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Wissenschaftler vergleichen zivilgesellschaftliche Prozesse in Deutschland und den Niederlanden

16.02.2007
Neues Graduiertenkolleg an der WWU Münster wird eröffnet

Am 22. Februar wird an der WWU Münster das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg "Zivilgesellschaftliche Verständigungsprozesse vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart - Deutschland und die Niederlande im Vergleich" eröffnet. Bereits im Oktober 2006 hat das Kolleg im Zentrum für Niederlandestudien der WWU seine Arbeit aufgenommen. Seit Januar 2007 ist die erste Kohorte Stipendiaten komplett: Neben sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus Deutschland konnten auch zwei niederländische Promovierende und eine polnische Doktorandin zu einem interdisziplinären und europäischen Team vereint werden.

Heute sind die europäischen Gesellschaften angesichts der europäischen Integration und der Globalisierung mit gravierenden Auswirkungen auf soziale, wirtschaftliche und politische Strukturen und Prozesse konfrontiert. In dieser Situation verweist das Konzept der Zivilgesellschaft auf die Chancen einer sich selbst regulierenden Gesellschaft, die sich neben Staat und Markt entwickelt und auf das Engagement des Einzelnen im Interesse der Gemeinschaft setzt. Die Forschungsperspektive des neuen Gradiertenkollegs konzentriert sich auf den Vergleich solcher zivilgesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und den Niederlanden. In beiden Ländern entwickelte sich in kritischen Phasen eine bürgerliche Gesellschaft und eine Fülle zivilgesellschaftlicher Vereinigungen, die in vergleichbarer Weise auf die Herausforderungen ihrer Zeit reagierten. Andererseits sind die gesellschaftlichen Entwicklungen in beiden Ländern durch erhebliche Unterschiede gekennzeichnet, die für die Ausprägung zivilgesellschaftlicher Netzwerke und Strukturen von großer Bedeutung waren und sind. Der deutsch-niederländische Vergleich ist deshalb besonders dazu geeignet, gesellschaftliche Modernisierungsschübe strukturell zu analysieren und im Kontext unterschiedlicher Pfade demokratischer und partizipatorischer Entwicklungen zu gewichten.

Die Laufzeit des Projekts ist zunächst auf viereinhalb Jahre angesetzt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Für die erste Phase stehen 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Das vom Zentrum für Niederlande-Studien und dem Institut für Politikwissenschaften gemeinsam getragene Graduiertenkolleg wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Philosophischen Fakultät der Universität intensivieren. Beteiligt sind zusätzlich das Institut für Niederländische Philologie, das Historische Seminar und das Institut für Ethnologie der WWU. Die Funktion der Sprecherin hat Privatdozentin Dr. Christiane Frantz vom Institut für Politikwissenschaft übernommen. Das Zentrum für Niederlande-Studien ist durch Prof. Dr. Friso Wielenga im Vorstand des Kollegs vertreten. Er hatte den erfolgreichen Projektantrag entwickelt und bei der DFG eingereicht.

Die Eröffnung im Erbdrostenhof am 22. Februar beginnt um 11.30 Uhr. Nach Grußworten durch die Rektorin der WWU, Prof. Dr. Ursula Nelles, und des Vertreters der DFG, Dr. Sebastian Granderath, hält Prof. Dr. Paul Schnabel vom Sociaal en Cultureel Planbureau der Niederlande, Den Haag, den Festvortrag mit dem Thema "Entbürgerlichung und Neuproletarisierung: Von Gesellschaft zurück zur Gemeinschaft?". Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Künstlern der Musikhochschule Münster.

Link: Zentrum für Niederlande-Studien (http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/ Zentrum/Forschung/fvfrey1.html)

| Universitaet Muenster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/Zentrum/Forschung/fvfrey1.html

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