Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alzheimer: Plaquen verbreiten sich wie Prionen

22.09.2006
Beta-Amyloid-Proteine spielen entscheidende Rolle

Proteinproben aus den Gehirnen von Alzheimerpatienten, die in die Gehirne von gentechnisch veränderten Mäusen injiziert wurden, lösten in den Gehirnen der Tiere Alzheimer ähnliche Läsionen aus. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der Emory University gekommen. Damit liegt die Annahme nahe, dass die verformten Proteinklumpen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden, sich in einer Art und Weise ausbreiten können, die an Prionenerkrankungen wie den Rinderwahnsinn erinnert.

Die genauen Ursachen für Alzheimer sind bis heute nicht erforscht. Es scheint jedoch so zu sein, dass Beta-Amyloid-Proteine zu der Bildung von zerstörenden Plaquen im Gehirn beitragen. Der neurologische Schaden wächst im Laufe der Jahre an und führt zu einem Verlust des Gedächtnisses, der Sprache und anderer entscheidender mentaler Fähigkeiten. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science veröffentlicht.

Experten, die erforschen wie Beta-Amyloid die Bildung von Plaque fördern könnte, haben angenommen, dass es ähnlich wie bei Prionenkrankheiten stattfindet. Bei Prionenerkrankungen wie dem Rinderwahn agieren Proteine als Infektionserreger und nicht ein genetisches Material oder ein Mikroorganismus. In Labortests weisen Tiere, denen Prionenproteine verabreicht wurden Plaquen im Gehirn auf und sterben in der Folge. Frühere Experimente haben gezeigt, dass Injektionen der Gehirnextrakte von Alzheimerpatienten bei Seidenäffchen und Mäusen eine Plaquebildung auslösen können. Bisher war nicht klar, ob die Beta-Amyloid-Proteine selbst für diesen Effekt verantwortlich sind oder ein anderer Bestandteil des Gehirngewebes.

Das Team um Lary Walker setzte so genannte "APP23 Mäuse" ein, die gentechnisch so verändert wurden, das sie über das menschliche Gen mit einer Mutation verfügten, die im Alter zur Plaquenbildung führt. Erhielten junge APP23 Mäuse Gehirnextrakte von Menschen, die an Alzheimer verstorben waren oder von älteren gleichartigen Tieren, entstanden innerhalb von Wochen Plaquen. Normalerweise ist für die Ausbildung rund ein Jahr erforderlich. In einem nächsten Schritt nahm das Team Gehirnextrakte von alten APP23 Mäusen und setzte sie Molekülen aus, die die Beta-Amyloid-Proteine binden und deaktivieren. Wurden diese Extrakte in die Gehirne von jungen Mäusen injiziert, kam es zu keiner Plaquebildung. Laut Walker habe man damit erstmals gezeigt, dass der wahrscheinliche Keim das Beta-Amyloid selbst ist. Der Wissenschaftler erwähnt laut New Scientist ausdrücklich, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Beta-Amyloid allein die Bildung der Plaquen bei Mäusen beschleunigen kann, die nicht entsprechend gentechnisch verändert wurden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.emory.edu
http://www.sciencemag.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften