Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Natur verbessert Aufmerksamkeitsdefizite

10.11.2006
Verbindung zwischen Mensch und Natur kein wissenschaftliches Thema

Die Natur vermindert Stress und erhöht die physische Gesundheit. So lautet die Basisidee einer britischen Kampagne, welche die Menschen vor allem in Ballungszentren auffordert, mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Das Ziel von Natural England ist es, Krankheiten vorzubeugen und die Gesamtgesundheit der britischen Bevölkerung zu verbessern. Auch im restlichen Europa wird immer wieder über den Einfluss von Natur und Landschaft auf die Gesundheit diskutiert. Bisher wurde aber die Verbindung zwischen humaner Gesundheit und Lebensraum noch kaum wissenschaftlich thematisiert.

"Aufmerksamkeitsdefizite bei Kindern verbessern sich beispielsweise, wenn das Kind Kontakt zur Natur hat. Und Menschen, die sich von einer kürzlichen Operation erholen, brauchen weniger Schmerzmittel, wenn sie sich in der freien Natur aufhalten", erklärt William Bird, Gesundheitsberater bei Natural Health. Doch nach wie vor handelt es sich bei derartigen Aussagen um reine Behauptungen, wie auch Klaus Rhomberg, Umweltmediziner in Innsbruck, weiß.

"Zu dem Thema, wie der Lebensraum auf einen Menschen wirkt und wie das natürliche Umfeld den Genesungsprozess beeinflusst, gibt es kaum wissenschaftliche Arbeiten", erklärt Rhomberg gegenüber pressetext. Vor allem in den Industrieländern sei zu beobachten, dass das kulturelle Verständnis für den Einfluss der Natur auf den menschlichen Organismus fehlt. Dass es aber einen Einfluss der Umgebung auf den Menschen gibt, ist ein offenes Geheimnis. "In den vergangenen Jahren tendiert man dazu, bei der Planung von Krankenhäusern Parkanlagen zu berücksichtigen, da diese auf die Genesung positiv wirken. Dazu gibt es auch Studien", so Rohmberg.

Warum dieser Bereich in der medizinischen oder psychologischen Forschung wenig aufgegriffen wird, ist aber schwer zu beantworten. "Wahrscheinlich weil die Ergebnisse einen 'Ist ja klar'-Effekt mit sich bringen", meint Rohmberg gegenüber pressetext. So ist beispielsweise bekannt, dass Bewegung an der frischen Luft den Organismus anregt. Kinder, die also viel Bewegung in der Natur machen, leiden daher wahrscheinlich weniger an Fettleibigkeit. Darüber hinaus ist es in der Natur meistens still und ruhig, wodurch die Sinnesorgane entlastet werden und Stress abgebaut wird.

Obwohl der Zusammenhang zwischen Natur und menschlicher Gesundheit nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist, wird die Thematik von verschiedenen Institutionen sehr ernst genommen. Die britische Studie wird beispielsweise unter anderem von der Regierung und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC unterstützt.

Victoria Danek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.naturalengland.org.uk
http://news.bbc.co.uk

Weitere Berichte zu: Aufmerksamkeitsdefizite Lebensraum Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics