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Überwiegend gute Noten für Ehrenamtliche in Leitungsfunktionen

21.09.2006
Gemeinsame Studie von KPMG und Universität Potsdam zum Stifterkongress

Hauptamtliche Geschäftsführer gemeinnütziger Organisationen bescheinigen ihren ehrenamtlich besetzten Leitungsgremien eine überwiegend gute Arbeit. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG und der Universität Potsdam zum Thema „Corporate Governance in Nonprofit-Organisationen“, die heute auf dem Stifterkongress in Düsseldorf vorgestellt wird. Ausgewertet wurden dafür 89 Interviews mit Geschäftsführern vorwiegend gemeinnütziger Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Studie zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt in Nonprofit-Organisationen sehr viel enger ist als beispielsweise zwischen Aufsichtsrat und Vorstand in börsennotierten Unternehmen üblich und vorgesehen. Bei strategischen Entscheidungen ist nach Ansicht der befragten Geschäftsführer das Votum der ehrenamtlichen Mitarbeiter in 77 Prozent der Fälle ausschlaggebend. Dr. Patricia Siebart vom Lehrstuhl Public Management der Universität Potsdam „Diese enge Zusammenarbeit trägt den besonderen Bedürfnissen der Nonprofit-Organisationen in hohem Maße Rechnung. Deshalb sollte sorgfältig geprüft werden, inwieweit Corporate Governance-Konzepte aus der Industrie tatsächlich eins zu eins auf Nonprofit-Organisationen übertragen werden können, wie es zum Teil empfohlen wird.“

Fachkompetenz entscheidet bei Auswahl ehrenamtlicher Mitarbeiter

Für fast 90 Prozent der Geschäftsführer ist die Fachkompetenz der ehrenamtlichen Mitarbeiter das wesentliche Kriterium bei deren Auswahl. Seltener als von den Hauptamtlichen erhofft dagegen spielt bei der Auswahl ein möglicher Zugang zu Ressourcen eine Rolle. Zwar wünscht sich hier über die Hälfte der hauptamtlichen Geschäftsführungen (51,7 Prozent) eine stärkere Einbindung Ehrenamtlicher, doch wird dies faktisch nur in knapp 30 Prozent der Organisationen umgesetzt. Christian Graf von Hardenberg, Partner bei KPMG: „Da die von den Organisationen bereitgestellten Leistungen nicht immer über Entgelte finanziert werden, spielt die Ressourcengenerierung eine wichtige Rolle. Das Potenzial, das hier durch die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter erschlossen werden könnte, wird offenbar noch nicht hinreichend genutzt.“

Wie die Studie zeigt, verfügen inzwischen zwar fast alle Organisationen über formulierte Leitbilder, so genannte ‚Mission Statements’. „Die Verknüpfung dieser Organisations-Leitbilder mit den operativen Managementsystemen scheint jedoch bei vielen nicht stringent zu erfolgen“, so Christian Graf von Hardenberg: „Auffällig ist beispielsweise, dass Balanced Scorecards in den befragten Organisationen so gut wie keine Rolle spielen. Dabei sind sie besonders geeignet, finanzielle und nicht finanzielle Ziele miteinander zu verknüpfen.“ In 13,5 Prozent der Organisationen wird mit einer Balanced Scorecard gearbeitet, weitere 16,9 Prozent planen deren Einsatz.

Obwohl die ganz überwiegende Mehrheit (86 Prozent) der Stiftungen, Vereine und GmbHs die Qualität ihrer Leistungen als Kriterium für die Bewertung der eigenen Effektivität bezeichnet, verfügt nur knapp über die Hälfte (55 Prozent) über ein Qualitätsmanagementsystem. Demgegenüber benennen rund 70 Prozent der befragten Geschäftsführer das Jahresergebnis als Effizienzkriterium. Managementinstrumente und Berichte an Gremien sind stark an finanziellen Größen orientiert. „Möglicherweise laufen die gemeinnützigen Organisationen bei dieser Fokussierung Gefahr, ihre ideellen Ziele aus den Augen zu verlieren“, mahnt Dr. Patricia Siebart.

Sabrina Röseler | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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