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Trinkwasserqualität aus dem Zapfhahn

03.11.2006
Das Fraunhofer IGB und Aqa bieten im Rahmen einer bundesweiten Studie die Möglichkeit, das Wasser, wie es in den Haushalten aus dem Wasserhahn kommt, testen zu lassen. Der Wassercheck gibt aufgrund einer detaillierten Analyse Auskunft über Leitungsmaterialien, über den Zustand der Entnahmearmaturen oder ob das Wasser eine besondere Mineralstoffzusammensetzung aufweist.

Deutschland ist ein Land des Wassers. Rund ? (73 Prozent) der Bevölkerung werden täglich mit Grund- und Quellwasser versorgt. Dieses Wasser muss meist nicht aufbereitet bzw. nur sicherheitsdesinfiziert werden. 99 Prozent der Bevölkerung werden über das öffentliche Netz versorgt, das Wasser entsprechend der gesetzlichen Normen bereitstellt. Für die Trinkwasserqualität, die beim Endverbraucher aus dem Zapfhahn kommt, ist aber letztendlich jeder Haushalt selbst verantwortlich.

Das Trinkwasser, das über die ca. 6 600 Wasserversorger verteilt wird, entspricht zum überwiegenden Teil den gesetzlichen Voraussetzungen (Trinkwasserverordnung). Aber wie kommt das Wasser zu Hause aus den Leitungen? Über die Wegstrecke vom Versorger bis ins Wasserglas kann vor allem auf den letzten Metern viel passieren. Die Hausleitungen und die Entnahmearmaturen liegen nicht im öffentlichen Verantwortungsbereich und gerade die sind im Fokus der neuen flächendeckenden Aktion.

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und AQA haben hierzu ein Verfahren entwickelt, das es jedem Haushalt ermöglicht, sein wichtigstes Lebensmittel, dort wo man es zum Trinken und Kochen entnimmt, selbst zu testen. Die Summe aller Daten bildet die Grundlage für eine umfassende Studie über die Wasserqualität in Deutschland, die beim Endverbraucher gegeben ist.

Der Wassercheck gibt Auskunft über Leitungsmaterialien, über den Zustand der Entnahmearmaturen, ob das Wasser für die Zubereitung von Babynahrung geeignet ist oder eine besondere Mineralstoffzusammensetzung aufweist. Die untersuchten Parameter geben auch Aufschluss darüber, ob das Wasser überhaupt getrunken werden sollte.

Obwohl Deutschland mit hohem Aufwand die Qualität des Wassers absichert, ist doch vergleichsweise wenig über den Zustand des Leitungswassers am Entnahmepunkt in den Haushalten bekannt. In Österreich, wo immerhin 99 Prozent der Trinkwasserversorgung aus Grund- und Quellwasser stammt, wurden bei einem landesweiten Test, der seit 4 Jahren läuft bei ca. 22 Prozent aller Proben Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt.

Die Ursachen für die Beeinträchtigungen der Wasserqualität auf den letzten Metern liegen zum Teil in der Bausubstanz, weiters in der Qualität der eingesetzten Armaturen (marken- und preisunabhängig). Blei spielt vor allem im städtischen Bereich (in Deutschland wurden Bleirohre bis 1973 eingebaut) eine Rolle. Nickel ist ein Gefahrenbereich in jedem Haushalt (Hauptverursacher ist hier der Zapfhahn). Nitrat führt hauptsächlich im ländlichen Bereich zu Problemen.

Auch wenn Deutschland zu 99 Prozent aus der öffentlichen Wasserversorgung mit Trinkwasser bedient wird, so sind es immer noch rund 1 Mio. Menschen, die sich mit Hausbrunnen versorgen. Die Möglichkeiten, dort das Wasser zu testen, sind oft nicht gegeben.

Der Wassercheck, der unter http://shop.wassercheck.com verfügbar ist, bietet im gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus an, sein Wasser durch das Fraunhofer IGB testen zu lassen. Die Analyse des Fraunhofer IGB ermöglicht eine seriöse, qualitätsgesicherte Aussage über das Wasser, wie es aus der Leitung kommt.

Dr. Claudia Vorbeck | idw
Weitere Informationen:
http://www.igb.fraunhofer.de/
http://shop.wassercheck.com
http://www.igb.fhg.de/WWW/Presse/Jahr/2006/dt/PI_Wassercheck.html

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