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Lassen sich die schnell wachsenden Großstädte in Entwicklungsländern noch regieren?

18.12.2006
Bayreuther Studie weist auf Mechanismen zur partiellen Selbstorganisation hin

Fragen der zunehmenden Unregierbarkeit der großen Städte in Afrika, Asien und Lateinamerika und wie sich eine Steuerung der Stadtentwicklung künftig erreichen lässt standen am 15./16. Dezember im Mittelpunkt eines Workshops zur “Geographische Stadtforschung im Entwicklungskontext”. Die Professorin Dr. Beate Lohnert, Leiterin der Abteilung für Geographische Entwicklungsforschung, hatte dazu Wissenschaftler aus ganz Deutschland eingeladen.

Die Städte der Entwicklungsländer wachsen in einem bisher nie da gewesenen Ausmaß. Bereits heute leben in den großen Städten Afrikas bis zu 80% der Bewohner in menschenunwürdigen Verhältnissen. Die Ausbreitung von Slums und informellen Siedlungen führt zu massiven Gesundheits- und Umweltproblemen, von denen nicht nur die Bewohner dieser Städte betroffen sind, sondern auf lange Sicht auch die ganze Welt. Diese Entwicklungen überfordern nicht nur die ohnehin meist überforderten Verwaltungen, sondern sprengen auch die Budgets der Städte.

Eines der Ergebnisse weist darauf hin, dass die vermeintliche Unregierbarkeit durch eine innere Organisation innerhalb der Hüttenviertel kontrastiert wird. So stellten die jungen Bayreuther Wissenschaftlerinnen Regina Fein und Christiane Kryck in einer Analyse dar, wie die Bewohner einer informellen Siedlung in Addis Abeba Aufgaben des Staates übernehmen und sich so selbst helfen.

In einer Reihe weiterer Beiträge wurden aktuelle Forschungsarbeiten dem Fachpublikum, in dem auch Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH) vertreten waren, vorgestellt.

Weitere Informationen bei
Professor Dr. Beate Lohnert
Telefon: 0921/55-2277
Fax: 0921/55-2792
E-Mail: beate.lohnert@uni-bayreuth.de

Kerstin Wodal | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

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