Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Influenza-Pandemie-Impfstoff

05.03.2007
Neue Studien belegen breiten Schutz des präpandemischen Influenza-Impfstoffs gegen verschiedene H5N1-Stämme

Die Daten zweier neuer Studien zeigen zum ersten Mal, dass der präpandemische H5N1-Kandidatimpfstoff von GlaxoSmithKline (GSK) eine umfangreiche Kreuz-Immunität gegen verschiedene Varianten des H5N1-Stammes aufbaut. Der Impfstoff ist mit einem neuen Adjuvanssystem angereichert, das das Immunsystem unterstützt und dadurch die Produktion größerer Mengen an Impfstoff erlaubt.

Die Furcht vor einer Pandemie wurde durch das alarmierende Ausbreiten der Vogelgrippeviren des H5N1-Subtyps in Vogelpopulationen auf der gesamten Welt verstärkt. Die größte Besorgnis besteht darin, dass sich das Virus in einen Stamm verändern könnte, der leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Das könnte zu einer Pandemie führen und den Tod von Millionen Menschen weltweit auslösen. Es bestehen zwei große Herausforderungen im Falle einer Pandemie: 1. Große Mengen von Impfstoff müssen produziert werden. 2. Die exakte Zusammensetzung des Stammes, der eine Grippe-Pandemie auslösen könnte, kann nicht genau vorhergesagt werden. Viele Experten glauben jedoch, dass der Vogelgrippestamm H5N1, der sich derzeit in vielen Vogelarten der Welt ausbreitet, der wahrscheinlichste Kandidat für eine Pandemie ist.

Die Daten zweier Studien zeigen, dass GlaxoSmithKline auf dem besten Wege ist, mit seinem Präpandemie-Impfstoff diese Herausforderungen zu meistern: durch ein völlig neues Adjuvanssystem. Adjuvantien sind Bestandteile eines Impfstoffs, die die Immunantwort stärker, anhaltender und effektiver machen. Durch das neue Adjuvanssystem des präpandemischen Impfstoffs von GlaxoSmithKline wird

- die Immunantwort verstärkt,

- eine Immunantwort gegen weitere Varianten des Virus hervorgerufen und

- die Menge der Antigene reduziert, die im Impfstoff notwendig sind, um eine wirksame Immunantwort hervorzurufen - damit können mehr Impfstoffdosen produziert werden.

Schutz gegen verschiedenen Virusvarianten

Daten der ersten Studie, die auf dem neunten International Symposium on Respiratory Viral Infections (ISRVI) vorgestellt wurden, zeigen, dass der präpandemische Impfstoff von GSK, der eine geringe Antigen-Dosis des Vogelgrippevirusstammes Vietnam-H5N1 enthält, auch eine starke Immunantwort gegen den Indonesien-Stamm des Virus auslöst. Die Immunantwort am 42. Tag war 25-mal höher, wenn der Impfstoff ein Adjuvanssystem enthielt - im Vergleich zur Kontrollgruppe, die mit einem Impfstoff geimpft wurde, der nicht mit diesem Adjuvanssystem angereichert wurde. Die Zunahme an Antikörpern um ein Vierfaches wurde als ausreichende Immunantwort definiert. 77,1 % der geimpften Personen zeigten eine ausreichende Immunantwort gegen die andere Virusvariante im Vergleich zu unter 3 % aus der Kontrollgruppe.

Impfstoffproduktions-Kapazität kann mehr als verzehnfacht werden Das von GSK patentierte Adjuvanssystem zeigt auch eine Antigen-sparende Wirkung: eine stark immunisierende Wirkung konnte bereits bei zwei Dosen mit 3,8 µg Virus-Antigen, die mit drei Wochen Abstand verimpft wurden, festgestellt werden. Das bedeutet, dass die Impfstoffproduktions-Kapazität mehr als verzehnfacht werden könnte, wenn man das Adjuvanssystem hinzufügt. Es konnte gezeigt werden, dass der Impfstoff ein akzeptables Sicherheitsprofil im Vergleich zur Kontrollgruppe aufweist. Wie erwartet war die Reaktogenität (Schmerzen an der Einstichstelle) in der Gruppe, die den Impfstoff mit Adjuvanssystem erhielt, etwas höher als in der Kontrollgruppe.

Die zweite Studie zeigte mit Infektionsversuchen im Tiermodell, dass der mit Adjuvanssystem angereicherte präpandemische Impfstoff gegen zwei unterschiedliche H5N1-Grippestämme schützt - wieder bei sehr niedrigen Antigenmengen. Die Studie zeigt, dass der mit Adjuvanssystem angereicherte Impfstoff, der den Vietnam-H5N1-Stamm enthält, nicht nur vor dem Vietnam-Stamm schützt, sondern auch zu 96 % (22/23) vor der H5N1-Drift-Variante aus Indonesien. Das bedeutet, dass die präpandemische Impfung eine Strategie ist, die in den Pandemievorbereitungs-Plänen enthalten sein sollte.

Jean Stéphenne, Präsident von GlaxoSmithKline Biologicals (GSK-Impfstoffabteilung) dazu: "Die Daten bestätigen, dass unser präpandemischer Influenza-Impfstoff in der Lage ist, einen H5N1-Stamm zu bekämpfen, der nicht mit dem im Impfstoff enthaltenen Stamm identisch ist. Das bedeutet, dass die aktive Verabreichung unseres präpandemischen Impfstoffs vor oder kurz nach Ausbruch einer Pandemie die Ausbreitung der Erkrankung erheblich verlangsamen kann.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline - eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen - engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Anke Helten | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.gsk.com

Weitere Berichte zu: Adjuvanssystem Immunantwort Impfstoff Pandemie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie