Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baugeräte als Luftverpester

12.12.2006
Experten ziehen Bilanz: Kalifornien als Negativ-Beispiel

Nicht nur der viel zitierte Autoverkehr, sondern auch Baumaschinen auf einer Baustelle sind nach jüngsten Berechnungen der Union of Concerned Scientists für zahlreiche Schäden verantwortlich. Alleine die Bilanz im US-Bundesstaat Kalifornien liest sich grauenvoll: geschätzte 1.132 vorzeitige Todesfälle, fast 183.000 durch Krankenstände verlorene Arbeitstage, mehr als 1.000 Krankenhausaufenthalte und jährliche Kosten von 9,1 Mrd. Dollar im Jahr 2005. Neun von zehn Krankheitsfällen unter den Bauarbeitern ereigneten sich in den am dichtesten besiedelten Regionen mit der schlechtesten Luftgüte.

"Die Verschmutzung auf den Baustellen ist eine Ernst zu nehmende Bedrohung und fordert zu viele Opfer", meint Studienautor Don Anair, der an der University of California in Berkeley im Projekt Clean Vehicles Engeneering tätig ist. "Baufahrzeuge sollen Krankenhäuser bauen und nicht dafür sorgen, dass die mit Opfern angefüllt werden", so der Experte. Die Methodik, die die Autoren angewendet haben, entspricht jenen internationaler Fachstudien. Hervor gestrichen wird dabei etwa die ohnehin starke Luftverschmutzung in jenen Gebieten, in denen rege Bautätigkeit herrscht. Was zu der extremen Belastung führt, sind etwa die Abgasfahnen von großen Bulldozern oder anderen Baumaschinen, die mehrere 100 PS stark sind.

Ein weiteres Problem bei den Baumaschinen ist die Tatsache, dass diese eine sehr lange Lebensdauer haben und dementsprechend alt sind. Drei Viertel dieser Maschinen seien heute veraltet und damit auch nicht mehr am Stand der neuesten Technik. Ein solcher Bulldozer emittiert in einer Stunde so viel wie ein moderner Sattelschlepper auf einer 1.700 Kilometer langen Reise. Tatsächlich hat sich die Environmental Protection Agency (EPA) dem Problem angenommen und will ihrerseits darauf reagieren. Schon 2004 wurden neue Emissions-Standards für Motoren eingeführt. Doch räumten die Experten ein, würde es bis 2030 dauern, ehe alle Maschinen umgerüstet sind, da Baumaschinen eben eine lange Lebensdauer haben.

... mehr zu:
»Baugerät »Baumaschine »Baustelle

Darüber hinaus sollen aber vor allem die ältesten und schmutzigsten Baumaschinen mit neuen Motoren oder zumindest mit Filtern versehen werden, um die Dieselabgas-Emissionen zu reduzieren. Das Air Resources Board von Kalifornien entwickelt bereits jetzt Maßnahmen um die Diesel-Emissionen zu reduzieren. Aber genau in dieser Strategie sieht Anair eine Möglichkeit. Obwohl dies kostenintensiv sei, wären die Vorteile immens, gibt der Experte zu bedenken.

"Baumaschinen gehören weltweit zu den schlimmen Verschmutzern", meint der Abgas-Experte Gerhard Fleischhacker von CEF-Austria http://www.cefaustria.at zu pressetext. Es gehe hier in erster Linie um Großstaub-Belastungen. Ein Problem sieht Fleischhacker vor allen dabei, dass diese Maschinen nicht dem neuesten Stand der Technik entsprechen, da Technologien wie Common-Rail in Baumaschinen nicht zur Anwendung kommen. Das größte Problem sieht Fleischhacker aber in der Zunahme der Feinstpartikel. "Diese konnten nicht gemessen werden, sind aber eine Ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr, die bisher grob unterschätzt wurde." Quartzwollefilter wie sie in Baumaschinen zum Einsatz kommen, aber auch der viel gepriesene Partikelfilter, wären nicht in der Lage, die lungengängigen und damit gesundheitsschädlichen Partikel zu filtern.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsusa.org

Weitere Berichte zu: Baugerät Baumaschine Baustelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie