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Roland Berger Studie untersucht internationale Automobilzulieferer

29.08.2006
Österreichische Unternehmen in Nischenmärkten erfolgreich

Die Rentabilität der globalen Automobilzulieferindustrie hat sich in den vergangenen fünf Jahren klar verbessert. Die Top-Performer differenzieren sich durch klare Strategiemuster vom Wettbewerb und erreichen dadurch eine dreimal höhere Rentabilität. In Österreich haben vor allem kleinere Nischenunternehmen die Nase vorn. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Strategien für profitables Wachstum in der weltweiten Automobilzulieferindustrie" von Roland Berger Strategy Consultants und der Investmentbank Rothschild. Die Untersuchung basiert auf einer Analyse der Strategien und Geschäftszahlen der vergangenen sechs Jahre von rund 370 global agierenden Automobilzulieferern, darunter 23 aus Österreich.

"Der Druck auf die Automobilzulieferer hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Einerseits sind die Rohstoffpreise stark gestiegen, andererseits versuchen die Automobilhersteller, ihre Einkaufskosten weiter zu reduzieren", sagt Rupert Petry, Partner im Wiener Büro von Roland Berger Strategy Consultants. So sanken die EBIT-Margen der Zulieferer im Krisenjahr 2001 vor allem in den USA und China zum Teil sehr stark. "Im Gegensatz zu den Automobilherstellern konnten die Zulieferer diesen Trend jedoch umkehren", so Petry. Grund dafür ist die Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit und eine starke Reduzierung der Kosten. Vor allem österreichische Zulieferer profitieren derzeit vom starken Wachstum in den neuen EU-Staaten. Mittelfristig werden aber vor allem Russland, Rumänien und die Türkei massiv an Bedeutung für heimische Automobilzulieferer gewinnen.

Eigenständige Unternehmen in Österreich erfolgreicher

In Österreich sind es die eigenständigen Zulieferunternehmen, die im internationalen Vergleich stark wachsen. Sie konnten ihre Umsätze in den vergangenen sechs Jahren um durchschnittlich 8,0% pro Jahr steigern, Tochtergesellschaften von internationalen Zulieferern nur um 6,7%. Weltweit beträgt das durchschnittliche Umsatzwachstum 7% jährlich. Auch bezüglich Rentabilität liegen eigenständige österreichische Automobilzulieferer mit einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 4,4% deutlich vor den Tochtergesellschaften internationaler Unternehmen (2,3%) - jedoch markant unter dem globalen Durchschnitt von 5,7%.

Heimische Nischenanbieter weltweit anerkannt

Ein Blick auf die Größe zeigt, dass global gesehen große Zulieferer (Umsatz zwischen einer Milliarde und fünf Milliarden Euro) am rentabelsten arbeiten. In Österreich dominieren allerdings mittelständische Unternehmen (Umsatz bis 500 Millionen Euro). "Erfolgreiche österreichische Automobilzulieferer sind meist Nischenanbieter mit einer starken Entwicklungs- und Technologiekompetenz. Unternehmen wie die Miba AG oder AVL List sind hier international anerkannt", stellt der Berater fest.

Internationale Erfolgsmuster in Österreich nur teilweise umgesetzt

Die Studie zeigt auch internationale Erfolgsmuster der Top-Performer auf. Dazu gehören unter anderem ein stärker fokussiertes Produktportfolio, eine breitere und globaler ausgerichtete Kundenbasis und eine konsequentere Verlagerung von Produktionskapazitäten an Niedriglohnstandorte. Zudem investieren sie zielgerichtet in Forschung und Entwicklung sowie in stärkerem Maße in ihre Anlagen. Auch kennzeichnen die Top-Performer eine stabile Unternehmensführung und kundenorientierte Organisationsstrukturen sowie ein hoher Eigenkapitaleinsatz und flexible Finanzierung.

Nicht alle dieser internationalen Erfolgsfaktoren lassen sich auch in Österreich finden, nicht zuletzt aufgrund überdurchschnittliche Zahl an mittelständischen Betrieben. "Generell gilt, dass die Nischenstrategie vieler heimischer Zulieferer starke Investitionen in Forschung und Entwicklung unterstützt. Auch stabile Managementstrukturen zeichnen österreichische Unternehmen aus", sagt Petry. Handlungsbedarf sieht er hingegen bei der globalen Verteilung der Umsätze und bei der Finanzierung: "Viele österreichische Zulieferer sind zu sehr auf den deutschen Markt fokussiert und dadurch von der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Landes abhängig. Ein weiteres Handicap ist die teils geringe Eigenkapitalquote heimischer Unternehmen. Working Capital Management und neue Finanzierungsformen wie etwa Venture Capital sind hierzulande noch zu wenig verbreitet", fasst der Berater zusammen.

Ausblick: Zuliefererindustrie bleibt attraktiv, aber anspruchsvoll

Die Automobilproduktion in den Schlüsselmärkten wird in den kommenden Jahren weiter steigen. "Zudem werden die Hersteller auch künftig bereit sein, Preisaufschläge für Produkte zu zahlen, mit denen sie sich von anderen Marken differenzieren können", prognostiziert der Berater. Es gibt noch Spielräume, mit denen die Zulieferer Kosten sparen und ihre Rentabilität erhöhen können: Produktion und Entwicklung können beispielsweise teilweise in Niedriglohnländer verlagert, das Umlaufvermögen (Working Capital) optimal organisiert oder die Bilanzstruktur verbessert werden.

Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, zählt zu den weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 32 Büros in 23 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Mehr als 1.700 Mitarbeiter haben im Jahr 2005 einen Honorarumsatz von rund 550 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 130 Partnern.

Weitere Informationen:
Roland Berger Strategy Consultants
Mag. Rupert Petry
Partner
Freyung 3/2/10
1010 Wien
Tel. +43-1-536 02-301
E-Mail: rupert_petry@at.rolandberger.com
Roland Berger Strategy Consultants
Mag. Matthias Sturm
Marketing- & PR-Advisor
Freyung 3/2/10
1010 Wien
Tel. +43-1-536 02-110
E-Mail: matthias_sturm@at.rolandberger.com

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Weitere Informationen:
http://www.rolandberger.com

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