Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Studie: Dicke Bäuche leben gefährlich

09.10.2006
Das Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt mit dem Taillenumfang an.

Männer mit einem Taillenumfang ab 102 Zentimeter haben durchschnittlich ein 1,8fach höheres Herzinfarktrisiko als Männer mit einem Taillenumfang von unter 88 Zentimetern. Ebenso ist der Anteil der Personen mit einem mehr als 10-prozentigen Risiko, innerhalb von zehn Jahren einen Herzinfarkt zu bekommen, bei einem Taillenumfang ab 102 Zentimeter um mehr als das Doppelte gegenüber schlanken Männern erhöht.

Das sind die Ergebnisse einer Studie eines Forscherteams um Prof. Heribert Schunkert, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik II in Lübeck, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Nürnberg vorgestellt wurden. "Die Messung des Taillenumfanges erlaubt eine leichte Identifikation von Personen mit erhöhtem Risiko und der Notwendigkeit zu einer weiterführenden Diagnostik", berichtet Prof. Schunkert.

Der Taillenumfang korrelierte dabei signifikant mit allen Risikofaktoren: LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyceride, Nüchternblutzucker und systolischer Blutdruck. Der Taillenumfang steht außerdem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in einem engen Zusammenhang mit dem PROCAM-Score, einer Risikoberechnung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Berechnungen treffen auf Männer zwischen 35 und 65 Jahren zu. Für Frauen und Männer anderer Altersgruppen gilt der PROCAM Score nur eingeschränkt, weshalb diese nicht berücksichtigt wurden.

Die Studie umfasst insgesamt 35869 eingeschlossene Patienten, die in 1511 Arztpraxen an einem vorgegebenen Stichtag vorsprachen. Erfasst wurden Körpergröße und -gewicht, Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sowie Angaben zu Lebensstil, Vorerkrankungen, Familienanamnese, Medikation und soziodemographischen Merkmalen.

Tabelle: Das Risiko, in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt zu bekommen

Alter 35 - 44 Jahre
Taillenumfang Taillenumfang 88 - 93 cm: 1,8 (1 %)
Taillenumfang 94 - 102 cm: 2,1 (1 %)
Taillenumfang > 102 cm: 2,5 (3 %)
Alter 45 - 59 Jahre
Taillenumfang Taillenumfang 88 - 93 cm: 5,0 (13 %)
Taillenumfang 94 - 102 cm: 6,2 (20 %)
Taillenumfang > 102 cm: 7,0 (23 %)
Alter 60 - 65 Jahre
Taillenumfang Taillenumfang 88 - 93 cm: 11,3 (45 %)
Taillenumfang 94 - 102 cm: 12,6 (54 %)
Taillenumfang > 102 cm: 14,5 (63 %)
Die Tabelle zeigt das mittlere Herzinfarktrisiko in zehn Jahren (PROCAM Risiko-Score) in Prozent nach Taillenumfang und Altersgruppe. In Klammern ist der Anteil der Männer pro Gruppe genannt, bei denen das Zehn-Jahresrisiko für den Herzinfarkt über zehn Prozent liegt und bei denen somit primärpräventive Maßnahmen sinnvoll erscheinen.
Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43, Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org

Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at

Pressezentrum im CongressCenter Nürnberg: 0911 / 8606-6940

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: Blutdruck DGK Herzinfarkt Jahre<br>Taillenumfang Taillenumfang

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik