Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klinische Studie: Schmerzgentests sagen bald Therapieerfolg voraus

05.02.2007
Schmerzgentests werden schon bald die Medizin verändern: Mit ihrer Hilfe können Orthopäden in Zukunft herausfinden, auf welche Behandlung ihre Patienten am Besten ansprechen.

Der Zusammenhang zwischen Schmerzgenen und Therapieerfolg wird zur Zeit in einer klinischen Studie bei Kniearthrose in Düsseldorf untersucht. Die genetischen Grundlagen von muskuloskeletalen Schmerzsyndromen und die Bedeutung der Vorhersagbarkeit von Therapieergebnissen bei Fibromyalgie sind kürzlich in einem Science-Artikel (Dez. 2006) beschrieben worden.

Schmerzgentests werden schon bald die Medizin verändern: Mit ihrer Hilfe können Orthopäden in Zukunft herausfinden, auf welche Behandlungsform ihre Patienten am Besten ansprechen. "In Zukunft kann durch spezielle Gentests die Prognose von Therapien genauer festgelegt werden. Zum Beispiel geht es darum, ob bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation oder eine konservative Therapie besser wirken würde. Gentests könnten auch anzeigen, ob bei einer Knie- oder Hüftendoprothese Probleme zu erwarten sind", sagte Prof. Dr. Peter Wehling, Leiter des Arbeitskreises Gentherapie und Molekularbiologie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie, am Montag in Düsseldorf.

In einer prospektiven, randomisierten klinischen Studie in Düsseldorf bei Kniearthrose wird jetzt untersucht, welche Zusammenhänge zwischen den Schmerzgenvarianten (genetischen Polymorhpysmen) und den Behandlungsergebnissen bestehen. Denn diese beeinflussen nach Meinung der Wissenschaftler die Wirkung von Orthokin, Hyaluronsäure (HA) oder Placebo. Orthokin ist ein neuartiges Verfahren zur Behandlung von Arthrose und Rückenschmerzen, dass bereits erfolgreich in randomisierten Studien getestet wurde.

Die Grundlagen hierfür liefert eine bereits seit fünf Jahren bestehende Kooperation aus Düsseldorf und der Universität North Carolina, Chapel Hill. Das Forscherteam um Wehling, Maixner, Diatchenko und Molsberger hat bereits zahlreiche Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Schmerzforschung veröffentlicht. In einem neuen Science-Artikel (Dez. 2006) beschrieb Luda Diatchenko erstmals die genetischen Grundlagen von muskuloskeletalen Schmerzsyndromen und die Bedeutung der Vorhersagbarkeit von Therapieergebnissen bei Fibromyalgie.

Die Anfälligkeit für chronische muskuloskeletale Erkrankungen wie Arthrose, Fibromyalgie, Kiefergelenkschmerzen und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen wird genetisch mitbestimmt; sie betreffen 15-30 Prozent der westlichen Bevölkerung und sind die Hauptursachen für Schmerzen und Immobilität im Alter.

"Weiteres Ziel der Forschungskooperation ist es, gemeinsam weitere klinische Studien zu realisieren, in denen die Auswirkungen von bestimmten für orthopädische Erkrankungen relevanten Genen auf operative und nicht-operative Behandlungsergebnisse untersucht werden sollen", sagte Wehling.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung:
Arbeitskreis Gentherapie und Molekularbiologie
Prof. Dr. med. Peter Wehling
Zentrum für Molekulare Orthopädie
Königsallee 53-55
40212 Düsseldorf
Tel. 0211/ 828937-10
Fax 0211/ 828937-11
p.wehling@gmx.de

Antje Kassel | idw
Weitere Informationen:
http://www.neue-orthopaedie.de

Weitere Berichte zu: Fibromyalgie Schmerzgentests Therapieerfolg Therapieergebnis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie