Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krankenhäuser nehmen Versorgungsqualität unter die Lupe

09.02.2007
Die schwierige Finanzsituation sowie die Auswirkungen der bevorstehenden Gesundheitsreform zwingen die Krankenhäuser in Deutschland zu weiteren drastischen Sparmaßnahmen. Die Ursache: Budgetkürzungen und höhere Personalkosten. Mehr als jedes zweite Haus arbeitet deshalb an Kostensenkungsplänen.

Auch Einsparungen beim Personal sind nicht ausgeschlossen. Damit am Ende nicht der Patient unter den Sparprogrammen leidet, investieren die Kliniken in Qualitätsmanagementsysteme. Sie sollen dafür sorgen, dass die zur Verfügung stehenden Mittel zielgerichteter eingesetzt werden und die hohen Versorgungsstandards nicht auf der Strecke bleiben. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Studie Krankenhaus Trend von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift kma.

Kosten senken ohne Einbußen in der Behandlungsqualität: Diesen Spagat wollen die Krankenhäuser mit verstärkter IT-Unterstützung leisten. Drei von vier Kliniken haben dafür bereits ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem aufgebaut. Für 57 Prozent hat das Thema auch in Zukunft eine hohe Relevanz. Zum einen wollen die Kliniken damit Schwachstellen in den Behandlungsabläufen aufdecken. Zum anderen sollen die Prozesse so angepasst werden, dass sie zu einer kostengünstigeren Versorgung der Patienten führen.

18 Prozent der Krankenhäuser wollen darüber hinaus im laufenden Jahr ein Risikomanagementsystem einführen. Vor allem wollen die Häuser die Haftungsrisiken als Folge von Behandlungsfehlern minimieren. Ärztliches Fehlverhalten in Krankenhäusern sorgt in Deutschland für einen Gesamtschaden von rund zehn Milliarden Euro, schätzen Experten. Etwa 60 Prozent der jährlich rund 40.000 geltend gemachten Fälle richten sich dabei gegen Klinikbetreiber.

Mit einem Risikomanagementsystem können die Gesundheitseinrichtungen medizinische Fehlleistungen aufspüren und die Zahl der damit verbundenen Haftungsfälle senken. Hier haben die Kliniken allerdings Nachholbedarf: Zwar räumen knapp drei von vier Klinikentscheidern der Einführung eines entsprechenden Systems höchste Priorität ein. Jedoch hat erst rund jedes fünfte Krankenhaus ein solches Programm umgesetzt.

Mit der Einführung eines Risikomanagementsystems will fast jedes vierte Krankenhaus die bereits bestehenden Qualitätsmanagementsysteme ergänzen. Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen aus dem Jahre 2004 verpflichtet alle Kliniken dazu, qualitätssichernde Maßnahmen zu ergreifen. Vier von zehn Entscheidern setzen dabei auf die zertifizierte Lösung nach KTQ. Die Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) bewertet neben der Qualität einzelner Fachabteilungen auch die klinische Gesamtleistung: von der Vorbereitung des stationären Aufenthaltes bis zur Entlassung des Patienten. Alternativ führte fast jedes dritte Krankenhaus das international akzeptierte Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 ein.

Im Rahmen Qualität sichernder Maßnahmen soll eine bessere Vernetzung einzelner Abteilungen die Gefahrenquellen zusätzlich senken. Mängel in der medizinischen Dokumentation zählen beispielsweise zu den Hauptursachen für Behandlungsfehler. Auch hier fokussieren die Klinikbetreiber ihre Investitionen auf IT-gestützte Lösungen zur Bereitstellung der Daten in Form elektronischer Patientenakten. Mit der zunehmenden Einrichtung von PC-Arbeitsplätzen erhält jede Abteilung - von der Verwaltung über die Ärzte bis hin zum Pflegepersonal - jederzeit Zugriff auf den aktuellen Behandlungsstatus der Patienten. 44 Prozent der Krankenhäuser räumen der Einführung eines IT-Risikomanagementsystems hohe Priorität ein. Ein IT-Risikomanagement soll dabei mögliche Haftungsrisiken durch Datenmissbrauch ausschließen. Die Systeme werden dabei in das Gesamtrisikomanagement der Klinik integriert.

Die Presseinformation basiert auf der aktuellen Studie Krankenhaus Trend von Steria Mummert Consulting und der Fachzeitschrift kma. In einer Online-Befragung wurden vom 14. September bis 22. November 2006 91 Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen befragt.

Jörg Forthmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert-consulting.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

„Molekularer Schraubstock“ ermöglicht neue chemische Reaktionen

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Internationale Forschungskooperation will Altersbedingte Makuladegeneration überwinden

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Workshop zu flexiblen Solarzellen und LEDs auf der Energiemesse „New Energy“

23.02.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics