Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie über Möglichkeiten der Dekontamination von unerwünschten Stoffen in Futtermitteln

05.10.2006
In der Anlage 5 zur Futtermittelverordnung (FMV 2006) sind chemische Elemente und Verbindungen sowie Saaten und Früchte von giftigen Pflanzen aufgeführt, die als "unerwünschte Stoffe" eingestuft sind und die nicht bzw. nur unter Einhaltung der angegebenen Höchstgehalte in Futtermitteln vorhanden sein dürfen.

Dabei handelt es sich um sehr heterogene Stoffe bzw. Stoffgruppen, die nach folgender Systematik zusammengefasst werden können: Anorganische Stoffe/Kontaminanten, Organische Stoffe/Kontaminanten, Pilze und Mykotoxine, Antinutritive Pflanzeninhaltsstoffe, Pflanzenteile und Pflanzen mit antinutritiven Substanzen. Die zunehmende Sensibilisierung der Bürger für Lebensmittelsicherheit lässt verschiedene Substanzen in einem kritischen Licht erscheinen, wobei häufig außer Acht gelassen wird, dass es sich auch um wertvolle Ressourcen handeln kann.

Mit der Problematik der Dekontamination belasteter Stoffe hat sich eine Arbeitsgruppe am Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig auseinandergesetzt. Unter dem Gesichtspunkt der Verfütterung ist sicherzustellen, dass durch derartige Behandlungen die unerwünschten Stoffe abgebaut oder inaktiviert werden und dabei der Futterwert sowie die technologischen Eigenschaften der behandelten Futtermittel verbessert werden. Andererseits ist in Zeiten der zunehmenden Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen (einschl. der Verbrennung von Getreide oder der Kraftstoffgewinnung aus Getreide, Zuckerrüben, Raps u.a.) zu überlegen, ob die Aufwendungen zur Herstellung der Fütterungseignung von Chargen mit einem unerlaubten Gehalt an unerwünschten Inhaltsstoffen über die Dekontamination gerechtfertig ist oder ob andere Wege der Nutzung (z.B. Biogas, Verbrennung, Düngung u.a.) oder gegebenenfalls eine Entsorgung vorzuziehen sind.

Das Ziel der vorliegenden Ausarbeitung ist es daher, die Dekontaminationsmöglichkeiten für die unterschiedlichen "unerwünschten Stoffe" in Einzelfuttermitteln bzw. Ausgangserzeugnissen zusammenzustellen. Bei allen Substanzen wird - mit einigen Abweichungen - im Grundsatz nach der folgenden Rahmengliederung vorgegangen: Vorkommen und Bedeutung, Vermeidung des Eintrages, Reinigung (Verminderung bzw. Entfernung), Dekontamination (Inaktivierung, Detoxifikation), Schlussfolgerungen und Forschungsbedarf. Auf die Möglichkeiten der Reinigung bzw. Verminderung oder Entfernung unerwünschter Stoffe durch "einfache" Maßnahmen (mechanische Verfahren, Waschen; also Behandlungen, die vom Anwender selbst durchgeführt werden können) wird in der vorliegenden Ausarbeitung in Kurzform eingegangen, wenn entsprechende Möglichkeiten vorhanden sind. Unter Dekontamination (Inaktivierung, Detoxifikation) werden Maßnahmen zur Inaktivierung der unerwünschten Stoffe und damit zur Reduzierung ihrer Toxizität verstanden. Obwohl es zu verschiedenen Substanzen bereits detaillierte Betrachtungen gibt (Literatur ist in die einzelnen Abschnitte eingearbeitet), wird durch die Ausarbeitung eine Zusammenstellung über die Bedeutung der unerwünschten Stoffe und das Potential zur Dekontamination/Detoxifikation vorgenommen.

Der Abschlussbericht "Möglichkeiten zur Dekontamination von unerwünschten Stoffen nach Anlage 5 der Futtermittelverordnung (2006)" liegt als Sonderheft 294 der Schriftenreihe Landbauforschung Völkenrode vor (290 S.) und kann für 15,- € bei der FAL (FAL-IDZ, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig; landbauforschung@fal.de; Internet: www.fal.de - Publikationen - Sonderhefte Landbauforschung) bezogen werden.

Kontaktadresse: Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Tierernährung, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail:te@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/

Weitere Berichte zu: Dekontamination Futtermittel Inaktivierung Verbrennung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Massenverlust des Antarktischen Eisschilds hat sich beschleunigt
14.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Teure Flops: Nur 5% der Innovationsideen werden erfolgreich
12.06.2018 | Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics