Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jede vierte US-Amerikanerin trägt Papilloma-Viren

01.03.2007
Impfpflicht entzweit Experten

Jede vierte US-Amerikanerin zwischen 14 und 59 Jahren ist nach einer Untersuchung des Centers for Diseases Control and Prevention CDC in Atlanta mit dem humanen Papillomavirus HPV infiziert. Das Virus zählt zu den typischen sexuell übertragbaren Erkrankungen und kann zu Genitalwarzen aber auch zu Gebärmutterhalskrebs führen. In der Studie berichten die Forscher auch, dass ein Viertel der Teenager und 50 Prozent der 20-Jährigen das Virus in sich tragen.

Mediziner sehen in der Untersuchung die Bestätigung, dass HPV-Infektionen häufig auftreten und es eine dringende Notwendigkeit gebe, vor allem jüngere Frauen dagegen impfen zu lassen. Andere Experten hingegen erklären, dass die Impfung nicht generell zu empfehlen sei, da das Vakzin nur vor einer kleinen Gruppe der mittlerweile 150 bekannten DNA-Viren schützt. Das Forscherteam um Eileen Dunne vom CDC hatte Proben von rund 2.000 Frauen im Alter von 14 bis 59 Jahren untersucht. Etwa 27 Prozent der Frauen testeten positiv auf HPV. Das entspreche einer Gesamtzahl von rund 25 Mio. Amerikanerinnen, schließen die Mediziner. Mehr als zwei Prozent testeten positiv auf die so genannten "High Risk-Typen" HPV16 und HPV18 oder sogar beide Stämme. Diese Hoch-Risiko-Stämme konnten Wissenschaftler bei 99 Prozent der Frauen, die an einem Gebärmutterhalskrebs leiden, feststellen.

Zahlen wie diese wundern aber auch heimische Mediziner nicht. "Es ist richtig, dass ein Großteil der Bevölkerung diese Viren in sich trägt", bestätigt der Gynäkologe Leo Auerbach vom AKH-Wien im pressetext-Interview. Es komme allerdings nicht notwendigerweise zu einer Erkrankung. Nach einer Infektion können Papilloma-Viren oft jahrelang inaktiv bleiben. "Eine Impfung gegen HPV wäre in erster Linie als Prophylaxe sinnvoll - also vor dem ersten Geschlechtsverkehr", so der Mediziner. Die Infektion erfolge hauptsächlich über Hautkontakt, bei bestimmten Virentypen primär durch ungeschützten Sexualverkehr. Die HPV-Infektion ist daher eine der häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen, oft jedoch bleibt die Ansteckung unbemerkt. In vorhergehenden Untersuchungen konnten Forscher beweisen, dass Kondome am effektivsten vor HPV schützen können. Das sei nicht überraschend, meint Auerbach.

"Der Körper kann mit den meisten HPV-Infektionen gut umgehen", argumentiert Dawn Richardson, Präsident der Parents Requesting Open Vaccine Education in Austin/Texas. Das gelte auch für die Hochrisiko-Stämme HPV16 und 18. Die Elterngruppe hatte erst kürzlich zu einer Demonstration gegen die verpflichtende Impfung von Schulmädchen zwischen elf und zwölf Jahren aufgerufen. Die Tatsache, dass der Impfstoff Gardasil nur gegen zwei Subtypen wirke, bedeute, dass die Mädchen trotz der Impfung immer noch gefährdet sind, sich mit anderen HPV-Stämmen, die ebenfalls zur Krebserkrankung führen, zu infizieren.

pressetext.austria | Wolfgang Weitlaner
Weitere Informationen:
http://www.cdc.gov
http://www.meduniwien.ac.at
http://www.vaccineinfo.net

Weitere Berichte zu: HPV HPV-Infektion Impfung Infektion Papilloma-Viren Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie