Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Singen die Berliner noch?

27.10.2006
TU Berlin präsentiert Studie zum Gesangsverhalten der Hauptstädter während der TENSO DAYS BERLIN 2006

Wozu sollten Großstädter selbst singen, wenn MP3-Player und andere omnipräsente Musikberieselungen das für ihn übernehmen können? In der Literatur findet man viele Hinweise darauf, dass Singen als allgemeine Kulturtätigkeit spürbar abnimmt. Chöre überaltern und werden geschlossen, Singen als geselliger Zeitvertreib ist uncool, und moderne Küchen eignen sich nicht als Aufführungsort für selbst vergessene Schauergesänge. Singen bald nur noch Profis?

Eine Antwort auf die Frage gibt das Projekt "Singen in Berlin". Das Projekt präsentiert sich während der diesjährigen Tenso Days Berlin 2006 und gehört zum Raum des Wissens, den Studierende der Musikwissenschaft der TU Berlin gestaltet haben.

Zeit: 3. - 5. November 2006, der Raum des Wissens ist geöffnet von 9.30 Uhr bis 22.00 Uhr

Ort: Radialsystem V, Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin

Unter Leitung der Musikwissenschaftlerin Priv. Doz. Dr. Martha Brech sind die Studierenden der Frage von zwei Seiten her nachgegangen. So wurden in einer Untersuchung 184 Mitglieder und Leiter von sieben sehr unterschiedlichen Laienchören zu ihrer Motivation zum Singen, ihrer musikalischen Ausbildung und Sängerlaufbahn, dem Repertoire, den Aufführungen und dem sozialen Chorleben in einem Fragebogen und teilweise ausführlichen Interviews befragt. In einer zweiten Untersuchung wurden 101 Passanten in einer Einkaufszone um Auskünfte zu ihrem individuellen Gesangsverhalten gebeten.

Die Ergebnisse sind nicht nur erstaunlich, sie widersprechen teilweise auch den allgemeinen Einschätzungen: Tatsächlich praktizieren die meisten Menschen irgendeine Form des Singens, heute jedoch versteckter und absichtlich für andere schlechter hörbar als zu früheren Zeiten. Zudem zeichnen sich altersspezifische neue Gesangsformen (wie Karaoke und Fußballgesänge) ab.

Dies mag ein Grund sein, warum in der Choruntersuchung ein relativ hohes Durchschnittsalter zu verzeichnen ist. Doch auch deutlich jüngere Menschen singen im Chor, bleiben aber letztlich wie die älteren Chorsänger meist in ihrer Altersgruppe. Chöre, so scheint es, sind nicht nur musikalische, sondern auch soziale Einheiten. So wundert es nicht, dass die meisten Chorsänger dem Repertoire ihres Chores einen geringeren Stellenwert beimessen als dem Spaß am Singen. Genauere Einzelheiten, auch zu den untersuchten Chören, wird die Präsentation zeigen.

Tenso ist ein internationales Netzwerk professioneller Chöre zur Förderung zeitgenössischer Musik. Einmal im Jahr werden die Arbeitsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Jahr werden in drei Konzerten der beteiligten Chöre aus Lettland, Frankreich und Deutschland während der Tenso Days Berlin 2006 fünf Werke uraufgeführt und zahlreiche deutsche Erstaufführungen zu hören sein.

Ausführliche Informationen zum Raum des Wissens der TU Berlin und zu den Tenso Days Berlin 2006 finden Sie auf der Homepage: www.tenso-days.com

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Priv. Doz. Dr. Martha Brech, Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin, Fachgebiet Musikwissenschaft, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel./Fax: 030/314-22235, E-Mail: m.brech@t-online.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi257.htm
http://www.tenso-days.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie