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Autismusrisiko mit älteren Vätern in Zusammenhang gebracht

05.09.2006
Alter der Mutter scheint keine Rolle zu spielen

Kinder mit älteren Vätern verfügen über ein deutlich erhöhtes Austismusrisiko. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Mount Sinai School of Medicine und des Institute of Psychiatry at King's College gekommen. Kinder, die Vätern über 40 Jahren geboren werden, verfügten über ein sechs Mal so hohes Risiko als Kinder von Vätern unter 30 Jahren. Laut den Wissenschaftlern sei die in den Archives of General Psychiatry veröffentlichte Studie ein weiterer Beweis dafür, dass die biologische Uhr auch bei Männern tickt. Simon Baron Cohen vom Autism Research Centre http://www.autismresearchcentre.com erklärte, dass Tests erforderlich seien, die untersuchten, ob dieser Zusammenhang allgemein zu beobachten sei.

Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von 132.271 Kindern, die während der achtziger Jahre in Israel geboren wurden. Alle Männer und drei Viertel der in diesen Jahren geborenen Frauen wurden im Alter von 17 Jahren durch die Musterungskommission beurteilt. Im Zusammenhang dieser Untersuchungen wurden etwaige Erkrankungen festgestellt und aufgezeichnet. Zusätzlich wurde das Alter der Eltern notiert und Faktoren wie das Geburtsjahr und der sozioökonomische Status berücksichtigt. Bei jenen Kindern, deren Väter zwischen zum Zeitpunkt ihrer Geburt zwischen 15 und 29 Jahren alt waren, lag die Autismusrate bei sechs von 10.000 Kindern. Diese Zahl stieg bei Vätern zwischen 30 und 39 Jahren auf neun an und war damit 1,6 Mal so hoch. Bei Vätern im Alter zwischen 40 und 49 Jahren stieg die Rate auf 32 von 10.000 Kindern und war damit 5,75 Mal so hoch. Bei Vätern über 50 Jahren schien die Zahl noch höher zu sein. Laut den Wissenschaftlern war das Sample in dieser Altersgruppe jedoch nur sehr klein. Das Alter der Mutter schien die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung des Kindes nicht zu beeinflussen.

Die Forscher gehen davon aus, dass es einen genetischen Defekt geben könnte, der mit steigendem Alter weiter verbreitet ist. Dabei könnte es sich um spontane Mutationen der Sperma produzierenden Zellen handeln oder um Veränderungen in der genetischen Prägung, die die Exprimierung der Gene beeinflusst. Der leitende Wissenschaftler Avi Reichenberg erklärte, dass es wichtig sei, dass das väterliche Alter durch das soziokulturelle Umfeld beeinflusst werde und in verschiedenen Zeiten und Gesellschaften unterschiedlich sei.

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Autismus und ähnliche Krankheiten sind immer stärker verbreitet. Heute sind 50 von 10.000 Kindern betroffen. Vor zwei Jahrzehnten waren es noch fünf von 10.000. Für den Anstieg der Anzahl der Erkrankungen werden hauptsächlich das gesteigerte Bewusstsein und Veränderungen in der Diagnose verantwortlich gemacht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch andere sich verändernde Faktoren eine Rolle spielen könnten. Ein höheres Alter der Eltern wurde in der Vergangenheit mit Anomalien in der Gehirnentwicklung bei Kindern in Zusammenhang gebracht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mssm.edu
http://archpsyc.ama-assn.org
http://www.iop.kcl.ac.uk

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