Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bürgerkriege feuern Hungersnöte an

17.10.2006
Konflikte in den hungrigsten Staaten sorgen für Katastrophen

Als wäre eine Katastrophe nicht genug: In den meisten Staaten in Süd-Asien und in Afrika, in denen bittere Hungersnot zum Alltag gehört, herrscht auch politische Unruhe oder Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Bewaffnete Gruppen nutzen Hunger als Waffe, in dem sie Plantagen, Felder und Nahrungsmittellager zerstören oder Hilfslieferungen plündern, berichtet das International Food Policy Research Institute IFPRI.

Im so genannten Global Hunger Index, der von der IFPRI und der deutschen Welthungerhilfe erstellt wurde, haben die Experten 119 Staaten untersucht. "Wir haben drei Indikatoren anaylysiert: den Prozentsatz der Unterernährten, den Prozentsatz der Kinder unter fünf Jahren mit Untergewicht sowie die Kindersterblichkeit bis zu einem Alter von fünf Jahren", so Iris Schöninger, Koordinatorin für Entwicklung und Politik bei der Welthungerhilfe, im pressetext-Gespräch. "Alle drei Komponenten wurden gleich gewichtet. Daher lässt sich daraus ein gesamtes Bild ableiten", erklärt die Expertin. An den Indikatoren könne man feststellen, dass Kinder am meisten gefährdet sind. Die am meisten benachteiligten Staaten sind Burundi, Äthopien, Eritrea, Sierra Leone und die Demokratische Republik Kongo. "In manchen Staaten wie etwa in Somalia fehlen Daten, daher wurden sie nicht berücksichtigt", erklärt Schöninger.

Ein zentrales Ergebnis der Studie sei gewesen, dass die Hungersituation in Konfliktländern sehr viel höher sei als in anderen Staaten, meint Schöninger. In einer Studie der Welternährungsorganisation FAO wurde von Experten die Situation in der sudanesischen Provinz Darfur als derzeit schlimmstes humanitäres Problem beschrieben. Dieser Tatsache stimmt auch Schöninger zu. Sie sieht neben einer direkten Unterstützung der Organisation auch das politische Druckmittel als Möglichkeit. "Wir fordern die deutsche Regierung auf, politischen Druck auf die Regierung im Sudan auszuüben, denn in Darfur ist die Situation nur deshalb so, weil der Staat es toleriert." Schöninger verweist auf kleine, aber immerhin existierende Fortschritte in Sierra Leone. "Kollegen von vor Ort berichten von kleinen Erfolgen." Es bleibe zu hoffen, dass das politische Gleichgewicht, das derzeit labil ist, bestehen und dass die gesamte Region friedlich bleibe.

Thema des diesjährigen Welternährungstags war "Investition in die Landwirtschaft für Lebensmittelsicherheit". Ansatzweise laufe das Projekt gut an, wie FAO-Generaldirektor Jacques Diouf ausführte. Der Schuldennachlass habe zu einer vermehrten Investition in der Landwirtschaft geführt, dennoch gebe es noch viel zu tun. "Wenn das Millenniumsziel, die Halbierung des Welthungers bis 2015, erreicht werden soll, müssen 19 Mrd. Dollar in Landwirtschaftsprojekte und zusätzliche fünf Mrd. Dollar für sofortige Nahrungsmittelhilfen bereit gestellt werden", erklärte Diouf. Der globale Hunger Index könnte helfen, so hoffen die Experten der IFPRI, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifpri.org
http://www.welthungerhilfe.de

Weitere Berichte zu: Bürgerkrieg Investition Prozentsatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie