Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wahrscheinlichkeit des Nierenversagens steigt

10.11.2006
Gesundheitsrisiko durch neue Kontrastmittel

Neuere, sogenannte "iso-osmolare" Kontrastmittel führen doppelt bis dreifach so oft zu Nierenversagen wie herkömmliche. Das haben Forscher der Charite - Universitätsmedizin Berlin jetzt nachgewiesen . Die Mediziner zweifelten an der weltweit gängigen Meinung, dass diese neuen Substanzen sicherer und verträglicher sind. Ihre Hypothese konnten sie mit einer Studie untermauern.

Im Allgemeinen sind Kontrastmittel sehr sicher und gut verträglich. Weltweit werden sie jährlich mehrere Millionen Male verabreicht, um zum Beispiel Blutgefäße im Röntgenbild besser darstellen zu können. Allerdings besteht bei Risikopatienten die Gefahr, dass unter anderem Nierenversagen auftreten kann.

Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, sie liegt unter einem Prozent, jedoch ist auf Grund der großen Zahl von Kontrastmittelgaben auch die Zahl der Fälle dieser Art von Nierenversagen sehr hoch. Hochrechnungen belegen das weltweit jährlich etwa 50.000 bis 100.000 Menschen ein Nierenversagen durch Kontrastmittelgabe erleiden - Tendenz steigend.

In einer in Schweden durchgeführten Studie an etwa 60.000 Patienten, die Kontrastmitteluntersuchungen hatten, wurde nachgeforscht, wie häufig diese mit der Diagnose eines Nierenversagens wieder in die Klinik eingewiesen wurden. Für viele Experten überraschend, zeigten die Befunde deutlich, dass neuere Kontrastmittel sehr viel häufiger zum Nierenversagen führen als die Herkömmlichen.

Den Grund hierfür sehen die Mediziner der Charite in der erhöhten Zähflüssigkeit der neuen Substanzen, da diese zu einer Verstopfung der Nierenkanälchen führen. Diese erhöhte Zähflüssigkeit entsteht, weil versucht wurde, die Eigenschaften der Kontrastmittel an die des Blutes anzugleichen. Die Studie zeigt, dass eine Veränderung der Kontrastmittel nicht zu der gewünschten Optimierung führte. "Überträgt man diese Ergebnisse auf andere Länder, könnten jährlich 25.000 bis 50.000 Fälle von Nierenversagen vermieden werden", gibt Prof. Dr. Persson, Leiter des Institutes für vegetative Physiologie, zu bedenken.

Liss P., Persson P.B., Hansell P., Lagerquist B. (2006): Renal failure in 57925 patiens undergoing coronary procedures using iso-osmolar or low-osmolar contrast media. Kidney International

Kontakt
Prof. Dr. Persson
Institut für vegetative Physiologie
Charité -
Universitätsmedizin Berlin,
Charité - Campus Mitte
Tel 030 450 528 172/162
pontus.persson@charite.de

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

Weitere Berichte zu: Kontrastmittel Nierenversagen Wahrscheinlichkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie