Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Studie ermittelt wachsende Bedeutung von Kundenkarten

28.02.2007
Unternehmen möchten enger an den Kunden rücken.
Marketingprofessor Dr. Jens Böcker von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg analysiert die Anforderungen an Kundenkarten aus Unternehmenssicht.

Unternehmen, die bereits ein eigenes Kartensystem einsetzen, bestätigen ganz klar dessen positiven Nutzen. Grundvoraussetzung für den Einsatz von Kundenkartensystemen ist es dabei, dem Endkunden einen spürbaren Vorteil zu vermitteln.

Marketingprofessor Dr. Jens Böcker von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg analysiert in einer aktuellen Studie die Anforderungen an Kundenkarten aus Unternehmenssicht. Die Studie basiert auf einer Befragung von Managern aus den Bereichen Marketing und Kundenbindung aus dem letzten Quartal 2006.

Nutzen bestätigt

Unternehmen, die bereits ein eigenes Kartensystem einsetzen, bestätigen ganz klar dessen positiven Nutzen. Dieser Nutzen spiegelt sich in einem höheren Umsatz pro Kunde (90 % der Befragten), einer besseren Kundenansprache (80 %) und den Möglichkeiten zur Flächen-/ Sortimentsoptimierung (60 %) wider. Zentrales Ziel von Kundenkarten ist darüber hinaus auch die verbesserte Kundenbindung an Produkte und das Unternehmen insgesamt. Gleichzeitig sollen Kunden gegenüber den Wettbewerbsangeboten weitgehend immunisiert werden.

Die eindeutigen Vorteile eines Multipartnersystems wie beispielsweise HappyDigits sind in erster Linie die höhere Marktdurchdringung und die Erschließung neuer Kundensegmente (je 31 %). Die systembedingte Abhängigkeit vom Betreiber (41 %) und die daraus resultierende geringere Individualität (35 %) werden nachteilig empfunden.

Die Vor- und Nachteile eines wie von Douglas oder IKEA eingesetzten eigenen Kundenkartensystems sind zum einen eine höhere Loyalität (44 %) und eine höhere Flexibilität und Unabhängigkeit (je 31 %). Nachteile sind hierbei insbesondere die höheren Systemkosten (40 %) und der erhöhte Arbeitsaufwand sowie die geringere Kundenakzeptanz (je 27 %).

Kunden spürbare Vorteile vermitteln

Grundvoraussetzung für den Einsatz von Kundenkartensystemen ist es, dem Endkunden einen spürbaren Vorteil zu vermitteln. Der Kunde darf bei "seiner" Karte nicht das Gefühl bekommen, dass der Nutzen unklar oder die Kartenvorteile unerreichbar für ihn sind.

Zukünftig sehen die meisten Befragten (90 %) eine verstärkte segment- und zielgruppenspezifischere Kommunikation. Dies wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass der Online-Kanal zur Kundenansprache weiterhin stark an Bedeutung gewinnen wird (75 %). Hauptvorteile sind die erhöhte Effizienz, eine einfachere Datenauswertung, Geschwindigkeits- und Kostenvorteile.

Nahezu alle befragten Unternehmen (93 %) führen heute bereits Maßnahmen zur Flächen- und Sortimentsoptimierung durch. Sieben von zehn Befragten ziehen dazu auch weitere Analysemethoden, wie beispielsweise Benchmarks, Geomarketing und Data-Mining in Betracht.

Angesichts eines stärkeren Wettbewerbs werden die Unternehmen bis 2010 versuchen, noch enger an den Kunden heranzurücken. Dies wird über eine ständige Systemoptimierung, stärkere Kundenorientierung/-individualisierung und über eine - meist digitale - zielgruppenspezifischere Kommunikation erreicht werden.

Fazit:

Kundenkarten werden auch zukünftig weiter klar an Bedeutung gewinnen. Dabei werden die Kartensysteme in erster Linie als Instrument zur Steigerung der Kundenloyalität gesehen. Die Vorteile beim Einsatz von Kundenkarten wie zum Beispiel ein höherer Umsatz pro Kunde oder die verbesserte Kundenansprache werden aus Unternehmenssicht deutlich wahrgenommen. Vor- und Nachteile von eigenen Systemen und vom Multipartnersystem werden klar gesehen: Hauptvorteile von Multipartnersystemen sind die höhere Marktdurchdringung, die Erschließung neuer Kundensegmente und ihre Funktion als Imagemultiplikator. Nachteil ist der empfundene Flexibilitätsverlust. Für alle Systeme gilt: Bei der Analyse von Kundendaten besteht weiterhin Bedarf an verfeinerten Analyseverfahren.

Weitere Informationen sowie die gesamte Studie können angefordert werden bei:
Professor Dr. Jens Böcker
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Sankt Augustin
Tel. 02241/865-140
E-Mail: jens.boecker@fh-bonn-rhein-sieg.de

Eva Tritschler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bonn-rhein-sieg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Stiffness matters

22.02.2018 | Life Sciences

Magnetic field traces gas and dust swirling around supermassive black hole

22.02.2018 | Physics and Astronomy

First evidence of surprising ocean warming around Galápagos corals

22.02.2018 | Earth Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics