Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf die Praxis kommt es an!

31.10.2006
Betriebspraxis ist für Teilnehmer/-innen außerbetrieblicher Ausbildungsplatzprogramme wichtig und erhöht ihre Arbeitsmarktchancen.

So hatten vier von zehn Jugendlichen, die 2005 im Ausbildungsplatzprogramm Ost "betriebsnah" ausgebildet wurden, ein halbes Jahr nach Ausbildungsabschluss einen Arbeitsplatz. Betriebsnah bedeutet, dass die Ausbildung nicht nur in außerbetrieblichen Werkstätten, sondern überwiegend - wie in einer "normalen" Lehre - in einem Ausbildungsbetrieb stattfindet.

Dagegen hatte von den Jugendlichen, die ihre Lehre in einer schulischen Ausbildung abschlossen, nur gut jede/r Fünfte (22 %) eine Arbeitsstelle. Weitere 13 % absolvierten ein betriebliches Anerkennungsjahr. Die besten Arbeitsmarktchancen bietet aber nach wie vor eine "normale" betriebliche Lehre: Die Erwerbsquote der so ausgebildeten ostdeutschen Jugendlichen lag bei 53 %.

Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu den Arbeitsmarktchancen der Absolventen/-innen im Ausbildungsplatzprogramm Ost.

Sie ist Bestandteil einer Programmauswertung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ministerium stellt in diesem Jahr 88 Millionen Euro zur Verfügung und finanziert damit etwa 13.000 außerbetriebliche Ausbildungsplätze. Befragt wurden rund 1.500 Teilnehmer/-innen des Programms und 500 Erwerbstätige mit betrieblicher Ausbildung.

Eine Arbeitsstelle erhielten die Programmabsolventen/-innen am häufigsten durch die Übernahme in den Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieb. Wird der Anteil derer mit berücksichtigt, bei denen die Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetriebe vermittelten, so fanden knapp zwei Drittel (64 %) der betrieblich und fast die Hälfte (45 %) der betriebsnah ausgebildeten Erwerbstätigen ihre jetzige Arbeitsstelle. Bei den schulisch ausgebildeten Erwerbstätigen waren es dagegen nur 14 %, da dem Praktikumsbetrieb hier eine geringere Bedeutung zukommt.

Fällt jedoch der Übernahmevorteil der betrieblich Ausgebildeten weg und müssen sie sich wie alle anderen am Arbeitsmarkt bewerben, gleichen sich die Erwerbsquoten fast an (betriebsnah 31 %; "normale" Lehre 34 %).

Beeinflusst werden die Arbeitsmarktchancen der betriebsnah Ausgebildeten auch vom Ausbildungsberuf: Mehr als die Hälfte derjenigen, die im Elektro-, Metall-, IT- oder Medienbereich ausgebildet wurden, hatte eine Arbeitsstelle; bei den Bürokaufleuten war es dagegen nur jede/r Dritte.

Finden die Jugendlichen außerhalb ihres Ausbildungsbetriebs Arbeit, so wird die Anwendbarkeit des Gelernten von betrieblich und betriebsnah Ausgebildeten gleich hoch eingeschätzt. In kleinen Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten profitieren die betriebsnah Ausgebildeten sogar von der Kombination betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildungsphasen. So konnten hier 61 % "fast alles" bzw. "eher viel" des Gelernten auf ihrer neuen Arbeitsstelle anwenden. Bei den Erwerbstätigen mit betrieblicher Ausbildung berichteten dies nur 44 %.

Weitere Informationen zu den Ausbildungsplatzprogrammen Ost im Internetangebot des BIBB und dem vollständigen Bericht zur Absolventenbefragung als Download, finden Sie unter den unten augeführten Links.

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:
Klaus Berger, Tel.: 0228 / 107-1320; Fax: 0228 / 107-2960; berger@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/wlk8305.htm
http://www.bibb.de/dokumente/pdf/Ergebnisbericht_Absolv_18_10_06fin.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie