Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

D-Mark-Nostalgie: Euro-Skepsis hält weiter an

06.03.2007
Junge Generation denkt und rechnet mittlerweile in Euro

Der Euro als Gemeinschaftswährung bleibt in der Beliebtheit der Deutschen auch fünf Jahre nach seiner Einführung weiterhin umstritten. Zu diesem Ergebnis kommt das Allensbacher Institut für Demoskopie (IfD Allensbach) in seiner jüngsten Studie, zu der im gesamten Bundesgebiet insgesamt 1.851 Personen ab 16 Jahren befragt worden sind. Die Zahl derjenigen, die dem Euro noch immer kein Vertrauen schenken und in "D-Mark-Nostalgie" verfallen, schwankt seit Jahren um 30 Prozent und hat sich derzeit auf 31 Prozent eingependelt. Dennoch sagen zurzeit 57 Prozent, dass sie wenig oder gar kein Vertrauen in den Euro setzen.

Obwohl sich die ersten Wochen nach der Euro-Einführung 2002 positiv gestalteten, verschlechterte sich das Meinungsklima bis dato zusehends. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) bleibt beharrlich, wenn es darum geht, die D-Mark lieber als den Euro im Portemonnaie zu haben. Interessant ist, dass sich die Anzahl jener, die seit 2002 (54 Prozent) derart nostalgisch an die alte D-Mark-Währung zurückdenken, bis heute konstant hält. "Die vorhandene ,D-Mark-Nostalgie' hat auf Deutschland bezogen, nicht primär etwas mit einer generellen Abneigung gegenüber der Europäischen Union als internationale Staatengemeinschaft zu tun", erläutert Edgar Piel, IfD Allensbach-Sprecher.

Der Experte verweist auf die vor allem in der Nachkriegszeit bestehende und sich bis zur Euro-Umstellung lang anhaltende "Aura" der D-Mark. "Die damalige Währung der Bundesrepublik war speziell 1954 mehr nur als ein Zahlungsmittel und eher ein Nationalsymbol", so Piel. Mit dem WM-Sieg gegen Ungarn sowie dem anhaltenden Wirtschaftserfolg etablierte sich letztlich eine "harte Währung". Bei der persönlichen Preiseinschätzung von Konsumprodukten und/oder Waren verschafft sich ein Großteil der Deutschen mit der Umrechnung der Euro- in D-Mark-Beträge Klarheit. Laut der Studie wird das Umrechnen mit der Zeit jedoch allmählich weniger. Machten dies anfangs fast alle Befragten (88 Prozent), so sind es heute "nur" mehr 62 Prozent. "Erfreulich ist, dass nunmehr fast jeder Dritte (32 Prozent) unmittelbar in Euro denkt und umrechnet", so Piel.

Der Experte zeigt sich optimistisch, dass der Euro als akzeptierte Währung über kurz oder lang bei den Deutschen ankommen wird. Besonders das Alter spiele hierbei eine zentrale Rolle. Bei den Jüngeren unter dreißig ist laut der Studie verstärkt zu beobachten, dass diese mehr Vertrauen in den Euro haben (44 Prozent) als der Durchschnitt der Bevölkerung (31 Prozent). Folglich gewöhnen sich jüngere Menschen sowie Generationen, die zukünftig mit dem Euro aufwachsen. Momentan denken und rechnen mehrheitlich (59 Prozent) in Euro, währenddessen nur eine Minderheit von ihnen (39 Prozent) noch Anzeichen von "D-Mark-Nostalgie" zeigt.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ifd.allensbach.de

Weitere Berichte zu: D-Mark D-Mark-Nostalgie Euro-Skepsis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie