Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spätaussiedler sind von Arbeitslosigkeit besonders stark betroffen

02.04.2007
Spätaussiedler haben mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 30 Prozent das dreifache Arbeitslosigkeitsrisiko im Vergleich zu den hier aufgewachsenen Deutschen, zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Sie sind damit sogar deutlich schlechter als Ausländer in den Arbeitsmarkt integriert. Deren Arbeitslosenquote liegt bei 20 Prozent.
Das IAB sieht "erhebliche Probleme bei der Arbeitsmarktintegration von Spätaussiedlern". Gut drei Viertel der Deutschen, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Spätaussiedler sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Spätaussiedler sind überdies deutlich schlechter qualifiziert als Einheimische: 36 Prozent der Spätaussiedler haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei den hier aufgewachsenen Deutschen gilt dies für knapp 14 Prozent.
Auch bei der beruflichen Stellung bestehen große Ungleichheiten zwischen Spätaussiedlern und Deutschen. Rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Spätaussiedler sind als an- oder ungelernte Arbeiter tätig, weniger als 20 Prozent als Facharbeiter oder Meister und nur zwölf Prozent als Angestellte. Ganz anders liegen die Dinge bei den deutschen Beschäftigten: Mehr als 50 Prozent der Deutschen arbeiten als Angestellte, rund 25 Prozent als Facharbeiter oder Meister und weniger als 18 Prozent als Nicht-Facharbeiter.

Ein Blick auf die Berufe der Spätaussiedler, die als Angestellte arbeiten, ergibt ein sehr heterogenes Bild: Neben Helferberufen im Gesundheitswesen finden sich auch prestigeträchtige Berufe wie Arzt, Techniker oder Ingenieur, was aber wegen der insgesamt geringen Zahl kaum ins Gewicht fällt.

Spätaussiedler mit Hochschulabschlüssen sind besonders häufig arbeitslos

Im Allgemeinen verbessert ein höherer Bildungsabschluss sowohl bei hier aufgewachsenen Deutschen als auch bei Ausländern die Erwerbschancen deutlich. Dies gilt aber nicht für die Spätaussiedler. Dort sind die Hochschulabsolventen nicht nur häufiger als die Facharbeiter arbeitslos, sie sind sogar stärker als die Ungelernten von Arbeitslosigkeit betroffen. "Spätaussiedler, die über hohe Bildungsabschlüsse aus ihren Heimatländern verfügen, können diese offenbar trotz formaler Anerkennung durch die Kultusministerien schlecht auf dem deutschen Arbeitsmarkt verwerten", schreiben die Autoren der Studie. Zudem würden mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache bei der Besetzung qualifizierter Tätigkeiten stärker ins Gewicht fallen als bei einfachen Tätigkeiten.

Mit der "Integrierten Erwerbsbiographie" des IAB ist es erstmals möglich, Spätaussiedler - auch die mit deutscher Staatsbürgerschaft - zu identifizieren und ihre Situation mit der der Deutschen und Ausländer zu vergleichen. Der Datensatz erfasst alle zivilen Erwerbspersonen mit Ausnahme von Beamten und Selbstständigen.

Die IAB-Studie kann unter http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb0807.pdf abgerufen werden.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news202757

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie