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Immer mehr Menschen arbeiten in mehreren Jobs

08.12.2006
Immer mehr Menschen gehen in Deutschland mehr als einer Beschäftigung nach. Zwischen 2002 und 2004 hat sich die Zahl der Mehrfachbeschäftigten von 900.000 auf rund 1,5 Millionen erhöht, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die räumliche Verteilung der Mehrfachbeschäftigung spiegelt deutlich die regionale Arbeitsmarktlage wider: In Regionen mit vergleichsweise günstiger Beschäftigungssituation wird häufiger mehrfach gearbeitet.

Der Anteil der Mehrfachbeschäftigten ist zwischen 2002 und 2004 von 2,9 Prozent auf 4,7 Prozent gestiegen. Ein wesentlicher Grund für die Zunahme seien die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen, schreiben die Autoren der Studie. Seit April 2003 können bei einem Mini-Job bis zu 400 Euro monatlich steuer- und abgabenfrei hinzuverdient werden, auch wenn man einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nachgeht. Diese Kombination ist mit Abstand die häufigste Form der Mehrfachbeschäftigung: 82 Prozent der Mehrfachbeschäftigten üben neben einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit einen Mini-Job aus. 11 Prozent kombinieren mehrere Mini-Jobs, 7 Prozent haben mehrere sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen.

Hochburgen der Mehrfachbeschäftigung: Baden-Württemberg und Südbayern

In Baden-Württemberg und Südbayern, also in Regionen mit vergleichsweise günstiger Beschäftigungssituation, wird häufiger mehrfach gearbeitet. Dabei ist vor allem die Kombination von sozialversicherungspflichtiger und geringfügiger Beschäftigung maßgebend: Dort, wo die Lage auf dem Arbeitsmarkt relativ entspannt ist, gibt es mehr Möglichkeiten, ein Hauptbeschäftigungsverhältnis durch einen Zusatzjob aufzustocken.

In strukturschwachen Regionen, vor allem im Osten Deutschlands, haben dagegen die beiden anderen Varianten der Mehrfachbeschäftigung einen vergleichsweise hohen Anteil. Besonders die Kombination mehrerer Mini-Jobs sei häufig aus der Not geboren, merken die IAB-Forscher dazu an. Diese Art von Mehrfachbeschäftigung liege vor allem dann vor, wenn ein Arbeitsverhältnis allein den Lebensunterhalt nicht ausreichend sichern könne.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Mehrfachbeschäftigte sind mehrheitlich Frauen: Mitte 2004 gingen rund 830.000 Frauen und 630.000 Männer mehr als einer Arbeit nach. Die Mehrfachbeschäftigungsquote betrug bei den Frauen 5,5 Prozent, bei den Männern 3,9 Prozent.

Weitaus häufiger als Männer kombinieren Frauen mehrere Mini-Jobs. Bei den Männern dominiert dagegen stärker die Ergänzung eines Normalarbeitsverhältnisses mit einem Nebenjob. Die Unterschiede sind in Ostdeutschland weniger stark ausgeprägt als im Westen.

Der IAB-Kurzbericht "Mehrfachbeschäftigung: Ein Job ist nicht genug" steht zum kostenlosen Download bereit unter http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2206.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2006/kb2206.pdf

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