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Golfkriegsveteranen doch nicht durch Pestizide vergiftet

21.12.2006
Genetische Veranlagung kann Empfindlichkeit beeinflussen

Golfkriegsveteranen, die seit ihrer Rückkehr an mysteriösen Erkrankungen leiden, wurden wahrscheinlich nicht durch Pestizide vergiftet. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Bristol gekommen. Immer wieder wurde der Kontakt mit Chemikalien für Symptome wie Depressionen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen verantwortlich gemacht. Im Journal of Epidemiology and Community Health werden jetzt andere Umweltgifte verantwortlich gemacht. Es wird laut BBC angenommen, dass bisher mehr als 8.500 Soldaten Gesundheitsprobleme haben.

Eine starke Belastung durch organophosphate Pestizide, die routinemäßig auf Zelte und andere Ausrüstungsgegenstände gesprüht wurden, gehörte zu jenen Theorien, die von den Wissenschaftlern überprüft wurden. Zusätzlich wurden auch die vor dem Einsatz verabreichten Impfungen oder der Kontakt mit Nervengas oder angereichertem Uran verantwortlich gemacht. Mehrere frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Tätigkeiten, die einen regelmäßigen Kontakt mit Organophosphaten mit sich bringen wie das Züchten von Schafen, und Erkrankungen hergestellt. Bisher wurde nie nachgewiesen, dass diese Chemikalien die wirkliche Ursache waren.

Menschen mit einer Version des Gens PON1 scheinen Organophosphate schlechter abzubauen und auszuscheiden. Damit könnte eine Erklärung dafür gefunden sein, warum manche Menschen stärker betroffen sind als andere. Die Wissenschafter untersuchten keine Kriegsveteranen, sondern konzentrierten sich auf eine Gruppe älterer Frauen, die in ihrem Berufsleben sehr wahrscheinlich keinen Kontakt mit Organophosphaten hatten. Es sollte getestet werden, ob Menschen mit dieser genetischen Veränderung gleich anfällig waren wie die Kriegsveteranen. Es zeigte sich, dass Frauen mit dieser genetischen Variante deutlich häufiger Symptome wie Depressionen meldeten als Teilnehmerinnen mit anderen Versionen von PON1. Ohne Kontakt mit Organophosphaten musste jedoch eine andere Ursache vorliegen.

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass die Belastung durch einen bisher unbekannten Giftstoff in Großbritannien eher für die Symptome der Kriegsveteranen verantwortlich sein dürfte. Sean Newton, Vizepräsident der National Gulf War Veterans and Families Association http://www.ngvfa.com forderte weitere unabhängige Forschungsprojekte. "Dieses Problem wird nicht einfach verschwinden. Bei uns melden sich jeden Monat 50 Menschen mit neuen Beschwerden." Die Vereinigung ist immer wieder für die Anerkennung des Golfkriegs-Syndroms eingetreten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bristol.ac.uk
http://jech.bmj.com

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