Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche IT-Projekte - Mythos oder Fakt?

18.12.2006
Scheitern wirklich über 18% aller IT-Projekte? Erreichen nur 29% aller IT-Projekte ihr Ziel? OFFIS wollte es für Deutschland genau wissen und hat eine Studie zu Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren durchgeführt.

Als Querschnittstechnologie bedient die Informationstechnologie mittlerweile sämtliche Branchen und ist ein maßgeblicher Förderer von Innovationen. Natürlich steigt damit die Bedeutung der Durchführung und des Erfolges von IT-Projekten in Unternehmen stetig.

Diversen Studien zufolge verläuft jedoch ein signifikanter Teil dieser Projekte nicht erfolgreich. Die Standish Group ermittelte in Ihrem CHAOS Report in 2004, dass lediglich 29% aller IT-Projekte weltweit erfolgreich abgeschlossen wurden und sogar 18% komplett scheitern. Die Universität Oxford ermittelte in 2003 für England nur eine Erfolgsquote von 16%.

Ist die Qualität deutscher IT-Projekte wirklich so schlecht?

Das wollten die Beteiligten im vom BMBF geförderten Forschungsprojekt "VSEK - Virtuelles Software-Engineering-Kompetenznetz" genauer wissen und starteten die Studie "SUCCESS". Neben der Erfolgsquote stand die Ermittlung von Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von IT-Projekten im Mittelpunkt. Von Ende 2005 bis Anfang 2006 wurden fast 400 Interviews mit Projektleitern und Entwicklern aus IT-Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Als Kriterien zur Erfolgsmessung dienten die Faktoren Budget, Zeit und Funktionalität.

Erfreuliches Ergebnis der Studie: Die IT-Projekte in Deutschland sind weitaus besser als ihr Ruf! Über 50% der Projekte blieben im Zeit- und Budgetrahmen und erfüllten alle vom Kunden geforderten Funktionen zu 100%. Ebenfalls wurden auch nur 2,8% der deutschen IT-Projekte gänzlich für gescheitert erklärt und frühzeitig abgebrochen.

Über dieses Gesamtergebnis hinaus, wurden auch diverse Einzelfaktoren für den Erfolg oder Misserfolg von IT-Projekten abgefragt. Eine Bestätigung erhielten zum Beispiel die Tatsachen, dass nur eine höchstmögliche Managementunterstützung zu Erfolgen führt, ebenso wie ein motiviertes Team und eine gute Kommunikationskultur. Interessant sind dabei die Detailauswertungen der jeweiligen Faktoren. Besonders erfolgreich waren zum Beispiel die Projekte, in denen zwischen 10 und 25% des Gesamtaufwandes für Kommunikation mit dem Kunden investiert wurden. Lag die Quote unter 5% oder über 25% fiel die Erfolgsquote drastisch ab. Das auch die Team- und Unternehmensgrößen einen hohen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg haben, konnte ebenfalls im Detail festgestellt werden.

Diese und weitere Ergebnisse stehen den Interessierten im kostenlosen Bericht zur Studie SUCCESS zur Verfügung. Dieser enthält sowohl das komplette Studiendesign, die Operationalisierung sowie den Fragebogen. Auf diese Weise wollen die Autoren eine Nachvollziehbarkeit der Vorgehensweise gewährleisten, die bei anderen Studien zur Thematik oftmals kritisiert wurde.

Weitere Informationen zur Studie Success sowie den kostenlosen Download der Studie als PDF-Datei erhalten Sie unter http://www.offis.de/umfragesuccess.

Ansprechpartner für Rückfragen der Redaktion:
Ralf Buschermöhle
Forschungsbereich Sicherheitskritische Systeme
OFFIS, Escherweg 2, 26121 Oldenburg
Tel: 0441/9722-565, Fax: 0441/9722-502
EMail: buschermoehle(at)offis.de

Britta Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.offis.de/umfragesuccess
http://www.software-kompetenz.de

Weitere Berichte zu: Erfolg Erfolgsquote IT-Projekt IT-Projekte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten