Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall-Screenings vermeiden plötzlichen Kindstod

14.03.2007
Experten fordern Einführung von Reihenuntersuchungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fordert Ultraschall-Reihenuntersuchungen bei Säuglingen, um Risikokinder eines plötzlichen Kindstods frühzeitig zu erkennen. Eine Ursache für den plötzlichen Kindstod ist ein schlechter Blutfluss zum Gehirn, wie Bamberger Wissenschaftler in einer Studie mit mehr als 14.000 Neugeborenen nachgewiesen haben. "Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung können wir Risikokinder sicher erkennen und damit einen plötzlichen Kindstod wahrscheinlich vermeiden", sagt Projektleiter Professor Karl-Heinz Deeg von der Klinik für Kinder und Jugendliche der Sozialstiftung des Klinikums Bamberg im Gespräch mit pressetext.

In den Industrieländern sterben im ersten Lebensjahr etwa ein bis zwei von 2000 Kindern am plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome SIDS). Von den 14.300 Bamberger Babys, die im Rahmen der Studie mit Ultraschall untersucht worden waren, starb dagegen nur ein Kind an SIDS. "Wir sind uns deshalb sicher, eine Ursache für den plötzlichen Kindstod gefunden zu haben", sagt Deeg. Ultraschall-Reihenuntersuchungen bei Babys seien deshalb generell wünschenswert. "Diese Screenings sind in erster Linie eine Kostenfrage", so Deeg. "Wir sollten den Wert einer solchen Investition hinterfragen, wenn dadurch das Leben vieler Babys gerettet werden kann." Um eine schlechte Durchblutung des Hirnstamms zu vermeiden, sollten Eltern ihr Baby in einem Schlafsack schlafen lassen, weil sich die Kinder darin nicht so leicht umdrehen können. Außerdem sollten Mütter während der Schwangerschaft und der Stillperiode auf das Rauchen verzichten, weil dies das SIDS-Risiko generell erhöhe.

An der Bamberger Klinik haben Eltern seit 1998 die Möglichkeit, ihr Kind nach der Geburt mit einer speziellen Ultraschallmethode - der Dopplersonographie - untersuchen zu lassen. Mit dem Test wird der Blutfluss in einer Schlagader untersucht, die den Hirnstamm - Sitz des Atmen- und Kreislaufzentrums - mit Blut versorgt. Dabei wird der Säugling in fünf verschiedenen Liegepositionen untersucht. Das Ergebnis: Bei 0,3 Prozent der Babys fließt das Blut nur sehr langsam - verursacht durch ein seitliches Drehen des Kopfes in Bauchlage. Bei ihnen wird der Hirnstamm nicht mehr ausreichend durchblutet, da durch die Liegeposition ein Blutgefäß zusammengedrückt wird, das von der Wirbelsäule zum Gehirn führt. Im schlimmsten Fall können diese Kinder einen plötzlichen Kindstod sterben.

Christoph Marty | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.degum.de
http://www.klinikum.bamberg.de/

Weitere Berichte zu: Hirnstamm Kindstod Risikokinder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik

Neue Perspektiven durch gespiegelte Systeme

05.12.2016 | Physik Astronomie

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie