Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bildungsdefizite gefährden High Tech-Excellenz

23.10.2006
  • Deutschland stark in High Tech, schwach in Mathe
  • 25 Prozent mehr Stellen für Elektroingenieure im Internet
  • Abwanderung von Spitzenkräften verstärkt sich
  • High Tech aus Deutschland nimmt in wichtigen Zukunftsbranchen weltweite Spitzenplätze ein. Die Ingenieurquote in Technologieunternehmen steigt. Im Jahresvergleich haben die Online-Stellenangebote für Elektroingenieure um 25 Prozent zugenommen. Etwa ein Drittel der Firmen befürchtet, künftig den Expertenbedarf nicht mehr decken zu können.

    Das seit Jahren sinkende Schulniveau in Mathe und Physik wird den Nachwuchsmangel weiter verschärfen. Dies ist die Quintessenz der VDE-Young Professional Studie 2006, einer Umfrage unter Berufseinsteigern, Unternehmen und Hochschulen in der Elektro- und Informationstechnik, die anlässlich des VDE-Kongresses "Innovations for Europe" in Aachen vorgestellt wurde. 1.500 Experten und Entscheider bewerten auf dem europäischen Technologiegipfel Trends in den Bereichen Kommunikation, Mobilität, Energie, Life Science und Automation.

    Deutschland bei Chips ganz groß

    Die gute Position in der Mikro-, Nano-, Medizin-, Automations- und Energietechnik gilt derzeit als sehr gefestigt, allerdings werden asiatische Länder bis 2010 weiter aufholen. Laut VDE-Studie werden insbesondere die Mikro- und Nanotechnik für den Standort noch an Bedeutung gewinnen. Wie erfolgreich Engagement in High Tech sein kann, zeigt die Mikroelektronik. Das europäische Herz dieser Technologie schlägt heute in Sachsen, das inzwischen zum fünftgrößten Mikroelektronikstandort weltweit mit mehr als 22.000 hochqualifizierten Arbeitsplätzen avancierte. Dennoch bieten für über die Hälfte der befragten Professoren und Unternehmen derzeit die USA die besten Rahmenbedingungen für Innovationen.

    Beste Karrierechancen für Elektroingenieure

    Der Bedarf an Elektroingenieuren ist hoch. Das aktuelle VDE-Jobbarometer, eine Bewertung der Internetannoncen von 1.000 Technologieunternehmen, verzeichnet im Jahresvergleich eine Zunahme der Online-Stellenangebote um rund 25 Prozent. 80 Prozent der Unternehmen halten die beruflichen Perspektiven von Elektroingenieuren für besser als die von BWL- und Jura-Absolventen. Allerdings fürchtet ein Drittel der Firmen, künftig den Bedarf nicht mehr decken zu können.

    Von den guten Perspektiven des Ingenieurberufes sind auch 97 Prozent der Young Professionals im VDE überzeugt. Drei Viertel von ihnen schrieben weniger als zehn Bewerbungen, um ihre Stelle antreten zu können. Über die Hälfte hatten bereits nach nur ein oder zwei Vorstellungsgesprächen ihren Berufseinstieg geschafft. Die Arbeitsagenturen spielen bei der Vermittlung des Ingenieurnachwuchses praktisch keine Rolle.

    Es sind jedoch nicht nur die guten Perspektiven, die junge Ingenieure an ihrem Beruf schätzen, sondern auch dessen gutes Image und seine hohe Faszination. Vier von fünf Young Professionals sagen: Der Ingenieurberuf ist kreativ und abwechslungsreich. Weitere Stärken sind in den Augen der jungen Experten sein internationales Profil und seine positive Bedeutung für die Gesellschaft.

    Nachwuchs in der PISA-Falle

    Deutlich kritischer wird die Situation an Schulen beurteilt. Vier von fünf Professoren der Elektro- und Informationstechnik attestieren Abiturienten deutliche und zunehmende Defizite in Mathematik, Naturwissenschaften, aber auch in Deutsch. Diese Pisa-Syndrome können die Hochschulen nur noch sehr schwer ausgleichen. Die aktuelle Bildungsdiskussion bewertet der VDE daher als extrem wichtig, allerdings auch als viel zu spät. Der Wettlauf um Ideen und intelligente Lösungen, der Kampf um den Innovationsstandort Europa ist im Kern ein Bildungswettbewerb. Ohne massive Nachwuchsförderung werden wir nicht zu den Gewinnern zählen, so VDE-Präsident Stadler. "Wir unterstützen die Hightech-Strategie der Bundesregierung. Wir fordern gleichzeitig eine Bildungsoffensive pro Mathematik und Physik. Die Ingenieurkarriere beginnt in der Schule".

    Mehr Spitzenkräfte gehen ins Ausland

    Hinzu kommt, dass der sogenannte Brain Drain laut Studie zunehmen wird. Eine Abwanderung von Experten ins Ausland spüren derzeit sieben Prozent der Unternehmen, 41 Prozent erwarten jedoch eine Zunahme bis 2010. Die Abwanderung von Spitzenforschern ist bereits heute empfindlich zu spüren. Dies konstatieren 37 Prozent der befragten Hochschullehrer, eine Mehrheit (52 Prozent) befürchtet einen weiteren Anstieg.

    Die VDE-Studie Young Professionals 2006 können Sie für 150 Euro (VDE-Mitglieder kostenlos) als pdf-Datei unter www.vde.com/reports herunterladen oder bestellen: service@vde.com

    Melanie Mora | presseportal
    Weitere Informationen:
    http://www.vde.com

    Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

    nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
    16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

    nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
    11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

    Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

    Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

    Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

    Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

    Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

    Im Focus: A quantum walk of photons

    Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

    The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

    Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

    Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

    Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

    Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

    An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

    We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

    Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

    Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

    Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

    Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

    Anzeige

    Anzeige

    IHR
    JOB & KARRIERE
    SERVICE
    im innovations-report
    in Kooperation mit academics
    Veranstaltungen

    Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

    24.05.2017 | Veranstaltungen

    Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

    24.05.2017 | Veranstaltungen

    Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

    24.05.2017 | Veranstaltungen

     
    VideoLinks
    B2B-VideoLinks
    Weitere VideoLinks >>>
    Aktuelle Beiträge

    Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

    24.05.2017 | Physik Astronomie

    3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

    24.05.2017 | Physik Astronomie

    Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

    24.05.2017 | Messenachrichten