Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Paid Content Business hat für die meisten Verlage keine Zukunft

15.02.2007
Das so genannte Paid Content Business, also der kostenpflichtige elektronische Handel mit digitalen Inhalten, hat für die meisten Verlage keine Zukunft. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie ("Grid Media - Überlebensstrategien für Publisher im digitalen Zeitalter") des Frankfurter Media-Consulting-Unternehmens Timelabs.

Die Gründe dafür seien, so Timelabs, vielfältig: Erstens mangelt es den meisten Content-Anbietern an der notwendigen Exklusivität ihrer Inhalte. In einer vollständig vernetzten Medienwelt, in der Informationen im Überfluss als freies Gut gehandelt werden, so die Berater, herrsche Preisverfall, je nach dem, bis auf Null.

Als zweites Argument führt Timelabs an, dass Publisher regelmäßig den Wert ihrer Inhalte überschätzen. Die Consultants rechnen vor, dass ein heruntergeladener Artikel, der 1 Euro (oder mehr) kosten soll, den über hundertfachen Gegenwert des gedruckten Pendants widerspiegelt.

Ein weiterer Grund für die geringe Zahlungsbereitschaft der Konsumenten liegt, so die Studie weiter, in den Suchmaschinen, die jeden publizierten Beitrag zu einem Thema auf Stichwort anzeigen. Die zunehmende Vertikalisierung und Lokalisierung von Suchmaschinen erhöht die Verfügbarkeit kostenloser Inhalte demnach nochmals. Schließlich führt Timelabs in diesem Zusammenhang noch die Werbung an, die, zur Quersubventionierung von Inhalten genutzt, dem User den wahren Wert des Angebots verschleiere.

Wer nicht beispielsweise exklusives, mehrwertiges, mit Anwendungen verzahntes oder individualisiertes Material anbiete, habe dauerhaft keine Chance, auf diesem Weg im Web Erlöse zu generieren. Eine Ausnahme stelle lediglich der Entertainment-Bereich dar, der mit Musik, Spielen, Live-Events und Filmen verdiene. Zudem könne nur eine radikal veränderte Preispolitik der Verlage (Beiträge zu geringen Cent-Beträgen), so Timelabs weiter, einen Teil des skizzierten Paid-Content-Dilemmas auflösen helfen.

"Informationen, sogar Wissen - das sind Commodities und im Web fast beliebig verfügbar. Die Verlage wähnen sich immer noch im Zentrum der Welt. Doch jedes Marktmodell basiert auf knappen Gütern! Wenn Verlage nicht ihr Weltbild nachführen und ihr Selbstverständnis überarbeiten, wird es für sie schwer werden, im Markt zu bestehen", sagt Isaac van Deelen, Timelabs-Geschäftsführer.

"Um eine signifikant gesteigerte Bezahlungsbereitschaft auf Rezipientenseite zu erzeugen, erfordert es vor allem technische Kompetenzen", ergänzt Marc Ziegler, ebenfalls Timelabs-Geschäftsführer. "Verlage investieren zu wenig in den Kompetenzaufbau, etwa in Themen wie Anwendungsentwicklung, Daten-Analyse, Individualisierungs-Know-how und Client-Consulting.

Ihre redaktionell erstellten Inhalte werden Verlage im Digital-Geschäft nur als "Schmiermittel" für Traffic und Werbeerlöse einsetzen können", so Ziegler weiter.

Die Studie wird Anfang März 2007 erscheinen und ist dann unter www.timelabs.de zu erwerben.

Die Timelabs Management Consulting GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, aufkommende ökonomische und technologische Entwicklungen der TIME-Branche (Telekommunikation, IT, Media, Entertainment) zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu identifizieren. Wo die Entwicklungen nachhaltig sind, berät Timelabs die Unternehmen mit Konzepten und konkreten Handlungsempfehlungen bei der Umsetzung. 1999 als Denkfabrik der damaligen "Diebold Management- und Technologieberatung" gegründet, hat Timelabs seinen Hauptsitz heute in Frankfurt am Main. Aktuell stellt das Unternehmen seine Studie "Grid Media - Überlebensstrategien für Publisher im digitalen Zeitalter" vor.

Weitere Informationen: Timelabs Management Consulting GmbH, Konrad-Adenauer-Str.17, D- 60313 Frankfurt, Tel.: 069/920 20 30 oder (Office München): 089/59 08 20 61, E-Mail: office@timelabs.de, Website: www.timelabs.de

Presse-Agentur: Team Andreas Dripke GmbH, Tel. 0611/97 31 50, E-Mail: team@dripke.de

Team Andreas Dripke | presseportal
Weitere Informationen:
http:// www.timelabs.de

Weitere Berichte zu: Business Vision CONTENT Paid Publish Timelab Verlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics