Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telemedizin-Monitoring alltagstauglich und kostensparend

15.09.2006
Krankenhausaufenthalte verringern sich um drei bis vier Tage

Kosteneinsparungen von bis zu 38 Prozent und alltagstaugliche Einsatzfähigkeit: Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie HealthService24, die im Auftrag der Europäischen Union die Leistungsfähigkeit des telemedizinischen Monitorings chronisch kranker Patienten untersucht hat. Die dafür benötigte Technik ist nach den Studienergebnissen ausgereift und auf dem Markt verfügbar. Geleitet wurde das Projekt vom schwedischen Telekommunikationsanbieter Ericsson.

Mit mobilen Monitoring-Lösungen soll in Zukunft die Dauer kostspieliger Krankenhausaufenthalte von chronisch Kranken verkürzt werden. Mehr als zehn Monate untersuchten Ärzte an drei Krankenhäusern in Barcelona, Enschede und auf Zypern jeweils 20 bis 25 Patienten mit Herzbeschwerden, chronischen Lungenleiden und Frauen mit Risikoschwangerschaften. Ärzte und Pflegepersonal berichteten, dass die mobile Lösung problemlos in den Klinikalltag integriert wurde.

Technik und Software arbeiteten einwandfrei mit den Systemen der Krankenhäuser zusammen. Auch auf die Patienten wirkte sich die mobile Lösung positiv aus: Das Bewusstsein über die eigene Krankheit stieg von bisher 27 auf 58 Prozent. Auch die Rate der Selbstversorgung nahm zu. Lag sie vor Beginn der Studie bei rund 48 Prozent, waren danach 81 Prozent der Patienten nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Herzstück der Technik sind am Körper angebrachte Sensoren, die bestimmte Vitalfunktionen überwachen. Von dort gelangen die Daten per drahtloser Bluetooth-Technik entweder an eine zigarettenschachtelgroße Box oder an ein Mobiltelefon. Von dort kommen sie auf einen Server, der die Daten aufbereitet und auf eine Website bringt.

"Ärzte können die Werte ihrer Patienten online auf einer passwortgeschützten Internetseite verfolgen", erklärt Ericsson-Projektmanager Rainer Herzog. "Außerdem können sie bestimmte Parameter - etwa beim Blutdruck - einstellen, innerhalb deren sich die Werte des Patienten bewegen sollen." Werden die vorher definierten Werte unter- oder überschritten, können Ärzte und Patienten per SMS alarmiert werden.

"Im Schnitt konnten die Patienten die Klinik drei bis vier Tage früher verlassen", so Herzog. Bei den Kranken mit chronischen Lungenleiden sei die Zahl erneuter Klinikeinweisungen innerhalb der ersten acht Wochen nach der Entlassung von 31 Prozent auf 13 Prozent gesunken. Von den Herzpatienten hätten 90 Prozent angegeben, sich durch das Monitoring sicherer zu fühlen. Derzeit arbeite Ericsson an der Einführung weiterer Sensoren, etwa für EKG, für Lungenfunktions- sowie für Blutdruckmessung. Bis zum Jahresende sollen alle Sensoren einsetzbar sein. Dann will das Unternehmen auch ein Glucometer für die Beobachtung von Diabetes-Patienten und einen Koagulationsmesser für die blutverdünnende Medikation bei Patienten mit einem Schlaganfall anbieten.

Das jährliche Einsparpotential durch ambulantes Patienten-Monitoring in Deutschland beträgt nach Angaben von Ericsson bis zu 1,5 Milliarden Euro. Die Anwendung richtet sich an Kliniken und Ärztenetze. Weitere Einsatzfelder der Technik sieht Herzog bei klinischen Pharma-Studien. Dabei verspricht sich das Unternehmen eine erhebliche Beschleunigung bei der Studienauswertung. "Der erfolgreiche europäische Praxistest ist für Ericsson ein wichtiger Meilenstein für die weitere Vermarktung von Ericsson Mobile Health. Da die Datenübermittlung über einen zentralen Server und bestehende Netze erfolgt, bleiben die Investitionskosten für Praxen und Krankenhäuser gering", so das Resümee von Herzog.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.healthservice24.com
http://www.ericsson.com/de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise