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Delphi-Studie der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen

25.02.2002


Schule im Jahr 2010: Ersetzen Laptops das Schulbuch? Wird der Lehrer zum Online-Tutor? Nur wer sich Gedanken über die Zukunft macht, kann sie aktiv mitgestalten. Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen stellt daher eine Delphi-Studie zur zukünftigen Entwicklung von Lehr- und Lernmedien vor. In einer Expertenbefragung wurde der Beitrag neuer Medien zur Schulentwicklung und zur Steigerung der Bildungsqualität erforscht. Für abschließende Prognosen lädt die Cornelsen Stiftung 100 Experten heute zu einem Symposium an die Universität Bielefeld ein. Ziel der Delphi-Studie ist, grundlegende Entwicklungstrends zu ermitteln, um sich auf mögliche Szenarien vorzubereiten und weiteren Forschungsbedarf zu definieren.

"Was lernen Schüler künftig wo und mit welchen Medien?" war die zentrale Frage, die das Forscherteam um Hochschulprofessoren von sechs Universitäten Experten aus Forschung, Wissenschaft und Schulpraxis stellte. Die Befragung umfasst die zentralen Bildungsbereiche: Art und Nutzung künftiger Bildungsmedien, Veränderungen des Lernortes Schule, Wandel der Lernprozesse und Kompetenzförderung im Umgang mit neuen Medien.

Alle Experten erwarten eine deutliche Zunahme neuer Medien im Unterricht, ob CD-ROM, DVD, Internet oder schulinternes Intranet, gehen aber von einem wachsenden Medienmix aus. Dabei ist über die Hälfte der Befragten davon überzeugt, dass das klassische Schulbuch weiterhin hohe Bedeutung behalten wird. Zentrale Veränderung wird die Lernkultur erfahren. Mit mehr eigenverantwortlichem Lernen wird eine zunehmende Vermittlung von Lernmethoden erforderlich. Zu erwarten ist außerdem ein stärkerer Einfluss der Schüler auf die Unterrichtsinhalte und eine verstärkte Einbeziehung außerschulischer Lernorte. Allerdings sehen die Experten hierbei einen hohen Fortbildungsbedarf bei Lehrerinnen und Lehrern und eine notwendige Verankerung der neuen Medien in den Lehrplänen. Sie verweisen auf zahlreiche Schwierigkeiten bei der Veränderung der schulischen Lernprozesse und äußern sich pessimistisch in Hinblick auf Entwicklungstempo und die Bereitstellung öffentlicher Mittel.

Für die Studie wurden von Januar 1999 bis Dezember 2001 nach der Delphi-Methode drei Befragungen durchgeführt. Kennzeichen dieses Verfahrens ist, dass den Befragten anonym die Einschätzung anderer Experten vorgelegt wird, so dass jeder seine Meinung vergleichen und überdenken kann. Die außergewöhnlich hohe Rückmeldequote von 70 % bis zur dritten Befragungsrunde bezeugt das besondere Forschungsinteresse beim Einsatz neuer Medien in der Bildung.

Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen ist eine gemeinnützige Stiftung, die seit 1978 wissenschaftliche Vorhaben zur Verbesserung des Bildungswesens fördert. Mit jährlich 150.000 EURO fördert sie die Entwicklung curricularer Inhalte und deren Umsetzung im Unterricht und in der Lehrerfortbildung. Neben der Delphi-Studie vergibt sie u.a. Förderpreise für innovativen Unterricht.

Irina Pächnatz | ots

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