Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stabile Persönlichkeiten bleiben von Killerspielen unbeeinflusst

04.04.2007
Prekäre Familienverhältnisse und labile Kinder anfällig

Gewalttätige Videospiele erhöhen nicht das Gewaltpotenzial von Kindern mit einer stabilen Persönlichkeit. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Psychologen, die im Fachjournal Psychology, Crime & Law erschien, zeigen, dass nur emotional labile Kinder sich in ihrem Verhalten von Gewaltspielen beeinflussen lassen, Kinder mit einer stabilen Persönlichkeit hingegen nicht. Die Psychologen haben bei dieser Studie die bisher widersprüchlichen Forschungsergebnisse berücksichtigt, um auf die Frage, ob Gewalttätigkeit im echten Leben mit dem Konsum von Gewaltspielen korreliert oder nicht, eine Antwort zu finden (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061219033 ).

Die meisten wissenschaftlichen Studien kommen entweder zu dem Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gewaltspielen und Gewalt im echten Leben gibt, oder nicht. Ein kleiner Teil der Studien kommt sogr zu dem Ergebnis, dass Gewaltspiele Aggressionen senken. Die Psychologen der aktuellen Studie gehen davon aus, dass alle drei Ergebnisse drei verschiedene Reaktionen auf Videospiele darstellen. Die Ursache für die widersprüchlichen Studienergebnisse sei darauf zurückzuführen, dass die Wissenschaftler die Ergebnisse mit Gewalt in eine duale Klassifikation zu pressen versuchen.

An der Untersuchung nahmen 125 Kinder, 110 Jungen und 15 Mädchen, die ein Durchschnittsalter von 14,6 Jahren aufwiesen, teil. Alle waren mit dem Egoshooter-Spiel Quake II vertraut, dass für die Studie herangezogen wurde. Bevor sich die Kinder für 20 Minuten mit dem Videospiel beschäftigen konnten, wurden Persönlichkeitsprofile erstellt und der Wut-Level der Kinder ermittelt. Bei der Auswertung kristallisierten sich drei Gruppen heraus. Der Wut-Level von 77 Kindern blieb nach dem Spielen unverändert. Das Wutpotenzial von 22 Kindern verdoppelte sich nahezu. Bei acht Kindern war der Wut-Level vor dem Spiel bereits so hoch wie bei den 22 Kindern, die nach dem Spielen einen hohen Level anzeigten. Bei diesen acht Kindern sank der Wut-Level nach dem Spielen ab.

Kai-Uwe Weidlich, Geschäftsführer des Medien-Institutes Ludwigshafen, betont, dass intakte Familienverhältnisse und stabile Persönlichkeiten das Gefahrenpotenzial deutlich mindern. Die Verbotsdiskussion in Deutschland hält Weidlich für unverantwortlich. "Die daraus resultierende Angst und Unsicherheit verstellen den Blick auf die eigentlichen Ursachen für Gewalt von Jugendlichen", so der Psychologe. Die von der CSU losgetretene Verbotsdiskussion hat die EU-Kommission immerhin dazu bewogen, strengere Kontrollen beim Kauf von Gewaltspielen durchzusetzen. Dabei sollen Verkäufer Ausweiskontrollen durchführen (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070115032 ).

Linda Osusky | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=061219033

Weitere Berichte zu: Gewaltspiel Persönlichkeit Psychologe Videospiel Wut-Level

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften