Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachförderung - Der Blick über den Tellerrand

23.01.2007
Projekt zur Sprachförderung in Kindergärten und Grundschulen wird in Berlin vorgestellt

Am Freitag, 26. Januar 2007 werden in der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin, Köpenicker Allee 39-57, 10318 Berlin, die Ergebnisse einer Studie zur Sprachförderung für mehrsprachige Kinder in der Schuleingangsphase vorgestellt. Thema des von 2004 - 2006 durchgeführten, von der EU-Kommission finanzierten Comenius Projekts Teacher Education for the Support of Second Language Acquisition (TESSLA) ist die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern zur Förderung des Zweitsprachenerwerbs in Kindergärten und Grundschulen.

Das Projekt ist durch die Zentrale Einrichtung für Weiterbildung an die Leibniz Universität Hannover angebunden. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.tessla.org.

Zwei Jahre erarbeiteten Entwicklungspsychologinnen und -psychologen, Erziehungs- und Sprachwissenschaftler und - wissenschaftlerinnen aus sechs Ländern Methoden für die pädagogische Praxis. Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass mehrsprachige Kinder, die in ihrer Erst- oder Familiensprache gefördert werden, ein positives Bewusstsein ihrer Herkunftskultur bewahren und darüber hinaus auch kognitiv und psychisch beim Erlernen einer Zweitsprache unterstützt werden.

Prof. Inci Dirim von der Leibniz Universität vertritt die Meinung, dass sprachliche Defizite in Deutsch bei Kindern mit Migrationshintergrund nicht durch eine Dominanz der Herkunftssprachen verstärkt werden, sondern durch ein Lernumfeld, in dem die Besonderheiten des bilingualen Spracherwerbs nicht berücksichtigt werden. Meist sehen Lehrkräfte in der alltagssprachlichen Vermischung zweier Sprachen einen Mangel an verbaler Koordinationsfähigkeit. Laut Untersuchungen bei Schulkindern in Hamburg kann jedoch das Springen zwischen zwei Sprachen meist auf die Dialogsituation zurückgeführt werden, wie beispielsweise auf Themenwechsel oder auf die Wahl eines adäquaten Begriffs.

Eine weitere Basiskompetenz von Lehrkräften, die mit mehrsprachigen Kindern arbeiten, umfasst die Sprachdiagnostik. Prof. Monika Willenbring (KHSBerlin) und Dr. Birgit Lütje-Klose (Leibniz Universität) adaptierten den Individuellen Entwicklungsplan nach Eggert für den Bereich Sprache. Sprache wird hier nicht isoliert als verbales Ausdrucksvermögen betrachtet, sondern im Zusammenhang der gesamten physischen und psychischen Entwicklung des Kindes.

Die deutschen Wissenschaftlerinnen im Projekt TESSLA arbeiteten eng mit Expertinnen und Experten für Elementarpädagogik von der Marmara Universität Istanbul und der Universität Çanakkale zusammen. Unter der Leitung von Prof. Ayla Oktay und Prof. Alev Önder konnte in Istanbul das Modul Sprachförderung in der Lehrerausbildung etabliert werden. In der Türkei haben Projektpartner einen maßgeblichen bildungspolitischen Wirkungskreis erzielt. Auf Initiative von Professor Oktay, Mitglied der Ministerialkommission für frühkindliche Erziehung in der Türkei, wurde das Thema interkulturelle Pädagogik in den Bildungsplan für türkische Kindergärten aufgenommen.

Auf der Konferenz in Berlin besteht auch die Möglichkeit, didaktische Ansätze der Projektpartner aus Frankreich, Schottland, Deutschland und der Türkei näher kennen zu lernen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Susanne Hermeling, M.A., von der Zentralen Einrichtung für Weiterbildung Telefon +49. 511.762-19797 oder per E-Mail unter Susanne.hermeling@zew.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Dr. Stefanie Beier | Leibniz Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Grundschule Istanbul Lehrkraft Sprachförderung TESSLA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise