Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit welchen sprachlichen Mitteln britische Zeitungen Meinungen artikulieren

11.10.2006
Studie der Augsburger Linguistin Monika Bednarek zur Verwendung evaluativer Sprache bei Continuum erschienen

Wenn Zeitungsleser morgens beim Kaffee ihre Zeitung aufschlagen, wollen sie eigentlich nur über den Zustand der Welt informiert werden. Dass und wie in der Zeitung allein die Sprache allerdings täuschen oder auf subtile Weise "Meinung machen" kann, zeigt die Augsburger Linguistin Dr. Monika Bednarek anhand der Analyse von Artikeln britischer Zeitungen in ihrer kürzlich bei Continuum in London und New York erschienen Dissertation.

Bednarek hat auf der Grundlage eines von ihr entwickelten Analyserasters 100 Artikel britischer Zeitungen, deren Themen vom Irakkrieg bis zu Prinzessin Diana reichen, intensiv untersucht und miteinander verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Verwendung evaluativer Sprache in "seriösen" Zeitungen einerseits und in Boulevardblättern andererseits herauszuarbeiten. "Das interessanteste Ergebnisse aus meiner Perspektive", erläutert Bednarek, "ist wohl, dass in der Tat beide Zeitungstypen relativ viel mit evaluativer Sprache arbeiten - mit einer Sprache also, die die Meinung des Schreibers ausdrückt." Obwohl es durchaus Unterschiede zwischen den beiden Typen gebe, seien diese geringer als erwartet, einige der Unterschiede seien in ihrer Subtiliät sogar überraschend.

Die künftige Anwendungsmöglichkeit ihrer Theorie zur evaluativen Sprache und des von ihr entwickelten analytischen Instrumentariums sieht die Sprachwissenschaftlerin u. a. in einem Vergleich deutscher und englischer Zeitungen: "Die Presselandschaft in England unterscheidet sich sehr von der in Deutschland. Die Frage ist, ob dies sich auch in der Sprache niederschlägt", erläutert Bednarek. Sie hofft, dass ihre Forschung dazu beiträgt, beschreiben zu können, "wie wir dazu überredet werden können, an etwas zu glauben, Ideologien zu entwickeln oder Dinge zu kaufen, die wir zuvor nie für nötig gehalten hatten."

... mehr zu:
»Continuum »Evaluation

Mit Fragen dieser Art hat sich im Juli 2005 auch bereits die von Bednarek und Prof. Dr. Wolfram Bublitz (Lehrstuhl für Englische Sprachwissenschaft) an der Universität Augsburg organisierte internationale Tagung "Evaluation and Text Types" beschäftigt (siehe http://idw-online.de/pages/de/news127164).

Monika Bednarek, Evaluation in Media Discourse: Analysis of a Newspaper Corpus, Continuum International Publishing Group Ltd., London/New York 2006), 272 Seiten, ISBN 0-8264-9126

KONTAKT:
Dr. Monika Bednarek
Lehrstuhl für englische Sprachwissenschaft
Universität Augsburg
86135 Augsburg
monika.bednarek@phil.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.MonikaBednarek.com
http://www.uni-augsburg.de

Weitere Berichte zu: Continuum Evaluation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie