Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WM rückblickend Meilenstein für M-Commerce

28.09.2006
Handy wird zur Fernbedienung anderer Medien

Die vergangene Fußball-WM hat die Entwicklung der M-Commerce-Branche in Deutschland kräftig vorangetrieben. Wie eine aktuelle Studie des eco Verbands der deutschen Internetwirtschaft zeigt, hat die Nutzung mobiler Dienste besonders während des Fußballturniers ordentlich zugenommen. In den vier Wochen der WM sind zahlreiche Neuerungen, Aktionen und Pilotprojekte im M-Commerce-Bereich gestartet worden. 37 Prozent der Experten, die im Zuge der Studie befragt wurden, gaben an, ihr Nutzungsverhalten habe sich während des Fußball-Events verändert.

"Die WM hat als Großereignis sozusagen die Initialzündung für die beschleunigte Entwicklung gegeben", sagt Bettina Horster, Vorstand der Vivai AG und Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce bei eco, im pressetext-Gespräch. Der positive Einfluss habe alle überrascht - nahezu alle Leute aus dem Mobile-Bereich hätten sich nach der WM höchst zufrieden gezeigt, so Horster weiter. Bei aller Euphorie muss dennoch eingeräumt werden, dass sich das Userverhalten in Bezug auf mobile Dienste grundsätzlich eher langsam entwickelt. "Dafür gibt es drei Hauptgründe: Zunächst ist es schwierig eine Verhaltensänderung beim Nutzer herbeizuführen, der das Handy bislang nur zur Kommunikation gebraucht hat. Außerdem sind die Gebührenmodelle in Deutschland noch sehr unattraktiv und letztlich waren bislang noch nicht die nötige Endgeräte vorhanden", erklärt Horster.

31 Prozent der Studienteilnehmer sprachen zumindest über ein geringfügig geändertes Nutzungsverhalten während der WM und vier Prozent wandelten ihr Verhältnis zu mobilen Diensten sogar stark. Über die Hälfte aller Befragten bevorzugten im Hinblick auf verschiedene Inhalte vor allem Informationsdienste. Für 15 Prozent waren Videostreams besonders wichtig. Handy-TV liegt klar vor Wetten, Spielen, Bilder-Downloads und Navigationsdiensten auf dem dritten Platz. "Generell wird das Handy in Zukunft kein anderes Medium an den Rand drängen, es ist aber vorstellbar, dass es zu einer Art Fernbedienung für andere Medien wird", meint Horster gegenüber pressetext.

Die Marktentwicklung in Deutschland unterscheidet sich von jener in den USA. Während sich in den Vereinigten Staaten bereits mehrere mobile TV-Sender etablieren konnten, die derzeit rund drei Mio. Nutzer verzeichnen, wird in Deutschland erst nach und nach das Potenzial von mobilen Services sichtbar. Henrik Rinnert, Geschäftsführer Mobiles Fernsehen Deutschland, spricht von rund sieben Mio. Kunden, die in der Bundesrepublik mit M-Commerce erreicht werden könnten. Die Branche umfasst inzwischen ein Marktpotenzial von rund 35 Mio. Euro.

In den USA schaut jeder Handy-TV-Nutzer derzeit durchschnittlich 27 Minuten pro Tag Fernsehsendungen via Mobiltelefon. Die bevorzugten Themen sind Wetter, Nachrichten sowie Promi-Meldungen. Da wie dort entwickelt sich das Handy jedenfalls weg vom simplen Kommunikationsgerät hin zu einem Multimedia-Center. Für 24 Prozent der Befragten ist das Handy das wichtigste Mittel zum Radiohören. Nur noch 22 Prozent benutzen in erster Linie das Radiogerät zuhause. Am beliebtesten ist aber nach wie vor das Autoradio. 40 Prozent hören am liebsten Radio, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.eco.de

Weitere Berichte zu: Fernbedienung Handy M-Commerce Nutzungsverhalten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik