Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie unsichtbare Prozessoren die Welt verändern

10.10.2006
Der anstehende Wandel in der Computerwelt mutet revolutionär an: Die Informationstechnik von morgen wird unsichtbar - und allgegenwärtig.

Die Alltagswelt, so ein eindeutiger Trend, wird mit einer steigenden Zahl von immer kleineren Rechnern bevölkert. Der Computer, wie wir ihn heute kennen, wird nach Einschätzung vieler Experten zum Auslaufmodell. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun eine Studie herausgegeben, die eine solche Technikentwicklung auf ihre Akzeptanz in der Bevölkerung hin untersucht.

Ergebnis: Die Menschen in Deutschland sind grundsätzlich bereit, sich auf allgegenwärtige Datenverarbeitung einzulassen. Sie müssen jedoch überzeugt sein, dass der Datenschutz gewährleistet ist, die Technik sicher und anwenderfreundlich sowie die Nutzung nicht verpflichtend ist.

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) und das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Humboldt-Universität in Berlin haben die Studie "Technikfolgenabschätzung - Ubiquitäres Computing und informationelle Selbstbestimmung (TAUCIS)" erarbeitet. Ubiquitäres Computing umschreibt den Einsatz von sehr kleinen Sensoren und Prozessoren in Alltagsprodukten, die miteinander kommunizieren und bei Bedarf bestimmte Aktionen auslösen. Gegenstände werden dadurch "intelligent" und unterstützen die Menschen.

Die TAUCIS-Studie beschreibt, unter welchen rechtlichen, technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Datenschutz gewährleistet werden kann. So dürfen zum Beispiel heimliche Überwachungen nicht befördert werden. Ein weiterer Punkt: Das Abwickeln von Kosten verursachenden Transaktionen muss gesichert ablaufen und steuerbar bleiben. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es eine gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesetzgeber ist, geeignete technische Lösungen zu entwickeln.

Ubiquitäres Computing wird schon heute in vielen Bereichen eingesetzt. Dazu zählt das Verfolgen von Waren in der Logistikbranche und die lückenlose Überwachung bei der Herkunft von Nutztieren. In der Automobilbranche können Chips im Fahrzeugschlüssel zum Beispiel nicht nur zum Bezahlen an der Tankstelle dienen, sondern auch für die automatische Einstellung von Spiegel, Sitzhöhe und Klimaanlage nach dem Geschmack des Fahrers sorgen. Intelligente Häuser erkennen ihre Bewohner, aktivieren pünktlich Wecker und Kaffeemaschine, stellen Lieblingsmusik an und blenden individuelle Nachrichten ein.

Die komplette Studie erhalten Sie unter www.bmbf.de/pub/ita_taucis.pdf.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/pub/ita_taucis.pdf

Weitere Berichte zu: Computing Datenschutz Prozessor Ubiquitär

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise