Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Leistung durch Standard-Arbeitsverträge

21.11.2006
Experiment bestätigt ökonomischen Nutzen: Kollektivumlegung strittig

Arbeitsverträge im Standardformat heben die Leistungsbereitschaft und bewirken eine eindeutige Steigerung der Markteffizienz. Zu diesem Ergebnis kommen Finanzwissenschaftler der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck unter der Leitung von Matthias Sutter nach Auswertung eines eigens kreierten ökonomischen Experiments. "Mit dem durchgeführten Experiment konnte erstmals belegt werden, dass Arbeitgeber von standardisierten Löhnen profitieren, wenn der Markt nur unvollständige Verträge zulässt - die Verpflichtungen von Mitarbeitern also nur schwer definierbar sind", erläutert Wolfgang Luhan, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Finanzwissenschaft der Universität Innsbruck, im Gespräch mit pressetext.

Als Forschungsergebnis führt der Experte an, dass eine Standardisierung zu einer Steigerung der Löhne führt, wobei ökonomische Vorteile in Form höherer Arbeitsleistung und vermehrter Markteffizienz auftreten. Laut Sutter "haben die Beobachtungen ergeben, dass - verglichen mit den individuellen Vereinbarungen - die Löhne bei den standardisierten Verträgen um 30 Prozent höher waren. Aufgrund dieser Ergebnisse ist es kein Wunder, dass eine Lohnstandardisierung auch die Markteffizienz erhöht". Nach dem Motto "Mehr Geld, mehr Leistung" sollten Arbeitgeber, die langfristig einzelne Mitarbeiter finanziell stärken wollen, parallel auch die Löhne aller anderen Mitarbeiter anheben. Diese Forderung der Finanzwissenschaftler wird untermauert durch eine bei allen Mitarbeitern signifikant höhere Markteffizienz, da Anreize und soziale Normen in einem Markt mit vertraglich schwer festgelegten Auflagen eine wesentliche Rolle spielen.

Die Erkenntnisse basieren auf einem Experiment, an dem knapp 200 Innsbrucker Studenten unterschiedlichster Studienzweige teilnahmen, wobei im Rahmen eines "Geschenk-Austausch-Spiels" ein Markt simuliert werden konnte. Laut Luhan waren auf ein Mal immer nur 20 bis 40 Studenten, jeweils abgetrennt durch Holzwände, am virtuellen Markt beteiligt. Den definierten Arbeitgebern war es in diesem Setting möglich, potenziellen Arbeitnehmern unterschiedliche Verträge anzubieten. Gewerkschaften wurden hierbei ganz bewusst ausgeklammert. Vor allem im Hinblick auf die kollektivvertragsorientierte Tradition in Österreich scheinen diese Ergebnisse relevant zu sein. Luhan verdeutlicht jedoch, dass es entgegengesetzt zur Standardisierung der Löhne durch Arbeitgeber, hierbei zu Gewerkschaftsverhandlungen über die Löhne ganzer Berufsgruppen kommen müsste. Das Projekt wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds http://www.fwf.ac.at (FWF) unterstützt.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at
http://www.uibk.ac.at/publicfinance

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten