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Lärm aktiviert Gehirn für besseres Sprachverständnis

15.03.2007
Wissenschaftler hoffen auf Verbesserung für Menschen mit CI

Britische Wissenschaftler haben den Mechanismus entdeckt, mit dem das Gehirn auch bei lauten Hintergrundgeräuschen - etwa in Diskotheken oder in großen Menschenmengen - Sprache sinnvoll verarbeitet. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience" berichten, arbeiten in solchen Situationen verschiedene Regionen des Gehirns zusammen und versuchen diejenigen Geräusche aus der Umgebung herauszufiltern, die in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden können. Auf Grundlage dieser Studie wollen die Wissenschaftler die Bedingungen für Menschen, die auf Cochlear Implantat (CI) - eine Art technischer Hörprothese - angewiesen sind, verbessern.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler das Gehirn mit Hilfe der Magnetresonanztomografie. In normalen Situationen sind nur der rechte und linke Schläfenlappen an der Identifizierung von Geräuschen beteiligt. Wird die Hörleistung allerdings durch Hintergrundgeräusche reduziert, werden auch noch andere Gehirnregionen aktiviert, wie die Forscher nachweisen konnten. Eine dieser speziellen Bereiche ist der Gyrus angularis, wo Scheitel-, Schläfen und Hinterhautlappen aufeinander treffen. Der Gyrus angularis gehört zu den Assoziationsarealen in der Großhirnrinde.

"Wenn in einer lauten Umgebung die Geräusche in irgendeiner Form vorhersehbar sind, werden offensichtlich zusätzliche Bereiche des Gehirns aktiviert", sagt Jonas Obleser vom Institute of Cognitive Neuroscience. "Wir glauben, dass das Gehirn die Sätze in einem Kurzzeitgedächtnis speichert. Dort werden so langer verschiedene Interpretationen durchgespielt, bis ein sinnvoller Zusammenhang entsteht."

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Die Wissenschaftler hoffen nun, dass ihre neuen Ergebnisse dazu beitragen, das Hörerlebnis für Menschen mit CI zu erleichtern. "Mit einem CI werden die Hörnerven von Patienten elektronische stimuliert", sagt Carmen Kronewettleitner von MED-EL gegenüber pressetext. Es ersetzt damit die natürliche Reizübertragung der Sinneszellen. "Menschen mit CI können Sprache verstehen und aktiv mit anderen Menschen kommunizieren", sagt die Expertin. In geräuschvoller Umgebung sei die Leistung der Geräte allerdings stark eingeschränkt. Die britischen Wissenschaftler wollten mit ihrer Studie die Erfahrungen von Menschen mit CI simulieren.

Christoph Marty | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jneurosci.org/
http://www.medel.com/

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