Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Spanien wächst das Geschäft mit der Solarenergie

13.02.2007
Aktuelle Studie untersucht Wachstumspotentiale und –hürden auf dem spanischen Solarstrommarkt: Starker Trend hin zu Freiflächenanlagen und Solarparks. Distributionsstrukturen haben sich verändert. Rund 50 MW Neu- Installationen in 2006.

Die aktuelle Studie „Der spanische Photovoltaikmarkt 2006/07“ des Marktforschers EuPD Research zeigt, dass Spaniens Solarmarkt auf Wachstumskurs ist. Besonders das Geschäft in den Solarparks zieht weiter an. Nach den Berechnungen von EuPD Research wird das Volumen der neu installierten Photovoltaikleistung für das Jahr 2006 bei rund 50 Megawatt (MW) liegen.

Vor allem bei den Modulherstellern zeigt sich die positive Marktentwicklung deutlich. Die befragten Hersteller berichteten durchweg von einer Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten. Zudem ist der Bau einer neuen Siliziumfabrik geplant. In Tiefeninterviews mit 58 in Spanien installierenden Betrieben stellte sich zudem heraus, dass sich die Distributionsstrukturen in den letzten zwei Jahren stark verändert haben. Es wird nicht mehr direkt beim Hersteller gekauft, sondern vor allem bei auf PV spezialisierten Großhändlern. Als wichtigste Hürde auf dem Weg zu einem ungehinderten Wachstum bezeichneten die in der Studie befragten Marktteilnehmer nach wie vor die aufwendige Bürokratie: Um ein PV-System zu installieren, müssen Investoren eine hohe Anzahl an Genehmigungen und Lizenzen vorweisen, so dass zwischen der Beantragung einer Anlage und deren Installation zwischen acht und 14 Monaten vergehen können. Die Unternehmen setzen ihre Hoffnungen hier auf das neue Dekret zur Förderung von Erneuerbaren Energien, das auch den Bereich der Solarenergie umfasst. Photovoltaik als Finanzprodukt Die Solarbranche in Spanien entwickelt sich nach Aussage der befragten Marktteilnehmer vor allem auf dem Gebiet der Freiflächenanlagen. Wie die Studie weiter zeigt, wird die zukünftige Entwicklung sich vor allem auf den Bereich der Solargärten, die aus vielen einzelnen PV-Anlagen bestehen, beziehen. Das liegt zum einen an den enormen Freiflächen die in Spanien zur Verfügung stehen, zum anderen an der bisherigen Politik, die vor allem Anlagen mittlerer Größe bis zu 100 kW förderte.

Zudem rechnen Marktteilnehmer mit einem Anziehen der Entwicklung, weil Solarparks in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr als lohnende finanzielle Investition kommuniziert werden.

Einige Banken haben darauf reagiert und bieten Investitionskonzepte, bei denen Käufer Anteile innerhalb eines Solarparks erwerben können. Für private Dachaufbauten ist der Markt dagegen wenig attraktiv, denn der Erwerb einer Hausdachanlage bedeutet mehr Aufwand, wirft aber dennoch weniger Rendite ab. „Die meis- ten Studienteilnehmer geben an, dass Endkunden Photovoltaik als reines Finanzprodukt verstehen. Das kleine, private Dachanlagengeschäft wird unter den bisherigen Bedingungen in Spanien kaum Zukunft haben.“, erklärt Heike Uhlemann, Projektleiterin der Studie.

Veränderte Distributionsstrukturen

Im Vergleich zur Vorjahresstudie „Der spanische Photovoltaikmarkt 2005/06“ zeigen die aktuellen EuPD-Daten zur Handelsstruktur erhebliche Veränderungen. Kauften die Mehrzahl der befragten Installateure im Jahr 2005 die Module noch direkt beim Hersteller, hat sich dieses Gewicht nun auf Zwischenhändler verschoben.

Zum einen gibt es immer mehr Distributoren, die sich auf Photovoltaik spezialisieren.

Zugleich strömen immer mehr Firmen auf den Markt, die als „All- Rounder“ alle Serviceleistungen im PV-Geschäft übernehmen. Es wird abzuwarten sein, ob sich die Distributions- und Installationsstrukturen hin zu einer, wie in Deutschland üblichen Spezialisierung von Firmen entwickeln werden.

Hürden Neben zeitaufwendigen administrativen Prozessen werden in der Studie auch hohe Preise und rechtliche Unsicherheiten als Hürden für ein ungebremstes Wachstum genannt. PV-Anlagen sind in Spanien rund 20 Prozent teurer als in Deutschland. Die Preise zogen vor allem in den Jahren 2005 und 2006 an, angekurbelt vom Auftrieb der nationalen Nachfrage sowie den hohen Siliziumpreisen. Zudem zeigt die Studie, dass die Entkopplung des Einspeisetarifs vom Strompreis im Juli 2006 die Marktteilnehmer verunsichert hat. Daher setzen viele ihre Hoffnung auf das in den kommenden Wochen erwartete, neue Dekret zur Förderung von Solarenergie.

Der aktuell vorliegende Entwurf sieht unter anderem eine neue Vergütungskategorie vor, die Anlagen mit einer Größe von 100 Kilowatt (kW) bis zu 10 MW mit 41,7 Cent fördert. Auch die deutsche Solarbranche hofft auf verbesserte Exportbedingungen in Spanien, wie Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), erklärt: „Deutsche Solarunternehmen mischen auf dem spanischen Markt kräftig mit und nutzen dabei ihren Technologievorsprung. Um in die erste Liga der wichtigsten Solarmärkte aufzurücken, muss das sonnenverwöhnte Land nun jedoch schnell seine Förder- und Genehmigungspraxis entbürokratisieren.“

Navarra trägt Bärenanteil an Solarboom

Aufgrund der unterschiedlichen Maßnahmen und Regelungen zur Förderung von Solarenergie, zeigten sich für das Jahr 2005 regional enorme Unterschiede beim Verbau von PV-Anlagen. Führend ist mit 11,09 MW an Installationskapazität die autonome Provinz Navarra im Norden Spaniens.

Weitere Informationen über die aktuelle EuPD Research-Studie „The Spanish Photovoltaic Market 2006/07 – Growth Market with Initial Difficulties “ unter: http://www.europressedienst.com/studien/

EuPD Research
Heike Uhlemann
Fon +49 (0)229 – 429 66 – 54
E-Mail: h.uhlemann@eupd-research.com
EuPD Research ist Markt- und Meinungsforscher für Medien und Unternehmen. Als Fullservice-Dienstleister mit eigenem Befragungsdienst bieten wir unseren Kunden das gesamte Instrumentarium quantitativer wie qualitativer Forschung. Wir erstellen Marktstudien, Branchenberichte und Geschäftsklimaindizes und entwickeln damit zielgruppenorientierte Entscheidungshilfen. Dabei greifen wir auf ein Expertennetzwerk von Wissenschaftlern, Entscheidungsträgern und Medienvertretern zurück.

Sarah Schmitz | EuPD Research
Weitere Informationen:
http://www.europressedienst.com
http://www.europressedienst.com/studien/

Weitere Berichte zu: Marktteilnehmer PV-Anlage Photovoltaik Solarenergie Solarpark

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics