Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stress tötet Gehirnzellen

14.03.2007
Verlust von Zellen mögliche Ursache für Depressionen

Ein einziger stressreicher Vorfall kann ausreichen, um neue Nervenzellen im Gehirn absterben zu lassen. Wissenschaftler der Rosalind Franklin University gehen davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse neue Einblicke in das Entstehen von Depressionen ermöglichen können. In Tests mit Ratten wurde nachgewiesen, dass der Zellverlust im Hippokampus stattfindet, einem Bereich des Gehirns, der für die Verarbeitung des Gelernten, das Gedächtnis und die Gefühle zuständig ist. Details der Studie wurden im Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Die Forscher haben bewiesen, dass bei jungen Ratten der Stress einer Begegnung mit älteren aggressiven Ratten, die Entstehung neuer Nervenzellen im Gehirn nicht stoppte. Verhindert wurde jedoch, dass die Zellen überlebten. Damit verblieben weniger neue Neuronen für die Verarbeitung von Gefühlen und Emotionen. Der Hippokampus ist eine von zwei Gehirnregionen, die bei Ratten und Menschen lebenslang neue Nervenzellen bilden. Das Team nimmt an, dass der Verlust von Zellen eine mögliche Ursache für Depressionen sein könnte. Die Forschungsergebnisse machen auch Hoffnung auf neue Behandlungsansätze, die verhindern, dass akuter Stress zu Stimmungsproblemen führt.

Es zeigte sich, dass die Zellen nicht sofort nach einem stressreichen Ereignis abstarben, sondern mit einer Verzögerung von 24 Stunden oder mehr. Prinzipiell, argumentieren die Wissenschafter, sollte es möglich sein in diesem Zeitraum einzugreifen und so einen Zellverlust zu verhindern. Die Forscher setzten die jungen Ratten einzeln 20 Minuten lang mit älteren Tieren in einen Käfig. Die älteren Ratten bedrohten die Eindringlinge rasch und bissen sie in vielen Fällen. Die jungen Versuchstiere verfügten bei den Stresshormonen über Werte, die sechs Mal so hoch waren wie bei Ratten, die nicht mit älteren Tieren eingesperrt waren.

Die mikroskopische Analyse des Gehirngewebes ergab, dass die Fähigkeit neue Zellen zu bilden nicht eingeschränkt wurde. Damit schien eine Theorie widerlegt zu sein, wonach Stresshormone die Bildung neuer Zellen verhindern. Eine Woche später hatte nur ein Drittel der neuen Zellen überlebt. Das langfristige Überleben dieser Zellen war ebenfalls beeinträchtigt. Für einen anderen Teil der Studie markierten die Forscher im Hippokampus neu gebildete Zellen und setzten die Ratten eine Woche später Stress aus. Am Ende des Monats fanden sie ein Drittel weniger voll entwickelte Nervenzellen. Der leitende Wissenschaftler Daniel Peterson erklärte laut BBC, dass in einem nächsten Schritt zu erforschen sei, wie der Stress das Überleben der Zellen beeinträchtigt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rosalindfranklin.edu
http://www.jneurosci.org

Weitere Berichte zu: Depression Hippokampus Nervenzelle Stress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie