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Auslandsbanken verschärfen den Wettbewerb

05.09.2006
Die Aktivitäten ausländischer Kreditinstitute sowie von Direktbanken werden den Wettbewerb auf dem deutschen Bankenmarkt weiter verschärfen. Mehr als drei Viertel der Fach- und Führungskräfte deutscher Kreditinstitute gehen für die kommenden zwölf Monate von einem steigenden Engagement beider Institutsgruppen aus.

Die Impulse dieser Marktteilnehmer werden die Wettbewerbsdynamik in den kommenden zwölf Monaten damit am stärksten beeinflussen. Das ist das Ergebnis der Studie „Banking Trend“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem Bankmagazin und ibi research.

Um im Außenhandelsgeschäft Marktanteile zu gewinnen, setzen ausländische Institute gezielt auf mittelständische Kunden. Der Grund: In diesem Segment führt der durch die Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) eingeleitete Wandel bei der Unternehmensfinanzierung zu einer erhöhten Nachfrage nach alternativen Produkten. Bei Kapitalmarktfinanzierungen können die Auslandsbanken ihre Kunden beispielsweise an Anlagemodelle heranführen, die in Deutschland bislang nur eine geringe Verbreitung haben, in anderen Ländern aber seit Jahren etabliert sind.

So gewinnen beispielsweise Mezzanine-Finanzierungen zunehmend an Bedeutung. Diese Mischform aus Eigen- und Fremdkapital ermöglicht eine Vielzahl von Ausgestaltungen und ist gesetzlich weniger stark reguliert als die klassischen Finanzierungsmodelle in Deutschland. Insbesondere in Bezug auf Verzinsungsregelungen, Laufzeiten sowie Rückzahlungsmodalitäten stehen dem Mittelstand damit flexiblere Möglichkeiten offen.

Auf der Kostenseite sind Auslandsbanken in vielen Fällen effizienter aufgestellt, als der deutsche Branchendurchschnitt. Diesen Wettbewerbsvorteil können die Institute mit einer günstigen Preisgestaltung an ihre Kunden weiter gegeben. Im gehobenen mittelständischen Firmenkundengeschäft konzentriert sich das Interesse der ausländischen Anbieter auf gewinnträchtige Segmente, wie beispielsweise Asset Backed Securities (ABS), den Handel mit verbrieften Forderungen. Das Engagement der Auslandsbanken bleibt allerdings nicht auf einzelne Segmente beschränkt. International aufgestellte Großbanken dienen sich ihrer deutschen Klientel zunehmend auch als Hausbank an. Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Unternehmer, die mit mehreren Banken zusammenarbeiten, oftmals ein ausländisches Institut zu ihrer Hausbank machen.

Aber auch Direktbanken setzen die deutschen Kreditinstitute unter Druck. Der Erfolg ihres Konzepts beruht vor allem auf der Fokussierung auf wenige Kernprodukte. Ob Autokredit, Altersvorsorge oder Tagesgeld, die neuen Wettbewerber sind meist nur auf bestimmte Sparten des Retailgeschäfts spezialisiert und machen den Universalbanken in diesen Bereichen gezielt Konkurrenz. Die neuen Anbieter tragen zudem den Bedürfnissen der Kunden Rechnung, die Bankgebühren bei der Abwicklung der Geschäfte möglichst gering zu halten. Dabei profitieren die Direktbanken vom Verzicht auf ein ausgebautes Filialnetz. Die Institute kommunizieren mit ihren Kunden stattdessen rund um die Uhr über Internet, Telefon und Post. Das bringt große betriebswirtschaftliche Vorteile: Im Vergleich zu traditionellen Filialbanken müssen die Direktbanken nur rund ein Fünftel der Kosten aufwenden.

Joerg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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