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Vitaminpräparate können Lebenserwartung verkürzen

28.02.2007
Vitamin A, E und C weniger gesund als angenommen

Die Einnahme bestimmter Vitaminpräparate kann negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Kobenhavns Universitet gekommen. Millionen Menschen weltweit nehmen regelmäßig antioxidante Nahrungsergänzungen wie Vitamin A und E oder Beta-Karotin ein. Die Überprüfung von Dutzenden Studien ergab, dass diese Präparate das Todesrisiko erhöhen und nicht senken. Vertreter der Herstellerfirmen erklärten laut BBC, dass die im Journal of the American Medical Association erschienene Studie höchst fehlerhaft sei. Ernährungswissenschafter sehen sich darin bestärkt, dass eine ausgewogene Ernährung sinnvoller sei, als sich auf Vitaminpräparate zu verlassen.

Vitaminpräparate sind seit Jahrzehnten beliebt. Ihre genauen Vorteile bleiben, trotz einer Vielzahl von Studien, bisher nicht präzise feststellbar. Neuere Theorien gehen davon aus, dass bestimmte Vitamine als Teil einer gesunden Ernährung oder als Präparat den oxidativen Stress verringern können. Dabei soll ein Gegengewicht gegen die freien Radikale geschaffen werden, die eine Schädigung des Gewebes hervorrufen. Diese Schädigung wurde mit Krebs und Herzerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Kontrovers diskutiert wird immer noch, ob Vitaminpräparate einen Schutz gegen diese Krankheiten bieten können.

Die Wissenschafter analysierten mehr als 815 klinische Tests zu den Leistungen von Vitamin A, E und C sowie zu Beta-Karotin und Selen. Schließlich wählten sie 68 Studien aus, deren Methoden am wahrscheinlichsten ein genaues Bild der Wirkung der Vitaminpräparate zeichneten. Ihre Ergebnisse wurden zu einer großen Studie zusammengefasst. Dieser Überblick legte nahe, dass die Präparate das Todesrisiko weder erhöhten noch verringerten. Als die Forscher weitere 21 Untersuchungen mit einer leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit von verzerrten Ergebnissen ausschieden, veränderte sich das Bild deutlich. Das Todesrisiko bei Selen und Vitamin C blieb unverändert. Eine statistisch signifikante Erhöhung des Risikos zeigte sich jedoch bei den anderen drei Präparaten.

Beta-Karotin führte zu einer Erhöhung des Risikos um rund sieben Prozent, Vitamin E um vier Prozent und Vitamin A um 16 Prozent. "Diese Ergebnisse widersprechen den Ergebnissen von beobachtenden Studien, die behaupten, dass Antioxidantien die Gesundheit verbessern. Geht man davon aus, dass zehn bis zwanzig Prozent der Erwachsenen in Europa und Nordamerika derartige Präparate konsumieren, können die Auswirkungen auf die Volksgesundheit beträchtlich sein." Es gibt laut den Wissenschaftern mehrere unterschiedliche Erklärungen für das erhöhte Risiko. Dazu gehört auch, dass das Ausschalten der freien Radikale die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers beeinflussen könnte.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ku.dk
http://jama.ama-assn.org

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