Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV: Aussagekraft der Virenbelastung angezweifelt

27.09.2006
Für Krankheitsverlauf entscheidende Faktoren komplexer

Die Verdienste der Messung von HIV-Partikeln im Blut zur Vorhersage des Krankheitsverlaufes haben Wissenschaftler der Case Western Reserve University jetzt in Frage gestellt. Ihre Studie legt nahe, dass das Feststellen der Virenbelastung ein viel weniger zuverlässiges Verfahren zur Prognose des Verlustes der entscheidenden CD4-Immunzellen ist als bisher angenommen. Diese Forschungsergebnisse könnten zu einer Neueinschätzung des Zeitpunktes führen an dem eine Behandlung begonnen wird. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

Die Vorhersage des Fortschreitens der Krankheit ist für die Behandlung von HIV-Patienten von entscheidender Bedeutung. Vor allem geht es um die Entscheidung, wann mit der so genannten hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) begonnen wird. HAART hat Millionen Menschen das Leben gerettet. Die häufig auftretenden starken Nebenwirkungen führen jedoch dazu, dass mit ihrem Einsatz erst begonnen wird, wenn es unbedingt erforderlich ist. Die bestehenden Behandlungsrichtlinien weisen Mediziner an, für die Bestimmung dieses Zeitpunktes die Virenbelastung zu ermitteln. HIV greift vor allem die CD4-Zellen an. Nimmt die Anzahl dieser Art weißer Blutkörperchen im Körper ab, verliert der Körper die Fähigkeit die Infektion zu bekämpfen. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von krankheitsbedingten Komplikationen erhöht sich.

Diese Theorie geht davon aus, dass je größer die Virenbelastung ist, desto schneller auch der Verlust der CD4-Zellen stattfindet. Die aktuelle Studie ergab, dass die Virenbelastung nur rund fünf Prozent der Abweichung von einer Person zu der anderen beim Ausmaß des Verlustes an CD4-Zellen erklären kann. Daraus folgt laut BBC, dass die Zerstörung dieser Zellen nicht als einfache Folge der im Blut vorhandenen Virusmenge angesehen werden kann. Vielmehr deutet sich an, dass die für den Krankheitsverlauf entscheidenden Faktoren komplexer sind. Dazu dürfte auch der Schaden gehören, den das Virus direkt im Immunsystem anrichten kann.

Der leitende Wissenschaftler Benigno Rodriguez erklärte, dass die Ergebnisse dieser Studie umfangreiche Auswirkungen auf das Verständnis haben können, wie HIV eine Erkrankung verursacht und wie in der Folge die Behandlung der Patienten zu gestalten sein wird. Die Forscher bedienten sich eines ausgeklügelten statistischen Modellverfahrens zur Feststellung der Virenbelastung und des Verlustes von CD4-Zellen bei mehr als 2.800 HIV-Patienten, die nicht behandelt wurden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.case.edu
http://jama.ama-assn.org

Weitere Berichte zu: CD4-Zellen HIV Krankheitsverlauf Virenbelastung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

International Land Use Symposium ILUS 2017: Call for Abstracts and Registration open

20.03.2017 | Event News

CONNECT 2017: International congress on connective tissue

14.03.2017 | Event News

ICTM Conference: Turbine Construction between Big Data and Additive Manufacturing

07.03.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise