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WHO sagt Todesfälle und Krankheiten für 2030 voraus

28.11.2006
Anzahl der Aidstoten wird sich mehr als verdoppeln

In den nächsten 25 Jahren wird sich die jährliche Anzahl der Todesrate durch Aids mehr als verdoppeln. Das Rauchen wird in diesem Zeitraum weltweit für ein Zehntel der Todesfälle verantwortlich sein. Die Armen der Welt werden im Gegenzug dazu reicher werden, länger leben und nicht mehr an Infektionskrankheiten sterben. Wissenschafter der Weltgesundheitsorganisation WHO haben die bis jetzt umfassendste Analyse präsentiert, woran die Menschen um das Jahr 2030 leiden und woran sie sterben werden. Weltweit sollte sich das Risiko vor dem fünften Lebensjahr zu sterben bis zu diesem Zeitpunkt halbiert haben. Details der Studie wurden in PLoS Medicine online veröffentlicht.

Zigaretten werden 2030 rund 50 Prozent mehr Menschen töten als heute. Depressionen werden nach Aids an zweiter Stelle als Ursache für eine lähmende Erkrankung liegen. Colin Mathers, der Leiter der Studie, erklärte, dass die Wissenschafter nicht behaupteten, dass diese Ereignisse definitiv eintreten werden. "Die Verantwortlichen sollten nur die genaueste Vorstellung davon haben, was wahrscheinlich eintreten wird, damit sie sich darauf vorbereiten können." Die WHO präsentierte die erste derartige Vorhersage 1996. Es zeigte sich jedoch laut New Scientist, dass einige zentrale Annahmen falsch waren. Am bemerkenswertesten ist, dass mehr Aidserkrankungen eintraten und weniger Menschen an Tuberkulose erkrankten als vorhergesagt.

Mathers räumt ein, dass die aktuelle Studie potenziell die gleich Art von Fehlern enthalten könnte. In diesem Fall könnten Infektionskrankheiten wie die Grippe betroffen sein. Für eine optimale Voraussage wurde dieses Mal eine viel größere Anzahl an Statistiken verwendet als 1996. In der Folge wurde ein Modell eingesetzt, das vorhersagt, wie sich Todesfälle und Krankheiten verändern werden. Diese Annahmen basieren teilweise auf dem erwarteten Bevölkerungswachstum, der Alterung und den Trends bei Fettsucht und Rauchen.

Der entscheidende Faktor ist laut Mathers der zunehmende Wohlstand. Werden die Länder reicher, können sie sich eine bessere medizinische Versorgung leisten, armutsbedingte Krankheiten wie Infektionskrankheiten gehen zurück. "Menschen werden mit 70 Jahren an einer Herzkrankheit sterben und nicht mehr mit drei Jahren an Durchfall." Das Team berücksichtigte auch die Vorhersagen der Weltbank in Hinblick auf das wirtschaftliche Wachstum. Für Afrika ist die Prognose positiv. Es wird ein jährliches Wirtschaftswachstum von zwei Prozent erwartet. In den neunziger Jahren wurde ein Wachstum von 0,5 Prozent erreicht.

Es wird erwartet, dass die Anzahl der Todesfälle durch Aids von 2,8 Mio. 2002 bis 2030 auf 6,5 Mio. ansteigen wird. Die mit dem Rauchen in Zusammenhang stehenden Todesfälle werden sich von 5,4 Mio. auf 8,3 Mio. erhöhen. Die neue Prognose geht auch wieder von Herzanfall und Schlaganfall als den beiden Hauptursachen für Todesfälle weltweit aus. Lungenentzündung, HIV und Erkrankungen der Lunge wie Emphyseme gehören damals wie heute zu den führenden Erkrankungen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int

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