Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Singles: Keine Angst vor Spülhänden!

29.08.2006
Auch wer allein lebt, braucht keine Angst vor Spülhänden zu haben: Selbst in Kleinhaushalten lohnt sich der Einsatz einer Spülmaschine, wenn benutzte Teller, Tassen und Besteck mehrere Tage gesammelt werden. Die Hygiene bleibt dabei auch nicht auf der Strecke: Der Geschirrspüler entfernt auch eventuell entstandene Keime. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Studie der Universität Bonn.

In Kleinhaushalten fällt häufig so wenig Geschirr an, dass der Einsatz einer Spülmaschine sich nicht zu lohnen scheint. Das Geschirr für einige Tage zu sammeln, halten viele Verbraucher aber für unhygienisch und befürchten, die gesammelten Teller und Tassen mit normalen Spülprogrammen nicht mehr sauber zu bekommen. Haushaltstechniker der Uni Bonn haben nun gezeigt, dass diese Sorge unberechtigt ist. "Damit können die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Geschirrspülers im Vergleich zum Handspülen auch von Single-Haushalten ausgenutzt werden", sagt Professor Dr. Rainer Stamminger, der die Untersuchungen geleitet hat.

Durchgeführt wurde die gerade veröffentlichte Studie von Dr. Sarah Ihne. Sie konnte zeigen, dass beim Spülvorgang die Zahl der Keime auf dem Geschirr mindestens um den Faktor einhunderttausend reduziert wird - und das selbst bei ungünstigen Umständen wie niedriger Spültemperatur und kurzen Programmen. "Damit ist es problemlos möglich, das Geschirr über mehrere Tage zu sammeln", betont Stamminger.

Kaum Spülmittelrückstände

... mehr zu:
»Geschirr »Geschirrspüler

In ihrer Promotion hat Dr. Sarah Ihne zudem untersucht, wieviel Spülmittel auf den gereinigten Tellern zurückbleibt. "Wir konnten nur äußerst geringe Rückstände nachweisen", sagt sie. "Das gilt sowohl für Geschirrspüler als auch für das Spülen von Hand." Werden die Geschirrteile beim Handspülen allerdings nicht nochmals mit klarem Wasser nachgespült, dann sind deutlich höhere Mengen an Rückständen messbar. Obwohl diese Rückstände keine Gesundheitsgefahr darstellen, empfiehlt Professor Stamminger deshalb, das Geschirr nach dem Reinigen noch durch ein Becken mit klarem kalten Wasser zu ziehen. Der Spülvorgang selbst solle in möglichst heißem Wasser und mit einer angemessenen Menge Spülmittel erfolgen. "Spülen unter fließendem Wasser sollte aus Gründen der Nachhaltigkeit auf alle Fälle vermieden werden", so Prof. Dr. Rainer Stamminger.

Auch Geschirrspüler entfernen Rückstände von Reiniger oder Klarspüler umso besser, je mehr Wasser sie verwenden. Professor Stamminger sieht deshalb keinen Grund, die Geschirrspülmaschinen hinsichtlich ihres Wasserverbrauchs weiter zu optimieren. Dass Spülmaschinen bei richtiger Benutzung bereits heute um einiges sparsamer reinigen als der Mensch, konnten die Bonner Wissenschaftler schon in vorherigen Untersuchungen nachweisen. Bei nur noch 10 Liter Wasserverbrauch im Normalprogramm einer modernen Geschirrspülmaschine sei wohl das Ende der Fahnenstange schon erreicht, wenn nicht schon überschritten, meint Professor Stamminger.

Weitere Informationen zum effizienten und nachhaltigen Spülen von Geschirr gibt es unter www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de.

Kontakt:
Professor Dr. Rainer Stamminger
Institut für Landtechnik der Universität Bonn, Sektion Haushaltstechnik
Telefon: 0228/73-5955
Fax: 0228/73-2596
E-Mail: stamminger@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.landtechnik.uni-bonn.de
http://www.haushaltstechnik.uni-bonn.de
http://www.aktionstag-nachhaltiges-waschen.de

Weitere Berichte zu: Geschirr Geschirrspüler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie