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Bundesländer beim eCommerce: Deutsche Online-Shopper kaufen 14 Mal pro Halbjahr.

17.04.2007
Deutliches Nord-Süd-Gefälle bei Luxusartikeln und KFZ. Der Osten ist am anspruchsvollsten.

Der Osten sucht im Internet gezielt nach Schnäppchen und achtet dabei besonders auf die Versandkosten und die Benutzerfreundlichkeit. Am häufigsten gekauft werden Bücher und Mode. Die Vorkasse-Zahlung spielt eine größere Rolle als im Westen, der dafür häufiger elektronisch zahlt. Der Süden kauft überdurchschnittlich Medikamente und KFZ im Netz, der Norden Reisen und Eintrittskarten/Tickets.

Das Kaufverhalten der deutschen Online-Shopper unterscheidet sich beim eCommerce deutlich, wie die aktuelle PayPal-Studie „eCommerce 2007“ zeigt. Für die Studie hat EuPD Research über 1000 Online-Nutzer und 500 Online-Händler befragt. Fazit: Nicht nur zwischen Osten und Westen, auch zwischen Norden und Süden lassen sich teils deutliche Abweichungen erkennen.

Die anspruchsvollsten Online-Shopper mit dem gleichzeitig größten Warenkorb kommen aus dem Osten der Republik. Besonders beliebte Artikel sind hier Mode (Ost: 64,9 Prozent, West: 50,7 Prozent) und Bücher (Ost: 64,2 Prozent, West: 59,0 Prozent). Höhere Anforderungen als im Westen werden dabei an die Benutzerfreundlichkeit (Ost: 94,6 Prozent: sehr wichtig/wichtig, West: 89,4 Prozent) gestellt. Vor allem die Versandkosten bewerten 97,3 Prozent der Ost- und 90,4 Prozent der Westdeutschen als (sehr) wichtig. Gerade bei kleineren Einkäufen fallen Portogebühren besonders ins Gewicht.

Mehr als 88 Prozent der befragten Bayern gaben an, dass sie Sicherheitsbedenken beim Bezahlen im Internet per Vorauskasse haben. Damit liegen die Süddeutschen im bundesweiten Vergleich deutlich an der Spitze. Vorsichtig sind auch die Ostdeutschen beim Online-Kauf. Ihnen ist aber eher die Angabe persönlicher Daten suspekt. Ein Nord-Süd-Gefälle wird dagegen bei den gekauften Artikeln sichtbar. Mit mehr als 15 Prozent führen die Süddeutschen die Einkaufsliste bei Kraftfahrzeugen an. Verglichen mit dem Norden sind das rund doppelt so viele Käufe.

Der Norden gibt sich dagegen ausgehfreudiger als der Rest der Republik. Über 36 Prozent der Befragten gaben hier an, dass sie vor allem Veranstaltungstickets und Eintrittskarten kauften. Das sind etwa 20 Prozent mehr als im Süden. Ähnlich weit vorne liegt der Norden auch bei online gekauften Reisen. Mit 25 Prozent sind die Norddeutschen in dieser Produktgruppe die Spitzenreiter.
Auch die Erwartungshaltungen an die Shopping-Portale unterliegen regionalen Schwankungen: Die anspruchsvollsten Online-Shopper mit dem gleichzeitig breitesten Warenkorb kommen aus dem Osten der Republik. Besonders beliebte Artikel sind hier Mode und Bücher. Dabei dürfen aber Benutzerfreundlichkeit, Warensortiment und Einkaufserlebnis für den Osten nicht zu kurz kommen.

Zwar kauft im Westen generell ein höherer Teil der Internetnutzer online ein, dafür sind im Osten die Power-Shopper – also jene Internet-Käufer mit mehr als 40 Einkäufen im letzten halben Jahr – deutlich stärker vertreten. Im Durchschnitt liegt die Einkaufshäufigkeit in Ost und West mit ca. 14 Einkäufen pro Halbjahr aber in etwa gleichauf. Der Westen hat also mit dem Osten gleichgezogen.

Baden-Württemberg ist zurückhaltend, vergleicht dafür sehr stark
Baden-Württemberg ist nach wie vor zurückhaltend beim Online-Kauf. Das Internet wird vor allem zum Preis- und Leistungsvergleich genutzt. Stärker als im Bundesdurchschnitt wird auf Suchmaschinen, eBay und Preisvergleichportale gesetzt. Nur 69,3 Prozent der südwestdeutschen Internetnutzer haben schon einmal online etwas gekauft – in NRW sind es immerhin 86,6 Prozent. Den Rückstand holen die Shopper aus dem „Ländle“ durch eine gesteigerte Kaufaktivität nach dem Produktvergleich wieder auf: Mehr als die Hälfte (50,5 Prozent) zählen zu den Heavy-Shoppern, die im letzten halben Jahr zehnmal und häufiger online eingekauft haben. Immerhin 11,7 Prozent sind Power-Shopper (mehr als 40 Einkäufe im letzten halben Jahr). 61,4 Prozent der Bayern und 53,8 Prozent der Shopper in NRW bezeichnen sich dagegen eher als Gelegenheitsshopper.

Die Bayern haben die höchsten Sicherheitsbedenken

Während man sich in NRW weniger Gedanken um die Sicherheit im Internet macht, haben die Süddeutschen, und hier insbesondere Bayern, bei der Bezahlung der Online-Käufe besondere Bedenken: 88,7 Prozent ist das Bezahlen per Vorauskasse im Internet zu unsicher, 70,5 Prozent haben darüber hinaus Bedenken, persönliche Daten für den Online-Einkauf preiszugeben. 61,4 Prozent der Bayern würden bei sichereren Bezahlverfahren gerne häufiger online kaufen.

Der Süden gibt sich im Netz prüde

Auch bei den Produktgruppen gibt es deutliche regionale Unterschiede. So führt NRW beim Kauf von Tickets / Eintrittskarten (48 Prozent) und Reisen (39,9 Prozent). In Baden-Württemberg werden dagegen vermehrt Elektroartikel (63,5 Prozent) und CDs (53,8 Prozent) gekauft. Insgesamt zeigt sich der Süden im Netz prüder: Im Gegensatz zu 8,6 Prozent der Rheinländer und Westfalen will keiner der Online-Shopper aus Bayern bzw. Baden-Württemberg bereits Erotikartikel im Netz gekauft haben.

Der Osten stellt höhere Anforderungen an eCommerce – Versandkosten stehen besonders im Fokus

Die Erwartungen an Online-Händler sind im Osten höher als im Westen. Dies trifft besonders zu auf: Versandkosten, Größe des Produktsortiments, Benutzerfreundliche Navigation, Bequemlichkeit, Einkaufserlebnis. Besonders aber bei den Versandkosten sind die Ostdeutschen sensibilisiert. 27,4 Prozent der Nichtshopper im Osten geben diese als Grund gegen den Online-Kauf an (West: 11,4 Prozent).

Der Osten kauft doppelt so oft vom Büro aus ein

12,6 Prozent der Ostdeutschen kaufen bevorzugt vom Arbeitsplatz aus im Internet ein, im Westen tun dies nur 5,6 Prozent. Vor allem Geschäftsführer (37,5 Prozent) und leitende Angestellte (27,5 Prozent) kaufen in der Mehrzahl der Fälle vom Büro aus ein. Von den Beamten tun dies nur 5,9 Prozent. 23,8 Prozent der ostdeutschen Shopper sind 10 Stunden und mehr pro Woche beruflich online. Im Westen sind es nur 14,8 Prozent. Beim privaten Internetgebrauch gibt es dagegen kaum Unterschiede.

Der Osten hat den größeren Warenkorb – Bücher und Mode besonders gefragt
Die Westdeutschen sind beim Online-Shopping auf wenige Produktgruppen fixiert, der Ostdeutsche dagegen kauft eine deutlich breitere Palette an Produkten online. Nur bei Reisen und KFZ liegt der Westen leicht vorne, in allen anderen Produkt-Kategorien führen die Ostdeutschen. Dies trifft vor allem auf Mode (Ost: 64,9 Prozent/ West: 50,7 Prozent) und Bücher (Ost: 64,2 Prozent/ West: 59,0 Prozent) zu.

Der Westen bezahlt im Netz anders

Deutliche Unterschiede zwischen West und Ost lassen sich auch beim Thema Bezahlen erkennen. Die Ostdeutschen sind im Internet vorsichtiger, etwa wenn es darum geht, persönliche Daten im Netz anzugeben. Bei den Bezahlverfahren wird mehr Wert auf Sicherheit gelegt – auch wenn die Vorauskasse per Überweisung im Osten stärker zum Einsatz kommt. Kreditkarte, PayPal und Treuhandservices werden dafür im Westen deutlich häufiger eingesetzt.

Süddeutsche unentschlossener: Sie surfen länger, kaufen aber seltener
Während der Süden sich mehr Zeit lässt, deutlich länger im Netz surft (18,2 Prozent nutzen das Internet privat zwischen 10 und 20 Stunden pro Woche), kauft dafür mit 86,3 Prozent ein deutlich höherer Teil der Norddeutschen online. Einigkeit herrscht dagegen bei der Kostenfrage. Sowohl im Norden (68,3 Prozent) als auch im Süden (61,5 Prozent) sind günstige Preise das wichtigste Kriterium für einen Online-Einkauf.

Im Norden sind neben den Preisen die Bekanntheit des Shops und das Layout wichtiger

Neben den guten Preisen sind für den Norden die Bekanntheit eines Online-Shops (22,2 Prozent, „sehr wichtig“) und ein ansprechendes Layout (15,9 Prozent, „sehr wichtig“) der Internetseiten deutlich wichtiger als für den Süden (Bekanntheit: 16,7 Prozent, „sehr wichtig“ / Layout: 6,3 Prozent, „sehr wichtig“) der Republik.

Süden kauft verstärkt Medikamente, Schmuck und Autos

Mit 16,7 Prozent liegt der Süden beim Kauf von Medikamenten deutlich vor dem Norden (9,5 Prozent). Auch die Kaufgewohnheiten bei Luxusartikeln wie Uhren und Schmuck fallen unterschiedlich aus. Im Süden gaben 18,7 Prozent der Befragten an, online bereits derartige Accessoires gekauft zu haben, während im Norden nur 14,3 Prozent online Schmuck einkaufen. Noch deutlicher wird das Nord-Süd-Gefälle beim Online-Kauf von KFZ-Produkten: 15,6 Prozent der süddeutschen Online-Shopper aber nur 7,9 Prozent der Norddeutschen haben hier schon einmal zugeschlagen.

Norden kauft verstärkt Reisen, Eintrittskarten und Finanzdienstleistungen
Während der Süden besonders bei Luxusartikeln und KFZ punktet, nutzt der Norden das Internet stärker für die Urlaubsplanung. Mit 25,4 Prozent liegen die Norddeutschen in dieser Produktgruppe klar vor den Süddeutschen mit 13,5 Prozent. Sehr viel deutlicher werden die unterschiedlichen Kaufgewohnheiten bei Produk-ten wie Eintrittskarten (Nord: 36,5 Prozent, Süd: 16,7 Prozent) oder Finanzdienstleistungen (Nord: 6,4 Prozent, Süd: 3,1 Prozent). Beim Download von kostenpflichtigen Filmen, Musik und Software liegen Norden (12,7 Prozent) und Süden (14,6 Prozent) dagegen fast gleich auf.

eCommerce genießt im Norden größeres Vertrauen

Deutliche Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden werden auch beim subjektiven Sicherheitsempfinden gegenüber der Bezahlweise sichtbar. Im Norden vertraut man stärker auf moderne Online-Zahlverfahren. Und auch die Vorauskasse kommt hier häufiger zum Einsatz (Nord: 77,8 Prozent / Süd: 68,8 Prozent). Bei der Angabe von persönlichen Daten haben im Süden (37,5 Prozent) deutlich mehr Nutzer Sicherheitsbedenken als im Norden (25,4 Prozent).

| EuPD Research
Weitere Informationen:
http://www.eupd-research.com

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