Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hilfe zur nachhaltigen Behandlung von Depressionen

29.08.2006
Psychologische Studie in Hessen und Thüringen läuft an

Sie kennen wiederkehrende Phasen, in denen Sie über Wochen hinweg unter gedrückter Stimmung, Hoffnungslosigkeit oder Interesselosigkeit litten? Waren die Beschwerden begleitet von Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Appetitmangel? Sie ziehen sich dann vor der Umwelt zurück und können den Alltag nicht mehr bewältigen? Wer diese Fragen mit Ja beantwortet, leidet möglicherweise unter einer wiederkehrenden Depression.

Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung. In Deutschland leiden ca. drei Millionen Menschen an Depressionen. "Und jeder Dritte wird wahrscheinlich in seinem Leben irgendwann eine Depression durchleben", weiß Prof. Dr. Ulrich Stangier von der Universität Jena. "Viele Betroffene glauben, dass es sich nur um eine einmalige Phase handelt. Das ist leider nicht so. Vielfach ist nicht bekannt,", so der Jenaer Psychologe, "dass die Rückfallgefahr bei Depression sehr hoch ist". 60-80 Prozent der erstmalig Erkrankten erleiden im Verlauf ihres Lebens weitere depressive Phasen: bei diesen Risikopersonen sind es im Durchschnitt vier Phasen im Leben.

Rückfälle sind jedoch kein unvermeidliches Naturgesetz, sie lassen sich verhindern. Lange Zeit gab es nur die Möglichkeit, über einige Jahre hinweg oder dauerhaft antidepressive Medikamente zu nehmen. Nun stehen neue psychologische und psychiatrische Behandlungsansätze zur Verfügung, die speziell zur Prävention von Rückfällen eingesetzt werden. Bisher waren sie in Deutschland jedoch kaum bekannt. Derzeit läuft an den Universitäten Jena und Frankfurt am Main eine Studie an, in der erstmalig zwei Behandlungskonzepte erprobt werden, die neueste Verfahren und Therapieformen kombinieren.

... mehr zu:
»Auslösung »Depression

Die Behandlung wird an verschiedenen Kliniken in Raum Hessen und Thüringen angeboten. Wissenschaftliche Leiter der Studie sind Prof. Dr. Ulrich Stangier und PD Dr. Ralf Schlösser (beide Universität Jena), Prof. Dr. Arnd Barocka und Dr. Thomas Heidenreich (beide Frankfurt) sowie Prof. Dr. Martin Hautzinger (Universität Tübingen).

Die Teilnehmer der Studie sollten mindestens drei depressive Episoden in ihrem Leben erlitten haben. Geprüft wird, welche der beiden folgenden Behandlungsformen langfristig besser depressive Rückfälle verhindert: eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung, die an den persönlichen Risikofaktoren für die Auslösung von Rückfällen ansetzt und Fähigkeiten einübt, den Risikofaktoren entgegenzuwirken; und eine psychiatrische Beratung, in der intensive Informationen über Symptome, Ursachen und Verlauf von Depressionen sowie Risikofaktoren für die Auslösung von Rückfällen vermittelt werden. Ziel ist es, Rückfälle besser zu erkennen und zu verhindern. Beide Behandlungen umfassen 16 Termine, verteilt über acht Monate. Teilnehmer der Studie können die psychiatrische Routinebehandlung, in der Regel eine medikamentöse Behandlung, begleitend zu der Studientherapie, fortsetzen.

Die Behandlungen werden an insgesamt 15 kooperierenden Einrichtungen in Thüringen und Hessen angeboten.

Interessierte wenden sich bitte an das jeweilige Studienzentrum in

Thüringen:
Dipl.-Psych. Jan Schönebaum, Tel. 03641 / 945178,
E-Mail: jan.schoenebaum[at]uni-jena.de
Hessen:
Dipl.-Psych. Christine Hilling, Tel. 069 / 79823810,
E-Mail: depressionsprojekt[at]psych.uni-frankfurt.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/
http://www.uni-jena.de/svw/pred

Weitere Berichte zu: Auslösung Depression

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise