinn an funktioneller Beweglichkeit der Beine des Patienten zu erzielen. "

Laut Lead Investigator Dr. Martin Marsala: " In dieser Studie konnten wir zeigen, dass eine direkte Transplantation von menschlichen Nervenzellen in das Rückenmark zu einer fortschreitenden Erholung der Motorik führt. Hierbei könnte es sich um eine wirksame Behandlung für Patienten, die an derselben Art von durch Ischämie (Blutleere) verursachter Lähmung leiden, handeln. Zurzeit untersuchen wir die hSSCs bei gelähmten Miniaturschweinen, bei denen die Anatomie des Rückenmarks der des Menschen ähnelt. "

Der CEO von Neuralstem, Richard Garr, sagte: " Neuralstem ist ein Stammzellunternehmen der zweiten Generation, das in erster Linie aufgebaut wurde, um unsere Entdeckung der neuronalen Stammzellen zu optimieren und sie in die Klinik und zu den Patienten zu bringen. Wir glauben, wie diese Studie zeigt, dass unsere Technologie viele von den Fragen beantwortet, die das Forschungsfeld zurückgehalten haben, und dass sie es ermöglicht, ein Stammzellunternehmen um ein echtes Produktschwerpunkt aufzubauen. Wir erwarten die Einreichung eines IND-Antrag für unsere erste Studie an Menschen zur Behandlung von Querschnittsgelähmten für 2007 ", schloss er.

Informationen zur Studie

Im Rahmen einer zweimonatigen Studie an sechzehn Ratten mit induzierter Rückenmarksischämie wurde neun Versuchstieren hSSCs 21 Tage nach Auftreten der Lähmung injiziert (zehn Injektionen, 30.000 Zellen pro Injektion). Als Kontrollgruppe fungierten sieben weitere Ratten, denen das Medium ohne Stammzellen injiziert wurde. Die Erholung der Motorik wurde in siebentägigen Abständen mittels einer allgemein anerkannten Bewegungsskala geprüft. Es fand sich eine fortschreitende Erholung der Lauffunktionen bei den hSSC-Tieren. Drei der neun Ratten, die hSSCs erhalten hatten, konnten nach sechs Wochen wieder laufen. Bei drei weiteren hatte sich das Bewegungsvermögen in allen Gelenken der unteren Extremität verbessert. Alle Tiere mit hSSCs-Transplantat erzielten signifikant bessere Motorikwerte im Vergleich zu Tieren der Kontrollgruppe. Die Tiere mit hSSC-Transplanat zeigten eine durchgehende Anwesenheit von transplantierten Zellen im Rückenmarksbereich.

In einer zusätzlichen Dreimonatsstudie zur Prüfung der Erholung der Motorik und der Spastik wurde dreizehn Ratten hSSCs implantiert (25-30 Injektionen, 10.000 Zellen pro Injektion). Den sechs Tieren der Kontrollgruppe wurde nur das Medium gespritzt. Sieben der Ratten mit Transplantat zeigten eine zeitabhängige Verbesserung der Motorik und konnten ihre unteren Extremitäten bewegen. Dies korrelierte direkt mit dem Grad der herabgesetzten Spastik (mittels motorisch evozierte Potenzialen (MEPs) gemessen), wobei diese Ratten allerdings nicht wieder laufen konnten. Die Forscher vermuten als Ursache für das unterschiedliche Ansprechen subtile Unterschiede z. B. bei der genauen Lokalisation des Transplantats. Weiterhin beobachteten sie, dass bei Studienende die Reifung der transplantierten Nervenzellen noch nicht abgeschlossen war, was sie vermuten liess, dass ein längerer Zeitraum nach der Transplantation (6-12 Monate) und physiotherapeutische Rehabilitationsmassnahmen wahrscheinlich mit einem höheren Mass an funktioneller Wiederherstellung verknüpft sein würden. Im Gegensatz zur Gruppe der Tiere mit Transplantat fanden sich keine Zeichen der Erholung bei Tieren, denen nur das Medium injiziert worden war.

Informationen zu Neuralstem

Die patentgeschützte Technologie von Neuralstem bietet zum ersten Mal die Möglichkeit, neuronale Stammzellen des Gehirns und der Wirbelsäule des Menschen in kommerziellen Mengen zu produzieren, und auch die Fähigkeit, die Differenzierung dieser Zellen zu reifen, physiologisch relevanten menschlichen Nerven- und Gliazellen zu kontrollieren. Das Unternehmen erwartet, dass sein erster IND (Investigational New Drug)-Antrag für die Behandlung der ischämischen spastischen Paraplegie gestellt werden wird. Dies ist einer Form der Paraplegie, die manchmal aus der operativen Versorgung eines Aortenaneurysmas resultiert und für die es keine wirksame Behandlung gibt. Das Unternehmen hofft, während des Kalenderjahrs 2007 seinen anfänglichen IND-Antrag bei der US-Aufsichtsbehörde FDA stellen und mit seinen ersten Prüfungen am Menschen beginnen zu können.

Zu den wichtigen Erkrankungen des Zentralnervensystems, die das Ziel der derzeit laufenden Forschungsprogramme des Unternehmens sind,
gehören: ischämische spastische Paraplegie, traumatische Rückenmarksverletzungen, ALS, und Morbus Parkinson. Die Zellen des Unternehmens verlängerten vor kurzem das Leben von Ratten mit ALS

(Lou-Gehrig-Krankheit) in einem in der Zeitschrift TRANSPLANTATION veröffentlichten Artikel, und wurden für weitere Arbeiten im Bereich der neurodegenerativen Rückenmarkserkrankungen für praktikabel erachtet. Das Unternehmen hat auch unsterblich gemachte menschliche Nervenstammzellen für den In-Vitro-Gebrauch bei der Arzneimittelentwicklung für die akademischen und pharmazeutischen Märkte entwickelt. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.neuralstem.com.

Diese Pressemitteilung enthält zukunftsorientierte Aussagen (forward-looking statements). Neuralstem möchte den Leser dieser Presseerklärung zu Vorsicht raten und darauf aufmerksam machen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den in den zukunftsorientierten Aussagen erörterten Ergebnissen abweichen und negativ beeinflusst werden könnten, unter anderem durch die Antworten der FDA und die Antworten von anderen Rechtssprechungen auf verschiedene Anträge bei den Aufsichtsbehörden; die Antworten der SEC auf verschiedene Registrierungsanträge; Veränderungen in der Unternehmensstrategie; die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kapitalbeschaffung; den Erfolg bzw. Misserfolg von anderen privaten und öffentlichen Organisationen und/oder akademischen und korporativen Institutionen, die im Bereich der Erforschung und Entwicklung von Stammzellen tätig sind, und durch den Markt für Stammzellforschung im Allgemeinen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den SB-2-Einreichungen des Unternehmens bei der Securities and Exchange Commission, sowie seinem 10-K für das am 31. Dezember 2006 geendete Jahr.

Richard Garr | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.neuroscience-ibro.com
http://www.neuralstem.com

Weitere Berichte zu: Motorik Paraplegie Ratte Rückenmarksischämie Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise